Klassisch und traditionell gehören zum Vatertag Wanderungen mit Bollerwagen, viel Alkohol und tendenziell ohne Frauen. Doch woher stammt diese veraltete Tradition? Foto: Stefan Puchner/dpa

Es ist schon bald wieder Vatertag – ein Tag, an dem Männer sich selbst feiern, wandern und viel Alkohol trinken. Aber wo kommt diese Tradition her – und warum wird der Vatertag so anders als Muttertag begangen?

Am Donnerstag, 14. Mai, ist  Vatertag. In Deutschland bedeutet das, dass Männer sich treffen, mit Bollerwagen durchs Land ziehen und sich – oft mit einigem an  Alkohol – selbst feiern – insbesondere wenn das Wetter mitspielt. Nicht umsonst trägt der Vatertag, der in Deutschland traditionell mit dem gesetzlichen Feiertag Christi Himmelfahrt zusammenfällt, in einigen Regionen auch den Namen Männer- oder Herrentag.

 

Doch woher stammt die Idee des Vatertags überhaupt? Warum wird der Tag mit Bollerwagen und Bier gefeiert? Und warum ist der Tag so ganz anders als sein Gegenstück, der Muttertag? Das haben wir herausgefunden.

Wann ist Vatertag überhaupt?

Vatertag fällt in Deutschland immer auf Christi Himmelfahrt. Himmelfahrt ist eigentlich ein stramm religiöser Feiertag, der 40. Tag der Osterzeit (also 39 Tage nach Ostersonntag), der Jahr um Jahr an einem anderen Tag gefeiert wird aber immer auf einen Donnerstag fällt – was Arbeitnehmer natürlich glücklich macht. In diesem Jahr ist das der 29. Mai, 2026 dagegen am 14. Mai – falls schon jemand seinen Urlaub für kommendes Jahr planen will.

An Christi Himmelfahrt wird, wie der Name schon sagt, die Himmelfahrt Jesu gefeiert, also der Tag, an dem Jesus nach seiner Kreuzigung und Wiederauferstehung vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufgefahren ist. Zelebriert wird der Tag schon mindestens seit dem vierten Jahrhundert. Der Vatertag wird hingegen deutlich weltlicher begangen.

In anderen Ländern wird ebenfalls der Vatertag begangen, allerdings nicht an Christi Himmelfahrt und damit auch nicht überall an einem Feiertag. In Österreich ist Vatertag etwa am zweiten Sonntag im Juni. In Frankreich oder Irland ist Vatertag am dritten Sonntag im Juni, in Italien oder Spanien am Josefstag (19. März). In diesen Ländern wird der Vatertag allerdings dem Muttertag ähnlich gefeiert und Väter erhalten von ihren Kindern kleine Geschenke oder Blumen.

Woher stammt die Idee des Vatertags?

Die Idee des Vatertags kommt hingegen aus den USA, wo eine Frau, Sonora Smart Dodd, aus Spokane im Bundesstaat Washington sich 1909 für den Tag einsetzte. Eingeführt wurde der „Father’s Day“ nur ein Jahr später. Auch in den USA wird der Tag am dritten Sonntag im Juni gefeiert – und auch hier ähnelt der Tag eher dem Muttertag.

Die Traditionen, die in Deutschland mit dem Vater-, Herren- oder Männertag verbunden werden, sind allerdings noch deutlich älter als der Tag selbst. Sie gehen möglicherweise auf Prozessionszüge zurück, die im Mittelalter in den Tagen vor Himmelfahrt begangen wurden, um eine gute Ernte zu erbitten. Mit der Zeit wurde dabei mehr und mehr die Gelegenheit zum Feiern und insbesondere Trinken genutzt.

Schon im späten 19. Jahrhundert kommen schließlich Männerausflüge in Mode – ohne Frauen, dafür mit reichlich Alkohol. Wie es dazu kam ist historisch nicht ganz belegt, aber möglicherweise steckten Brauereien dahinter.

Kritik am Konzept des Vatertags

Heute steht die in Deutschland übliche Idee des Vatertags auch deswegen in der Kritik, weil hier Männer sich in erster Linie selber feiern würden, anders als am Muttertag. Auch würde hier ein Männerbild zelebriert, das nicht mehr zeitgemäß sei, konzentriert auf Alkohol und unter Ausschluss von Frauen. Warum der Vatertag überhaupt so anders gefeiert wird als der Muttertag – zumindest hierzulande – liegt wohl an seiner Geschichte.

Da Deutschland recht alleine ist, mit seiner Art, den Vatertag zu feiern, schlagen einige vor, den Vatertag ähnlich des Muttertags zu begehen: als Familientag mit Partner und Kindern. Andere wünschen sich generell eine andere Bezeichnung, etwa „Elterntag“, was allerdings möglicherweise zu Missgunst führen könnte, sollte der Muttertag dennoch weiter gefeiert werden.

Vorerst bleibt der Vatertag aber erhalten – wenngleich unter der aktuellen Bundesregierung allerdings Diskussionen über die Abschaffung eines Feiertags losgetreten wurden und damit möglicherweise Christi Himmelfahrt dran glauben könnte. Doch auch danach könnte man Vatertag beispielsweise, wie in vielen anderen Ländern, etwa an einem Sonntag begehen.

Auch die Art, wie der Vatertag begangen wird, bleibt jedem selbst überlassen. Empfohlen wird allerdings, es mit dem Alkohol nicht zu übertreiben und das Auto daheim zu lassen – denn der Tag ist trauriger Rekordhalter der meisten Verkehrsunfälle mit Alkoholeinfluss. Allein 2024 gab es an Christi Himmelfahrt demnach 287 Verkehrsunfälle bei denen Alkohol im Spiel war – gegenüber durchschnittlich rund 95 an allen anderen Tagen des Jahres.