Der Magier Topas ist nicht leicht zu greifen für ein Interview – was in diesem Fall nichts mit seiner Zauberkunst zu tun hat: Thomas Fröschle ist viel unterwegs in diesen Tagen. Ein Auftritt führt ihn auch nach Balingen. Die Stadt kennt er durch seine Verwandtschaft.
„Meine Oma mütterlicherseits kam aus Ebingen“, verrät Topas alias Thomas Fröschle am Telefon. Als wir ihn anrufen ist er in Lyon, wo er für ein Zauberfestival gebucht ist.
Oma Lina wusste nichts vom Gendern, erinnert sich Fröschle. „Für sie gab es Männle, Weible und Onstmettinger.“ Der Comedian lacht. Bei Fröschle geht es rasant hin und her im Kopf – nur so kann man wohl erklären, warum er sowohl als Zauberer Topas, als auch als Comedian Thomas Fröschle Erfolg hat.
Das ist der Schlachtruf des Teams
Turbulent geht es zu, erzählt Fröschle, an die 200 Auftritte hat er im Jahr. Da bleibe er oft länger wach. „Als Gaukler habe ich einen seltsamen Rhythmus“, meint er.
In Balingen wird Topas ein Soloprogramm spielen. Damit entfällt das Ritual, der er und sein Team – Techniker und Bühnenhelfer – vor den Shows haben. „Wir stellen uns wie eine Sportmannschaft im Kreis auf“, erzählt Fröschle. Dann kommt der Schlachtruf des Ensembles: „Die Ziege ist das einzige Säugetier, das einen Bart trägt“, lautet der. Woher der kommt? Wieder muss Fröschle lachen: „Keine Ahnung.“
Wenn Topas alleine unterwegs ist, hört er vor dem Auftritt die stets gleiche Musik. „Pop und Rock im Mix“, berichtet er. „Die Songs haben keinen Zusammenhang, außer dass sie mir gefallen.“
Das macht Topas nach der Show
Nach einem Auftritt geht es bei Thomas Fröschle „unspektakulär“ zu, wie er sagt. Die zwei Stunden auf der Bühne seien schon anstrengend und voller Adrenalin. „Ich bekomme aber viel zurück vom Publikum.“
Auf Tour geht Topas mit seinem Team und auch mal mit Fans noch etwas trinken. Nach seinem Auftritt in Balingen wird er sich hinters Steuer setzen und nach Hause fahren. „Alles unter vier Stunden wird gefahren.“
Wie ist das denn, wenn ein Zauberer die Show eines Kollegen sieht? Kennt man da nicht jeden Trick des anderen? Fröschle muss lachen. „Ich weiß auch nicht immer, wie die Kollegen das machen, ich bin auch oft verblüfft.“
Genau das seien die Momente, nach denen er lechze. Für ihn liegt die Faszination der Zauberkunst auch in der Art und Weise der Präsentation.
Das kann die KI in Sachen Magie
Topas ist ein „alter Hase“ in der Branche – mit zehn Jahren trat er zum ersten Mal im Magischen Zirkel in Stuttgart auf. Dennoch bleiben auch für den 52-Jährigen noch viele Fragen offen, wie er während des Telefonats sagt. „Wie werden neue Tricks entwickelt? Schadet oder hilft es, wenn man einen Trick verrät?“
Seine Magier-Kollegen und er würden sich viele Gedanken machen, wie man neue Tricks entwickeln kann. Und auch, wie neue Technologien genutzt werden können. „Die künstliche Intelligenz kann Vorschläge machen, aber die Grenzen sind langsam erreicht. „Es braucht das menschliche Gehirn, um sich einen guten Zaubertrick auszudenken“, sagt Fröschle. Und weiter: „Es braucht die Fantasie einer kohlenstoffbasierten Lebensform.“
Das ist das Hobby des Zauberers
Um mangelnde Fantasie muss man sich bei Thomas Fröschle keine Sorgen machen. Weder als Comedian – jüngst trat er mit Sybille Bullatschek auf, die ebenfalls einen Auftritt in Balingen im Kalender stehen hat – noch als Magier. Fröschle, der in Ostfildern lebt, dürfte eher die Zeit ausgehen, sich ein Hobby zuzulegen. Aber das braucht es vielleicht gar nicht, denn auf die Frage nach dem liebsten Zeitvertreib sagt er: „Zaubern!“
„Magic & Comedy“ mit Topas gibt es am Mittwoch, 14. Mai, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Balingen, präsentiert vom Schwarzwälder Bote.