Der Organist wird zum neuen Jahr die Stelle als Assistenz des Domorganisten am Kölner Dom übernehmen. Mit einem adventlichen Konzert an der Ahrend-Orgel in der Schlosskirche in Mahlberg hat sich der Musiker von der Gemeinde verabschiedet.
Die achteckige Schlosskirche war dem Anlass des Konzertes gemäß ausgeleuchtet. Das Kirchenschiff war abgedunkelt, während der zweite Hauptakteur des Abends, die Ahrend-Orgel, prächtig illuminiert war. Organist David Kiefer stimmte in einer kurzen Ansprache auf das Konzert ein und wünschte allen eine schönen vorweihnachtlichen Abend.
Mit dem Präludium und Fuge in C-Dur von Johann Sebastian Bach eröffnete Kiefer das adventliche Orgelkonzert. Der melodiöse Beginn des Musikstücks macht es zu einem ungewöhnlichen Werk aus der Feder des Komponisten, das Bach etwa 1725 geschrieben hat.
Werke von Bach erklingen in der Mahlberger Kirche
Drei der sechs Choralbearbeitungen aus den sogenannten „Schübler-Chorälen“ folgten und zeigten auf, dass Johann Georg Schübler mit seiner Transkription dieser Bach Werke auf lediglich drei Stimmen eine bessere Spielbarkeit auf der Orgel erzielt hat. Besonders das „Kommst du nun, Jesu“ zählt – mit der Unterlegung des Textes „Lobe den Herren“ – zu den wohl bekanntesten Orgelwerken von Bach.
Das Präludium in d-Moll von Georg Böhm, reihte sich in die Abfolge der von David Kiefer gespielten Orgelwerke ein. Böhm gilt als einer der wichtigsten Vertreter der norddeutschen Orgelschule und als Lehrmeister von Johann Sebastian Bach während dessen Zeit in Lüneburg.
Kiefer zeigt sein Können
Die eigene musikalische Handschrift demonstrierte Kiefer mit seiner Improvisation von „in tempore adventus“ jederzeit überzeugend.
Für den krönenden Abschluss des Konzertes sorgte das Präludium und Fuge G-Dur von Johann Sebastian Bach, das im Sprachgebrauch der Organisten schlichtweg nur als „Das G-Dur“ bezeichnet wird. Es gilt als das bekannteste Orgelwerk Bachs.
Organist wechselt in den Kölner Dom
David Kiefer wusste in seinem Abschiedskonzert nochmals virtuos die Werke der großen deutschen Kirchenmusiker zu intonieren. Wie viele der Register – eine Reihe von Orgelpfeifen der gleichen Klangfarbe – der junge Organist während des Konzertes tatsächlich gezogen hat, bleibt sein Geheimnis. Die Zuhörer des Konzertes waren vom Spiel Kiefers, das in den Gewölben der Rokoko-Kirche aufgefangen und resoniert wurde, jederzeit gefangen. Begeisterter Applaus war die folgerichtige Antwort auf die musikalische Darbietung des Kirchenmusikers.
Pfarrer Jörg Herbert richtete ein abschließendes Dankeschön an den scheidenden Organisten. Kiefer habe mit diesem Konzert erneut Orgel und Kirche zum Strahlen gebracht. „Wir können immer mit Stolz sagen: ja, er war schon hier bei uns“, resümierte Herbert im Hinblick auf den neuen Wirkenskreis Kiefers im Kölner Dom.
Zur Person
David Kiefer wurde 1996 in Gengenbach geboren. Seit 2011 ist David Kiefer Organist in der Ortenau, wobei er seit 2021 die Ahrend-Orgel in der Mahlberger Schlosskirche zum Klingen bringt. Darüber hinaus ist er vertretungsweise immer wieder im Freiburger Münster im Einsatz. Die musikalische Ausbildung hat Kiefer an der Musikschule Offenburg begonnen und mit dem Studium der Kirchenmusik in Freiburg sowie dem Konservatorium Paris mit dem Studium Orgel und Improvisation an der Orgel fortgesetzt hat. Schon während der Studienzeit hat der junge Organist zahlreiche internationale Orgelwettbewerbe bestritten und Preise gewonnen. 2024 wird David Kiefer die verheißungsvolle Stelle der Assistenz des Domorganisten am Kölner Dom übernehmen.