Der Christkindlesmarkt schlägt bei den Gebühren auf. Foto: Dunja Kuster

Die gewerblichen Marktleute reagieren mit Unverständnis auf den Schritt des Gemeinderats.

Der Christkindlesmarkt in Balingen zieht regelmäßig Tausende Besucher an, in diesem Jahr aber womöglich weniger Marktbeschicker. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass gewerbliche Beschicker je angefangenen laufenden Meter künftig 50 Euro an die Stadt zu entrichten haben. Bisher lag der Preis bei 21 Euro. Die Betroffenen reagieren geschockt.

 

Die Stadt Balingen begründet diese Anpassung mit den gestiegenen Aufwendungen – Energieversorgung, Sicherheitskonzepte, Infrastruktur sowie Personal – für die Durchführung des Christkindlesmarktes. Es ist die erste Erhöhung dieser Art seit 2001. Für Michael Haller und Wolfgang Liebhardt, Vorsitzende der Bezirksstelle Südwürttemberg/Hohenzollern des Landesverbands Schausteller und Marktkaufleute Baden-Württemberg (LSM), kommt diese Entscheidung einer Bankrotterklärung für die Beschicker gleich.

„Für uns ist dieser Schritt eine bittere Nachricht. Wir sind uns sicher, dass einige unserer Beschicker unter diesen Umständen nicht mehr nach Balingen zum Christkindlesmarkt kommen werden, da es sich nicht mehr lohnen wird“, prognostizieren die beiden. Generell können sie die Motive der Stadt verstehen, aber die Umsetzung erschließt sich den Beschickern nicht. „Wir haben vorgeschlagen, dass neben den gewerblichen Beschickern auch Vereine und Privatleute ein wenig mehr zahlen könnten“, so Haller. Der Plan der Verwaltung sieht aber vor, ausschließlich gewerbliche Beschicker mit der höheren Gebühr zu belasten.

Die Gemeinderäte Erwin Feucht (Grüne) sowie Stephan Reuß (FDP) schlugen ebenfalls vor, die höheren Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Überzeugen konnten sie mit dieser Idee aber nicht. Das Gremium stimmte mit 24 Ja-Stimmen für den Plan der Verwaltung. Wirtschaftsförderer Niko Skarlatoudis sieht keine Gefährdung der Attraktivität des Marktes. „Wir befinden uns bei den Preisen im marktüblichen Bereich.“

Von zahlreichen Beschickern hörten Haller und Liebhardt bereits, dass diese wohl nicht mehr kommen werden. Die Rechnung, die sie aufstellen: Im Schnitt gehen die beiden von acht Metern Standlänge aus. Damit steigt die Standgebühr von bisher 168 Euro auf künftig 400 Euro.

„Durch diese Mehrkosten kommen viele Beschicker womöglich gerade mal bei null wieder raus, und dafür nehmen sie den großen Aufwand nicht in Kauf“, sind sich Haller und Liebhardt sicher. Nun bleibt abzuwarten, wie viele Anmeldungen bei der Stadt letztlich eingehen werden.