Im Außenbereich der Kastellhalle sollen künftig ein Sommermarkt und der traditionelle Wintermarkt stattfinden, unter der Regie der Ortsverwaltung. Foto: Herzog

Das Marktgeschehen in Waldmössingen wird konzentrierter. Zum traditionellen Wintermarkt kommt ein Sommermarkt hinzu, die künftig beide ihren Standort auf dem Parkplatz an der Kastellhalle haben werden.

Im November vergangenen Jahres hat der 33. Wintermarkt in der Heimbach- und Burgstraße stattgefunden – letztmals unter der Regie des Vereinsrings. Nachdem der Marktmeister in den Ruhestand getreten ist, soll die Organisation nun von der Ortsverwaltung übernommen werden. Wie Ortsvorsteher Reiner Ullrich in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats informierte, habe es Gespräche mit dem Vereinsring gegeben. Es herrsche Einigkeit, dass die Ortsverwaltung sich um die Marktbeschicker und den eigentlichen Verkaufsmarkt kümmere, der Vereinsring den Markt mit Vereinsangeboten bereichere.

 

Alter Standort hat einige Nachteile

Die neue Situation habe die Ortsverwaltung veranlasst, den bisherigen Standort zu überdenken. Dieser habe gleich mehrere Nachteile: Die Ortsmitte müsse für die Dauer des Markts gesperrt und der Verkehr über den Roten Weg umgeleitet werden. Die Umleitungsstrecke müsse der Bauhof 72 Stunden vor Marktbeginn mit Halteverbotsschildern bestücken und wieder abbauen. Des Weiteren befinde sich die bald in Betrieb gehende Seniorenresidenz mitten im Marktbereich. Dadurch werde die Anfahrt von Notarzt- und Krankentransportwagen sowie der Feuerwehr erheblich erschwert. Falls es schneie oder glatt werde, sei der Winterdienst beeinträchtigt, zählte der Ortsvorsteher auf.

Neuer Platz an der Kastellhalle

Es sei mal vorgesehen gewesen, die Vereinsstände auf der Freifläche zu platzieren. Dies sei von den Vereinen abgelehnt worden, weil es keinen befestigten Untergrund gebe. Ein Standort an der Kastellhalle böte einige Vorteile. Es stünde ein großer zentraler befestigter Platz zur Verfügung, das Abbauen der Stände durch die Marktbeschicker ab circa 18 Uhr störe das Angebot der Vereine und die Atmosphäre nicht und die Infrastruktur sei deutlich besser, unterstrich Ullrich.

„Kleines Dorffest“ im Sommer

Des Weiteren schlage die Verwaltung vor, die im April und Juli stattfindenden Krämermärkte zu einem Sommermarkt Anfang Juli zu konzentrieren. Auch da könnten die Vereine am Standort Kastellhalle Speisen und Getränke anbieten und für Unterhaltung sorgen, wodurch dieser Markt den Charakter eines kleinen Dorffestes bekomme, schilderte der Ortsvorsteher.

Gaststätte nicht mehr eingebunden

Ralf Kopp erinnerte, dass der Standort Kastellhalle für den Wintermarkt in einer früheren Ratssitzung schon einmal diskutiert worden sei. Er begrüße den Vorschlag, der zudem die Möglichkeit biete, dass noch weitere Stände hinzukommen könnten, „so wie beim Weihnachtsmarkt in Dunningen. Allerdings wird der Gastwirt in der Heimbachstraße über den neuen Standort nicht glücklich sein“, vermutete Kopp. „Wir wollen niemanden ausschließen. Aber klar, das Gasthaus wäre nicht mehr integriert“, räumte Ullrich ein. Der Gaststättenbetreiber habe sich in der Vergangenheit allerdings darüber beschwert, dass Marktbesucher seine Toiletten benutzten, aber nicht bei ihm zu Gast gewesen seien, wusste der Ortsvorsteher.

Nach Beschluss mit Vereinen reden

Annette Jauch wollte wissen, ob das neue Konzept mit dem Vereinsring abgesprochen sei. Bisher hätten Marktbeschicker und Vereine voneinander profitiert und dies müsse beibehalten werden. Zuerst, so Ullrich, müsse der Ortschaftsrat entscheiden, ob das Konzept der Verwaltung weiterverfolgt werden soll. Danach werde mit den Vereinen gesprochen. Ohne Widerspruch befürwortete der Ortschaftsrat die vorgeschlagene Neukonzeption für den Wintermarkt und einen Sommermarkt.