Schmale Holzbrücken wie diese sind auf dem "Schnakenpfad" ein Hingucker – jedoch für Kinderwagen ungeeignet. Foto: Messmer

Westlich von Meißenheim schlängelt sich der "Schnakenpfad" durch den Rheinwald. Die Wanderstrecke ist mit seiner beeindruckenden Natur ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Die LZ hat den Weg genauer unter die Lupe genommen.

Meißenheim - Der "Schnakenpfad" bei Meißenheim verspricht eine einzigartige Natur und Abkühlung an heißen Sommertagen. Der Name mag auf manche abschreckend wirken, stammt er doch von den nervigen, stechenden Insekten, die die Menschen im Sommer oft plagen. Lilli Messmer hat sich für die Lahrer Zeitung auf den Pfad ins Grüne begeben – und ist stichfrei davongekommen.

Die Lage

Der Pfad befindet sich im hinteren Teil von Meißenheim, neben dem Rheinwald. Nach einer kleinen Fahrt durch Meißenheim kommt man an der Schollenhütte an. Dort findet man genügend kostenfreie Parkplätze.

Der erste Teil

Die komplette Strecke beträgt sechs Kilometer. Aus- und Eingangspunkt für die Wanderung ist die Schollenhütte. Von dort geht es nach wenigen Metern rechts über den Damm. Das dort angebrachte Schild "Wanderpfad" (Elzpfad) zeigt in den Rheinwald, der sich entlang des durchgehenden Altrheinzugs schlängelt bis hin zur Furt. Ein kleiner Freisitz direkt am Altrheinarm lädt zu einer kurzen Vesperpause ein. Außerdem gibt es während der Strecke mehrere Brücken zu überqueren. Der "Langelochweg" führt in den "Lochenschollenweg" und endet an der Gänsweidbrücke. Dort befindet man sich nahe der Gemarkungsgrenze zum Nachbarort Ottenheim. Je nach Witterung und Jahreszeit versperrt hier das Wasser den Weg, sodass man zurück gehen muss bis zum Tulladamm.

Der zweite Teil

Auf dem Damm geht es weiter bis zur Gänsweidstraße, danach wieder hinunter in den Rheinwald, vorbei an dem "Pfahl", wo sich bis ins 19. Jahrhundert hinein Menschen aus Meißenheim Richtung Straßburg eingeschifft haben. Manche, um dort auf dem Markt ihre Waren zu verkaufen, andere um dem Ort endgültig auf Wiedersehen zu sagen und auszuwandern. Von dort aus kommt man wieder zurück bis zur Schollenhütte. Man braucht keine Angst vor dem Verlaufen zu haben, denn die komplette Strecke ist mit Schnaken-Schildern ausgewiesen. Außerdem erfährt man während des gesamten Wegs durch Infotafeln mehr über die Geschichte des Rheinwaldes.

Das Erlebnis

Es kam mir fast vor wie im Dschungel, als ich in den Auenwald eintauchte. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, den Alltag komplett hinter sich zu lassen und die Natur auf sich wirken zu lassen. Mit anderen Worten: Ich bin begeistert von der Erlebniswanderung an den Rheinauen. Allein schon der fulminante Start mit der Holzbrücke und der drauf folgende schmale Pfad ist die Anfahrt wert gewesen. Die Wanderung ist außerdem abwechslungsreich, mal laufe ich mitten im "Urwald", wenige Minuten später auf etwas breiteren Waldwegen und zu guter Letzt noch direkt am Rhein. Eine richtig schöne Kombination aus Natur, Wildnispfad und Spaß am Wandern für die ganze Familie.

Tipps für die Wanderung

Während meiner Wanderung sind mir glücklicherweise keine Schnaken begegnet. Gegen Sonnenuntergang soll es heftiger zugehen, deshalb sollte man sich zur Vorsicht vorher mit Schnakenspray einsprühen. Außerdem sollten Wanderer sich mit Sonnencreme eincremen, denn auf dem Teilstück am Rhein gibt es keinerlei Schatten. Gerade an heißen Sommertagen wird einem an dieser Stelle schnell warm. Der Pfad ist nicht für Kinderwagen geeignet. Speziell bei den Brücken wird es für etwas breitere Kinderwagen sehr schwierig, sie zu überqueren.