Mathias Koschel – im Internet eher bekannt als Matse – posiert vor seinem Mini, der 1988 gebaut wurde. Foto: Koschel

Mathias Koschel – auch Matse genannt – hat eine besondere Beziehung zu seinem Wagen. Das britische Auto hat er von seinem Vater, der begeisterter Fan des Kleinwagens ist.

„Ich mache nur Quatsch und habe viel Spaß dabei“, so beschreibt der Offenburger Mathias Koschel seinen Internetauftritt. Während andere in seinem Alter auf der Plattform Instagram vor ihren modernen und teuren Autos posieren, stellt der 24-jährige Videos mit seinem Mini online – und hat damit Erfolg. Dieser ist Baujahr 1988 und war ein Geschenk seines Vaters zum Abitur.

 

Die Liebe zu diesem Modell fing jedoch viel früher an: „Mein Vater ist begeisterter Kfz-Mechaniker und hat einen Mini, seit er 19 ist“, erzählt Koschel. Ihm sei die Liebe zum Mini sozusagen in die Wiege gelegt worden, „ich bin mit ihnen aufgewachsen und kenne nichts anderes“. Seinen Mini habe er 2018 erhalten, der war mit 500 Euro „relativ günstig“. Er investierte mit seinem Vater viel Zeit und Liebe: Der Mini musste umlackiert werden und erhielt einen neuen Motor.

Nach seiner Schulzeit habe er an der Hochschule Offenburg Medien und Informationswesen studiert. Während eines Praktikums in einer Social-Media-Agentur „habe ich bemerkt, was man mit guten Videos schaffen kann“. Das Geld sei zu Beginn der primäre Antrieb gewesen, ebenfalls Videos zu drehen und auf Plattformen wie Instagram oder Tiktok hochzuladen.

Sein bekanntestes Video hat mehrere Millionen Aufrufe

Auf letzterer Seite habe er 2023 einen Account erstellt und erste Videos produziert, die aus heutiger Sicht nicht gut gewesen seien. Dies habe sich geändert, als er sich entschied, seinen Mini in die Videos einzubauen. „Der erste Erfolg war ein Clip, wie ich das Auto anschieben musste, weil die Batterie leer war“, erinnert sich der 24-jährige lächelnd.

Das Ergebnis ließ sich sehen: 700 000 Aufrufe hat das Video auf Tiktok erzielt. Der nächste Meilenstein folgte im September vergangenen Jahres: Der Offenburger erreichte die 10 000 Follower auf Tiktok. „Ab dieser Marke kann man Geld verdienen“, weiß der junge Mini-Fan. Er sei darauf sehr stolz gewesen, gleichzeitig habe er gemerkt, dass ihm die Leidenschaft fehlte.

Diese entfachte er durch neue, kreative Ideen mit seinem Mini. Das bekannteste Beispiel: Sein Video, das ihn Mitte März dieses Jahres beim Parken unter einem Lkw-Aufhänger zeigt. Die Aufrufe betragen etwa drei Millionen auf Tiktok und rund zwei Millionen auf Instagram. „Da habe ich realisiert, dass ich beides machen kann: Geld verdienen und meiner Leidenschaft nachgehen“, blickt Koschel zurück.

Auch der SWR war wegen des Minis zu Besuch

Durch dieses Video habe er viele Follower dazugewonnen und war „Feuer und Flamme“. Das Geld wurde immer unwichtiger, denn „ich möchte Spaß haben und Spaß verbreiten“, so die Botschaft des 24-jährigen. Die Suche nach neuen Ideen sei nicht leicht, da die Messlatte durch vorherige Erfolge hoch sei. Die Qualität der Videos möchte er optimieren, dazu schaue er Podcasts auf Youtube und informiere sich über wichtige Parameter, die auf seine Videos übertragbar seien.

Wie steht der Vater zum Erfolg des Minis im Internet? „Er findet es sehr cool, dass ich ihn dafür benutze“, freut sich Koschel. Er halte sich bei den Videos aber im Hintergrund. Ausnahme sei der Dreh des SWR gewesen, bei der die Familie daheim besucht wurde. Dies habe ihm gezeigt, dass das Interesse an seiner Person und dem Mini deutlich gestiegen sei.

„Am verrücktesten finde ich, dass mich Leute in Offenburg ansprechen, weil sie mich erkennen“, gibt Koschel zu. Das sei ungewohnt für ihn. Selbst auf einem Festival habe eine Person gefragt, „ob ich nicht der mit dem Mini bin“. Teilweise werde er auch gefragt, Kaufberatung zu machen, obwohl er eindeutig kein Experte sei.

Das Auto ist schwer zu ersetzen

Der Mini habe einen großen emotionalen Wert für ihn, bekräftigt der 24-jährige. Für ihn ist klar: „Ich würde ihn nie verkaufen!“ Mittlerweile sei er 35 000 Kilometer mit dem Kultfahrzeug gefahren. Etwa alle 1000 Kilometer müsse er etwas austauschen oder reparieren, mal sei ein Gummi abgerissen oder eine nasse Zündkerze mache Probleme.

„Ich hoffe, dass der Mini nie zum Sonntagsauto wird und möchte noch lange mit ihm fahren“, wünscht er sich. Es sei schwierig, einen Ersatz zu finden, aber er habe einen Favoriten im Kopf: der Alfa Romeo Julia Bertone Coupe aus dem Jahr 1975. Woher kommt diese Affinität? „Es gibt heutzutage so viele neue Pkw’s, aber in unserer Welt fehlen die älteren kleinen Autos“, ist sich Koschel sicher.

Er übernimmt viele Freelancer-Jobs für Firmen, bei denen er Videos schneiden und bearbeiten muss. Sein großes Ziel sei es, „mit Tiktok allein mein Geld zu verdienen“, erhofft sich der 24-jährige. Dafür wolle er am liebsten jeden Tag ein Video posten, dies sei aber nicht immer möglich. Das Erfolgsrezept solle weiterhin aus Spaß und Lockerheit bestehen, denn „damit erreicht man alle Zielgruppen“. Er könne sich auch nicht vorstellen, Videos auf Englisch zu produzieren, da die Authentizität darunter leiden würde.

Der Mini bleibt das wichtigste auf seinem Kanal

Der junge Offenburger hat auch ein paar Ideen im Kopf, die nichts mit dem Mini zu tun haben. Beispielsweise wolle er ein Motorrad im Detail nachbauen. Auch persönliche Inhalte könne er sich vorstellen, bei dem er im Mittelpunkt stehe. Dennoch sei das Auto weiterhin der Hauptinhalt seiner Kanäle.

Die Internetpromis

Unsere Serie
„Ortenauer Internetpromis“ stellt Menschen aus der Region vor, die in den sozialen Medien bekannt geworden sind. In Porträts zeigen wir, was sie und ihre Arbeit ausmacht.

Auf Instagram
findet man Mathias Koschel unter @ichbinmatse (etwa 46 900 Follower)

Auf Tiktok hat er denselben Namen (etwa 50 300 Follower)