Um ein kontroverses Thema ging es bei der Männervesper. Referent war der Fachberater für Wildtiere und Jagdausbilder Armin Hafner.
„Luchs und Wolf…..neue Jäger im Revier“, diesem mit Spannung erwarteten Vortrag folgten zahlreiche Besucher beim Harthausener Männervesper, der Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz besetzt, was den Mitorganisator und Kirchengemeinderat Eduard Widmann bei seiner Begrüßungsansprache sichtlich freute.
Um ein so kontrovers diskutiertes Thema mit dem nötigen Fachwissen und Hintergrund vorzustellen, bedarf es eines Fachmannes, der aus „erster Hand“ berichten kann.
Erste erste Luchssichtung in Baden-Württemberg
Widmann ist es gelungen, den Buchautor, Fachberater für Wildtiere und Jagdausbilder Armin Hafner zu gewinnen, der im Naturpark Obere Donau seit vielen Jahren ein 30 Hektar großes Gebiet betreut und eng mit dem Landesjagdverband und der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) in Freiburg zusammenarbeitet.
Hafner gelang im Jahr 2005 die erste Luchssichtung in Baden-Württemberg. Mit Wildkameras, an Kirrungen (Futterstellen) und Wildwechseln angebracht, konnte dann ab dem Jahr 2015 immer wieder ein Luchs beobachtet, mit Kastenfallen gefangen und mit einem Senderhalsband versehen werden.
Friedl und Tello
Da jeder Luchs ein eigenes Fellmuster hat, gab man den Tieren Namen wie etwa Friedl oder Tello, welche aus dem Schweizer Jura eingewandert waren. Luchse seien absolut scheue Tiere die im Unterholz lebten, sich von Rehen oder Wildhasen ernährten und niemals mit Menschen in Kontakt kämen. Als Spaziergänger einen Luchs zu sehen käme einem Sechser im Lotto gleich, so Hafner.
Beim zweiten Teil des Vortrages, als es um den Wolf im heimischen Wald ging, wurde dann rege diskutiert. In Deutschland seien derzeit rund 2000 Wölfe angesiedelt, den ersten Wolf im Donautal habe man 2018 fotografiert, so der Referent.
Ausbreitung nicht mehr aufzuhalten
Da die Wolfspopulation eklatant zunehme, allein in diesem Jahr kämen 500 Jungtiere dazu, so Hafner, werde der Wolf in absehbarer Zeit ins Jagdrecht aufgenommen werden müssen.
Wenn das Bejagen beginne, werden die Tiere scheu, aber die Ausbreitung des Wolfes lasse sich auch dadurch nicht mehr aufhalten.
Ob man als Wanderer Angst haben müsse, war eine Frage aus dem Publikum, was aber Hafner verneinen konnte. Wölfe flüchteten vor Menschen und es gebe noch keinen einzigen Menschen in Deutschland der von einem Wolf gebissen oder getötet worden wäre, erklärte der Experte.
Mit seinem Leitsatz: „Die Natur geht ihren Weg“, beendete der Wildtierexperte seinen sehenswerten und spannenden Vortrag.