Ein riesiges und dennoch grünes Wohn- und Gewerbeprojekt plant „Alb Invest“auf dem Maag-Areal. Foto: Alb Invest/B.Rueck@architektenwolf.de

Es dürfte das größte innerstädtische Bauprojekt seit Jahrzehnten in Ebingen sein: Auf dem Maag-Areal plant „Alb Invest“ mehrere Wohngebäude, ein Restaurant und eine Gewerbeeinheit mit einem Angebot, das in der Innenstadt vielen fehlt.

Wenn es gut läuft, sollen die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen: Dann entsteht auf dem Areal rund um die durch einen Brand zerstörte Villa Maag ein begrüntes, modern bebautes Areal mit vier bis fünf Mehrfamilienhäusern, einem Restaurant zur Schmiecha hin – Yasin Şimşek wünscht sich schon lange ein Steak-Restaurant in Albstadt und eine Gäste-Terasse am Wasser – sowie einer Gewerbeeinheit: dort, wo die ausgebrannte Villa Maag noch steht.

 

Das Gebäude war am 10. Mai durch zündelnde Jugendliche ausgebrannt – eigentlich hatte Şimşek es zu einem Restaurant ausbauen wollen. Inzwischen hat es den Denkmalschutz verloren und wird – wie die beiden großen Gebäude entlang der Gottlob-Hummel-Straße und der Schmiechastraße – abgerissen.

Wohnungen in allen erdenklichen Varianten

Seit anderthalb Jahren planen Yasin Şimşek und Gökhan Korkmaz von „Alb Invest“ mit ihrem Architekten Jörg Wolf aus Backnang die Gebäude – mit hervorragender Unterstützung des Albstädter Baudezernats; das zu betonen ist Şimşek wichtig.

Ob vier oder fünf Mehrfamilienhäuser entstehen werden, steht noch nicht abschließend fest und somit auch noch nicht die genaue Zahl der Wohnungen.

Parkplatz und Tiefgarage bieten Stellfläche. Foto: Alb Invest/B.Rueck@architektenwolf.de

Zwischen 80 und 95 werden es sein, und zwar in allen denkbaren Varianten – zwischen 45 und 100 Quadratmetern, zur Miete und zum Kauf, mit ebenerdigem Zugang zum Grünen oder Balkon.

Und auf jedem fünf- bis siebengeschossigen Gebäude, errichtet in Holz-Hybrid-Bauweise mit nachhaltigen Dämmstoffen an der Fassade, werden zwei Penthouse-Wohnungen sein – und die Dächer zudem begrünt.

Für die Gewerbeeinheit in der Mitte schwebt den Projektpartnern ein Lebensmittelgeschäft vor – kein Gemüseladen, sondern ein kleiner Supermarkt. „Weil das in der Innenstadt fehlt“, wie Şimşek betont. „So können Kunden zu Fuß, aber auch mit dem Auto, zum Einkaufen kommen – Parkplätze wird es genügend geben.“

Alle Wohnungen werden seniorengerecht und barrierefrei sein, verspricht der Bauherr – auch die kleinen: Bodengleiche Duschen, breite Türen, Echtholzparkett, Fußbodenheizung, Platz für eine Waschmaschine und eine Video-Sprechanlage sind für alle Wohneinheiten vorgesehen.

Die Lokalpatrioten wollen Albstadt noch schöner machen

Ein Boden-Gutachten für das einstige Fabrikareal liegt laut Yasin Şimşek schon vor, und in Punkto Recycling hat er bereits Gespräche mit Alexander Korn, Geschäftsführer von Korn Recycling, geführt.

Warum investieren Yasin Şimşek und Gökhan Korkmaz so viel Geld in der Ebinger Innenstadt? „Wir haben hier in Albstadt alles – uns fehlt nichts“, betont Şimşek, der in Ebingen aufgewachsen ist und mit seiner Familie dort lebt, obwohl er im ganzen süddeutschen Raum beruflich unterwegs ist.

Zwischen den Gebäuden darf die Stadt atmen. Foto: Alb Invest/B.Rueck@architektenwolf.de

Er kennt die Staus in München, die schlechte Luft in Stuttgart – und wundert sich über jeden Großstädter, der über zu hohe Mieten klagt, aber trotzdem nicht aufs Land zieht. „Die Möglichkeit zum Homeoffice hat aber schon viele bewegt, hierher zu kommen“, freut sich Şimşek.

Für sie wollen er und sein Schwager und Geschäftspartner Wohnraum schaffen, aber auch für Albstädter, die umziehen wollen. Dass mit der Neubebauung ein seit Jahren brach liegendes Areal verschwindet, freut Şimşek überdies: „Ich bin Albstädter und möchte, dass es schön ist bei uns“, betont der Lokalpatriot, der Albstadt für die schönste Stadt im Zollernalbkreis hält – da duldet er keinen Widerspruch.