Die Mahlberger Stadthalle ist ziemlich in die Jahre gekommen. Zumindest, wenn es nach den Ergebnissen einer Begehung geht. Diese brachte nämlich erhebliche Mängel in der Technik ans Tageslicht. Foto: Boller

Die Mahlberger Stadthalle ist in einem schlechterem Zustand als gedacht. Das zeigt ein Gutachten. Nun soll sie erneuert werden, ehe sie nicht mehr genutzt werden darf.

Was am Montag unscheinbar als „Vergabe Planungsauftrag“ auf der Tagesordnung des Gemeinderats Mahlberg stand, könnte sich als Büchse der Pandora erweisen. Das Ettenheimer Büro Vertec soll sich den Zustand der Stadthalle Mahlberg „gesamtheitlich“ anschauen, wie Bauamtsleiterin Justine Jörger die Beschlussvorlage erläuterte. Bei einer Begehung Anfang Februar hatte sich gezeigt, dass nicht nur die Regelungstechnik und die Heizungsanlage, die Stadthalle und Grundschule versorgt, erneuert werden müssen. Die Auftragsvergabe dafür soll Ende März erfolgen.

 

Hinzu kommt nun, dass Warmwasseraufbereitung und Brandschutz veraltet sind. Wenn sich die Stadt nicht schnell darum kümmert, droht die Hallenschließung, unterstrich Bürgermeister Dietmar Benz die Brisanz der Situation. Die letzte Sanierung der Halle war 1984 – und liegt demnach mehr als 40 Jahre zurück.

Benz fordert eine Bestandsaufnahme

Die Warmwasseraufbereitung erfülle nicht die aktuellen Vorgaben der Trinkwasserverordnung, genieße aber noch Bestandsschutz. Hier muss dennoch gehandelt werden, bevor sie etwa wegen nicht mehr beschaffbarer Ersatzteile ausfällt. In dem Zusammenhang soll der gesamte Sanitärbereich betrachtet werden, in dem es teilweise keine Lüftung gibt. Auch die Rauchwarnanlage bereitet Kopfzerbrechen. Sie ist nicht programmierbar und kann nicht um einen notwendigen Rauchmelder im Gymnastikraum erweitert werden. Anstatt weiter „kläckerlesweise“ vorzugehen, so Bürgermeister Benz, soll nun eine Bestandsaufnahme erfolgen. Dabei sollte man auch in die Zukunft schauen und zum Beispiel die „wahnsinnig überdimensionierte Küche“ überdenken. „Es wird keine billige Maßnahme werden“, fügte er an.

„Meiner Meinung nach können wir uns das nicht leisten“, entgegnete Ratsmitglied Frank Herden (SPD) angesichts einer Haushaltslücke von „3 bis 4 Millionen“ im kommenden Jahr. Zudem sei nicht verständlich, wieso die Verwaltung eine Frist Mitte Januar verstreichen ließ, bis zu der die Stadt eine sogenannte Interessenbekundung hätte abgeben können, um vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ zu profitieren. Andere Gemeinden würden das „auf die Reihe kriegen“. Weder sei eine Gesamtsanierung der Stadthalle in den vergangenen Jahren Thema im Gemeinderat gewesen, noch gebe es ein konkretes Vorhaben, auf das sich der Antrag beziehen könne, so die Antwort von Benz. Das Gremium einigte sich einstimmig darauf, den Planungsauftrag zu erteilen und damit die Voraussetzung für eine Beantragung von Fördermitteln im kommenden Jahr zu schaffen.

Fußgängerbrücke am Bahnhof soll regelmäßiger besichtig werden

Die Vielzahl an Bauvorhaben und die gewaltigen Summen, die regelmäßig genehmigt werden, bereiten offenbar etlichen Mitgliedern des Gemeinderats Sorgen. Ebenfalls auf der Tagesordnung war erneut die Sanierung der Fußgängerbrücke am Bahnhof Orschweier, die in diesem Halbjahr nun in einer „Sparvariante“ erfolgen soll. Rund 684 000 Euro kommen da noch auf die Stadt zu, nachdem rund 142 000 Euro bereits ausgegeben sind. Es müsse darüber nachgedacht werden, ein „System einzurichten“, so Stadtrat Urban Braunstein (Freie Wähler), um nicht mehr von verschleppten Sanierungen überrascht zu werden.

Jährliche Begehungen wären sinnvoll, die Hausmeister müssten einbezogen werden, man könnte in der Stadtverwaltung eine Architekten- oder Ingenieursstelle schaffen, um die Auftragsvergabe nach außen zu reduzieren, so einige der am Montag diskutierten Ideen verschiedener Mitglieder des Gremiums. Mahlberg sei dafür zu klein, die benötigte Expertise zu vielfältig – das könne keiner alleine abbilden. Jährliche Begehungen würden zudem immer „irgendwas“ finden, daraus ergebe sich noch kein Gesamtkonzept, waren hingegen die Einschätzungen des Bürgermeisters.

Info – Gute Nachrichten

Neben den vielen Kosten, die auf die Stadt zukommen, gab es auch Grund zur Freude: Die Kostenrahmen zweier Projekte, für welche die Schlussrechnungen präsentiert wurden, bleiben leicht unter ihren Zielmarken. Der Bau des Hochwasserschutzdamms „Im Grün“ in Orschweier kostete rund 6000 Euro weniger als veranschlagt, bei einem Endertrag von rund 323 700 Euro. Beim Endausbau der Feldstraße in Orschweier waren es rund 19 000 Euro weniger, 1,1 Millionen Euro waren angesetzt gewesen.