Das markante Dach aus Schieferplatten ist mit ein Markenzeichen der Lukaskirche in Oberreichenbach. Foto: Buck

Ein Jubiläum absagen, von dem keiner weiß? Klingt zwar skurril, ist nun aber in Oberreichenbach geschehen. Die evangelische Kirchengemeinde Altburg-Oberreichenbach hatte ein großes Fest geplant. Doch kurz vor der Veröffentlichung kam Corona.

Oberreichenbach - "Es war alles eingetütet", blickt der Oberreichenbacher Kirchengemeinderat (KGR) Thomas Seyfried auf den März 2020 zurück. Eigentlich hatte man da schon alles in trockenen Tüchern für das große Fest. Denn die Lukaskirche in Oberreichenbach steht im Jahr 2020 seit 50 Jahren – und deshalb waren große Feierlichkeiten geplant.

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"Die Straßensperrung war schon beantragt, das wäre nur noch eine finale Mail gewesen", erklärt Anneliese Schraft, wie weit die Vorbereitungen schon gediehen waren. Auch das Essen war bereits bestellt, die Helferlisten fertig.

Doch dann kam die Corona-Welle und überspülte sämtliche Planungen gnadenlos. Als man sah, dass die Inzidenz weiter gestiegen sei, habe man die Aktion abgeblasen. Eigentlich war das Festwochenende vom 26. bis 28. Juni 2020 geplant gewesen. "Das wäre dann zu dem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr erlaubt gewesen", meint Seyfried mit Blick auf die harschen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Virus.

Danach entschied man sich, wie so viele Vereine und andere Veranstalter, das ganze Programm einfach in das Jahr 2021 zu übertragen. Doch auch jetzt wurde klar: An diesem Wochenende hätte das geplante Programm nicht durchgezogen werden ­können.

"Wollten das Jubiläum nicht verballern"

Klar, räumen die vier KGRs beim Pressegespräch in der Kirche ein, man hätte alles mit einer abgespeckten Version Corona-konform machen können. "In die Kirche hätten wir dann aber nur 25 bis 30 Leute bekommen mit dem nötigen Abstand", meint Seyfried und stellt klar: "Wir haben in diesem Jahr gleich gesehen, dass das keinen Wert hat." Außerdem wolle man das Jubiläum nicht für eine kleine Veranstaltung "verballern", lieber noch mal warten und dann möglicherweise zum 55-jährigen Bestehen der 1970 eingeweihten Kirche ein großes Fest schmeißen.

2025 ist das dann der Fall. Einerseits ist man natürlich enttäuscht, dass all der Aufwand für die Katz’ war, andererseits, meint Seyfried, hat man das ganze Konzept nun fix und fertig in der Schublade liegen – wie schon seit gut einem Jahr: "Das müssen wir dann nur noch rausziehen, wenn es soweit ist."

Ob man das Programm dann ähnlich pompös plant, wie es in 2020 angedacht war, steht laut den vier Kirchengemeinderäten noch in den Sternen. Die Ehrengäste wie Bürgermeister Karlheinz Kistner oder auch Dekan Erich Hartmann sind wohl auch im Jahr 2025 gesetzt.

Ansonsten war neben einem musikalischen Abend am Freitag in der Kirche auch noch ein Sandmännchen-Abend am Samstag geplant – unter dem Motto "von Kindern für Kinder" hätte man Lieder und Geschichten für die kleinsten Gemeindemitglieder angeboten.

Blick geht nach vorne

Sonntags wäre der Auftakt natürlich ein Festgottesdienst gewesen, gefolgt von Trachtengruppen, Betrieb im Festzelt und vieles mehr. Auch das Altburger Dance-Movement hätte eine Einlage beigesteuert. Doch all die Pläne konnte sich die Kirchengemeinde wegen der Corona-Pandemie in die Haare schmieren. Jetzt hoffen Seyfried und Schraft mit ihren KGR-Kollegen Michaela Rentschler und Jürgen Kappler auf eine Besserung der Corona-Lage. Spätestens 2025 wird es dann zum 55-jährigen Bestehen der Lukaskirche einen neuen Anlauf geben.

Es wäre das zweite große Fest, nachdem 2012 zur Einweihung des Anbaus schon mal kräftig gefeiert wurde. Jetzt aber geht der Blick nach vorne: "Wir wollen das nicht aus den Augen verlieren und ein großes, angemessenes Fest machen."