An den beiden Mahlberger Rasthöfen entlang der A 5 – hier in Richtung Karlsruhe – herrschte im Dezember Ausnahmezustand. Aufgrund eines Lecks in der Leitung musste kurzzeitig das Wasser abgedreht und eine Notversorgung hergestellt werden. Foto: Piskadlo

Das Leck, das im Dezember die Wasserversorgung der Mahlberger Rasthöfe lahmlegte, wurde gefunden. Auch die Sanierung der Halle in Orschweier nimmt wieder Fahrt auf.

Mit dem bevorstehenden Sanierungsbeginn der Orschweierer Bahnhofsbrücke geht für die Stadt Mahlberg ein Projekt zu Ende, das jahrelang für Ärger und Diskussionen gesorgt hat. Zurücklehnen kann sich die Verwaltung jedoch nicht: Mit der Stadthalle, der Orschweierer Mehrzweckhalle und der kaputten Wasserleitung der in Richtung der Autobahn-Rasthöfe stehen noch einige Baustellen auf der Agenda. Immerhin bei den letzten beiden Sorgenkindern scheint es jedoch voranzugehen, wie dem Gemeinderat am Donnerstagabend erklärt wurde.

 

Die Wasserleitung: Das Leck ist lokalisiert. Mit dieser Botschaft sorgte Bürgermeister Benz für ein kurzzeitiges Aufatmen im Gemeinderat. Anfang Dezember des vergangenen Jahres hatte ein Leck in der Trinkwasserleitung vom Stadtgebiet zu den Autobahnraststätten die Mitarbeiter des Wasserwerks für Tage in Atem gehalten. Bis eine Notleitung stand, musste sogar der Betrieb eingestellt werden.

Auch wenn die Trinkwasserversorgung durch eine neue, frostbeständige Leitung nach einigen Tagen wieder gesichert werden konnte, blieb das Leck selbst unentdeckt – bis Ende vergangener Woche. Das Aufspüren wurde den Spezialisten im Wasserwerk auch deshalb erschwert, weil keine Baupläne über die Leitungsführung in den Archiven zu finden waren. Der Bau der Trinkwasserversorgung von Mahlberg hinaus zu den beiden Rasthöfen erfolgte in den 1960er-Jahren und Pläne waren offenbar nicht dokumentiert worden. „Das Leck wurde Ende vergangene Woche etwa 60 bis 80 Meter vor dem Rasthof Ost entdeckt. Die Leitung liegt dort auf Privatgrund“, erklärte Benz. Inzwischen sei die Lage der Trinkwasserleitung auch erfasst und dokumentiert. „Die Führung ist markiert. Wir wissen jetzt genau, wo die Leitung liegt.“

Dass es keine Unterlagen zur Leitungsführung gab, war nicht das einzige kuriose rund um die Leckage: Bürgermeister erzählte, dass er vor Wochen mit einem Wünschelrutengänger im Gelände rund um die Raststätte unterwegs gewesen sei. Und die Wünschelrute habe genau in dem Bereich ausgeschlagen, wo sich die Trinkwasserleitung befand. Benz: „Wenn ich das nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, ich hätte das nicht geglaubt.“

Die Mehrzweckhalle: Ein undichtes Dach, Unstimmigkeiten mit der Bauleitung und daraus folgender Neuanfang mit einem neuen Planungsbüro sorgten auf der größten Baustelle im Stadtgebiet für einen rund zwei Monate dauernden Baustopp. Inzwischen habe das neue Planungsbüro „IFP2 Hangs“ aus Lahr die Planung für die Sanierung der Mehrzweckhalle Orschweier überarbeitet, angepasst und fehlende Detailplanungen erstellt, sodass seit vergangener Woche auf der Baustelle wieder Leben herrsche, erklärte Bauamtschefin Justine Jörger am Montag dem Gemeinderat.

Mit der guten Nachricht im Rücken brachte das Gremium weitere Ausschreibungen von Handwerkerarbeiten auf den Weg – allerdings verbunden mit Mehrkosten. Weil sich Ortschaftsrat und Bauausschuss eine größere Überdachung mit Glas der Freifläche vor dem kleinen Saal wünschten – statt geplanten 2,4 Metern in der Tiefe jetzt fünf Meter – steigen die kalkulierten Kosten für das Gewerk von 33 000 auf 54 000 Euro. Tendenz steigend, denn für die Umsetzung liegen noch keine Angebote von Handwerksbetrieben vor.

Um auch die Arbeiten im Sanitärbereich wieder aufzunehmen , musste das Gremium sich auch auf einen sogenannten Fliesenspiegel einigen. Will heißen: In welchem Format sollen die Fliesen an Wand und Boden verlegt werden. Auch hier musste das Budget für das Gewerk, für das die Firma Bayer aus Mahlberg den Zuschlag erhalten hat, von 70 500 auf 85 000 Euro angehoben worden.

Lob erntete Jörger vom Rathauschef. Die Bauamtsleiterin habe mit Bravour die Probleme am Projekt gemeistert. Benz: „Man darf ruhig sagen, dass sie sich mit dem Projekt identifiziert als sei es ihr eigenes Heim.“

Die Heizungsanlage: Der Sanierungsaufwand hat zuletzt Verwaltung und Gemeinderat aufgeschreckt – jetzt wurden die Aufträge zur Erneuerung der Heizungs- und Wärmeversorgung für Grundschule und Stadthalle erteilt. Die Heizungsarbeiten übernimmt die Firma Volz aus Achern für rund 310 000 Euro. Die Erneuerung der Steuerungsautomation übernimmt die Firma Sauter-Cumulus aus Freiburg für den Angebotspreis von rund 249 000 Euro. Elektroarbeiten werden von der Firma Riwatec in Hohberg für 45 200 Euro erledigt.