Das Märkte- und Zentrenkonzept funktioniert: als Instrument der Einzelhandelssteuerung und der Stadtentwicklung – trotz schwieriger Rahmenbedingungen.
Das belegt ein Gutachten zur Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzepts (MZK). In Auftrag gegeben wurde es von der Stadt aus Anlass der Aktualisierung neun Jahre alter Daten und Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft durch den Online-Handel sowie die Konsequenzen aus der Corona-Pandemie.
Verkaufsflächenzuwachs in der Innenstadt
Die Ergebnisse der Analyse zeigten die Wirksamkeit des MZK, das in Lörrach seit 26 Jahren konsequent angewandt werde. „Während in vielen anderen Städten die Innenstädte mit einem deutlichen Rückgang der Verkaufsflächen zu kämpfen haben, weist die Innenstadt von Lörrach einen Verkaufsflächenzuwachs auf“, so die beiden Fachbereichsleiter Gerd Haasis und Alexander Nöltner unisono in der Sitzungsvorlage.
Mit dem Wohn- und Geschäftshaus LÖ sei es darüber hinaus gelungen, den nördlichen Bereich der Innenstadt städtebaulich und funktional aufzuwerten und das Einzelhandelsangebot zu ergänzen.
Aufwertung des öffentlichen Raums
Zudem sei die Aufenthaltsqualität durch die Aufwertung von Bahnhofsplatz, Palmstraße und nördlicher Turmstraße erhöht worden. Unterdessen profitiere die große Kreisstadt weiterhin vom Sondereffekt durch Kunden aus der Schweiz. Und: Der Lebensmittelmarkt im LÖ erfülle eine Nahversorgungsfunktion für die umliegende Wohnbevölkerung.
Verkaufsflächen in der Gesamtstadt gehen zurück
Gleichwohl zeichneten sich mit Blick auf die Gesamtstadt deutschlandweite Trends der Einzelhandelsentwicklung auch in Lörrach ab: Das Wachstum der Verkaufsflächen sei „vorbei“ und die Betriebszahlen gingen stetig zurück, so die Fachbereichsleiter. Umso wichtiger sei die Steuerung des Einzelhandels an die städtebaulich „richtigen“ Standorte.
Quantitativ kaum Entwicklungspotenzial
Quantitativ ergebe sich für Lörrach „kein relevantes Entwicklungspotenzial“, heißt es wörtlich. Die Abgrenzung des zentralen Versorgungsbereichs der Innenstadt bleibe im Wesentlichen bestehen: „Die Innenstadt wird im Norden von der Luisenstraße, im Osten von der Bahnhofstraße, im Süden vom Aicheleknoten und im Westen von der Weinbrennerstraße/Spitalstraße begrenzt.“ Der Meeraner Markt bleibe ein Sonderstandort außerhalb der Innenstadt. Auch das Kreiskrankenhaus-Areal liege außerhalb der Innenstadt.
Herausforderung Onlinehandel
Angesichts der im Vergleich zu anderen Städten positiven Einzelhandelssituation in den Lörracher Zentren empfehle das Gutachterbüro im Kern eine Fortsetzung der bisherigen Steuerungsstrategie und insbesondere deren Umsetzung in Bezug auf Anfragen und Stadtentwicklungsprojekte.
Die Herausforderung sei es, die aktuelle Situation in Lörrach angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen – etwa die Entwicklung des Onlinehandels und der Gesamtkonjunktur – zu halten.
Wichtige Rolle in der Bauleitplanung
Die Verwaltung will das MZK auch künftig bei Baugenehmigungsverfahren, städtebaulichen Entwicklungen und der Bauleitplanung berücksichtigen. Nach der Vorberatung in den städtischen Gremien geht die Beschlussvorlage am 20. November in den Lörracher Gemeinderat.