Jean-Marc Maier, Geschäftsführender Gesellschafter der Maier-Gruppe, vor dem Pflegeheim Haus am Rödelsberg in Schopfloch. Insgesamt gehören fünf Pflegeheime zur Maier-Gruppe. Foto: Louisa Speicher

Zwei Pflegeheime stehen vor dem Aus: Die Maier-Gruppe plant stattdessen einen Neubau in Lützenhardt. Wie es dazu kam und warum die Schließungen nicht ganz freiwillig erfolgen.

Zwei Pflegeheime der Maier-Gruppe sollen an verschiedenen Standorten im Kreis Freudenstadt geschlossen werden, dafür ist ein Neues in Lützenhardt geplant – das „Haus an der Waldach“. Das kündigte Jean-Marc Maier, Geschäftsführender Gesellschafter der Maier-Gruppe, im Gespräch mit unserer Redaktion an.

 

Der Umzug und die Errichtung des neuen Pflegeheims sollen zum Januar 2028 passieren. Geschlossen werden sollen demnach das „Landhaus Weiler Wald“ in Herzogsweiler und das „Haus Panorama“ in Hallwangen. Die Entscheidung, die beiden Heime zu schließen, kam jedoch nicht ganz freiwillig, sagt Maier. Doch warum müssen die beiden Einrichtungen schließen? Was ist am neuen geplanten Pflegeheim anders?

„Wirtschaftlich nicht rentabel“

Fünf Pflegeheime im Kreis Freudenstadt gehören derzeit zur Maier-Gruppe. Dass zwei davon in absehbarer Zeit schließen müssten, liege daran, dass sie nicht mehr den Vorgaben der Landesheimbauverordnung entsprechen würden, so der Gesellschafter. Demnach gebe es in den jeweiligen Einrichtungen weniger Einzelzimmer als es in der Verordnung gefordert werde, erklärt er.

Daher wurde überlegt, das Landhaus Weiler Wald, welches auf 25 Plätze ausgerichtet ist, und das Haus Panorama, indem 40 Bewohner leben, zusammenzulegen und das Haus Panorama in Hallwangen zu vergrößern. Doch wäre diese Idee „wirtschaftlich nicht rentabel“ gewesen, meint Maier. Auch seitens der Stadt Dornstetten sei die finanzielle Unterstützung „überschaubar“ gewesen.

Schließlich habe sich die Unternehmensgruppe dazu entschieden, ein Grundstück des Projektentwicklers „Kern“ aus Pfalzgrafenweiler in Lützenhardt zu kaufen. Die Baugenehmigung für das neue Pflegeheim habe es dann vor rund drei Jahren gegeben. Waldachtals Bürgermeisterin Annick Grassi habe „grandios unterstützt“, betont Maier.

Der Spatenstich soll im Mai erfolgen

Los geht es mit dem Spatenstich im kommenden Mai. Für die geplante Fertigstellung werde der Jahresbeginn 2028 angepeilt. Dafür werde eine Summe in Höhe von 16 Millionen Euro investiert, sagt Maier.

Das geplante „Haus an der Waldach“ soll für 60 Menschen ein neues Zuhause werden. In der Summe ist also für fünf Menschen weniger Platz als im Haus Panorama und Landhaus Weiler Wald zusammengerechnet.

Für die Appartements ist eine Größe 15,51 Quadratmeter vorgesehen, mit jeweils einem eigenen rollstuhlgeeigneten Bad (5,20 Quadratmeter groß). Auf zwei Stockwerken sollen vier Wohnbereiche á 15 Bewohner entstehen mit einem Gruppenraum je Wohnbereich. Zudem soll es eine große Cafeteria von 143 Quadratmetern im Erdgeschoss mit Terrasse sowie eine Dachterrasse geplant.

Was den neuen Standort konkret von den anderen Pflegeheimen unterscheidet, sei die Lage und die Infrastruktur. Das Haus an der Waldach soll nämlich durch eine Brücke mit dem Kurpark verbunden sein. „Die Lage ist sensationell – die Menschen sind schnell im Ortskern und im Grünen“, sagt Maier.

Die Einzelzimmer würden zudem mehr Komfort und Privatsphäre leisten – wenn allerdings Paare in ein gemeinsames Appartement möchten, sei das durch eine Verbindungstür ebenso möglich, erklärt der Gesellschafter.

Idee zum weiteren Bestehen

Doch bedeutet der Neubau in Lützenhardt wirklich, dass die beiden Heime in Herzogsweiler und Hallwangen endgültig schließen müssen? In Herzogsweiler Ja, meint der Gesellschafter. Für das Haus Panorama in Hallwangen bestehe jedoch die Idee, die Einrichtung in ein betreutes Wohnen umzubauen. Ob dieser Plan wirklich umgesetzt werden kann, sei aktuell noch unklar, so Meier.