Landrat Günther-Martin Pauli, Kreisbrandmeister Stefan Hermann und DRK-Kreisvorsitzender Heiko Lebherz begutachten in der Leitstelle Zollernalb die Rettungshubschrauber per Echtzeitortung. Foto: Lebherz

Für ein Luftrettungszentrum stünden im Kreis mehrer Standorte zur Verfügung. Dies betonen das Kreis-DRK und das Landratsamt in einem Schreiben ans Innenministerium.

Balingen - In einem öffentlichen Brief ans Innenministerium Baden-Württemberg haben Landrat Günter-Martin Pauli und der DRK-Kreisvorsitzende Heiko Lebherz mehrere mögliche Standorte für ein neues Luftrettungszentrum im Zollernalbkreis genannt. Es gebe Optionen, bei denen quasi sofort der Betrieb beginnen könnte.

Genannt werden diese Standorte:  der genehmige Landeplatz für das Zollernalb-Klinikum in Balingen, für den nur eine Änderung der luftfahrtrechtlichen Genehmigung erforderlich wäre,

 Gewerbegebiet Bisingen Nord an der B 27. Dort sei im Bebauungsplan bereits ein Landeplatz vorgesehen, der luftfahrtrechtlich noch genehmigt werden müsste,

 der genehmigte Landeplatz bei Trigema in Burladingen in räumlicher Nähe zum in der Struktur- und Bedarfsanalyse für die Luftrettung geprüften Alternativstandort Gammertinen. Der Betreiber und Eigentümer habe seine Unterstützung zugesichert, so dass sofort der Betrieb aufgenommen werden könnte.

Wannweil lehnt ab

In ihrem Schreiben beziehen sich Pauli und Lebherz auf diese Analyse und darauf, dass die Gemeinde Wannweil (Kreis Reutlingen) die Stationierung eines Rettungshubschraubers abgelehnt habe. Die Analyse zur Luftrettung in Baden-Württemberg sehe für die Raumschaft vor, den Rettungshubschrauber Christoph 41 von Leonberg in den Bereich Tübingen/Reutlingen zu verlegen. Dadurch würde man im Zollernalbkreis eine schnellere Eintreffzeit erhalten, die bestehende Lücke im Bereich Burladingen und angrernzend in den Kreisen Reutlingen und Sigmaringen würde dadurch "endlich" abgedeckt.

Man habe, so heißt es weiter, auf eine zeitnahe Umsetzung der Ergebnisse des Gutachtens gesetzt. In einem Schreiben an Minister Thomas Strobl habe man am 27. November 2020 mehrere Möglichkeiten zur Stationierung eines Hubschraubers auf der Zollernalb dargelegt. Die Antwort sei gewesen, dass das Regierungspräsidium Tübingen mit der Umsetzungsbewertung beauftragt worden sei.

Problematische Situation

Nun, so Pauli und Lebherz, entstehe eine Situation, in der sich die im Gutachten genannte Achse Reutlingen/Tübingen für einen Rettungshubschrauber problematischer darstelle. Der Standort Wannweil werde abgelehnt. Ein Standort auf dem Dach der Berufsgenossenschaftlichen Klinik in Tübingen sei enorm kostspielig: "Daher bitten wir darum, bei der Standortsuche den Horizont zu erweitern."

Standort auf der Zollernalb

Neben der Verlegung bestehender Standorte habe man auch darum gebeten, einen weiteren Hubschrauber im Bereich in der bisherigen Versorgungslücke zu stationieren. Für diese Option würde mehrere Punkte sprechen, unter anderem die Kosten im Vergleich zur Verlegung und damit den Neubau zweiter Standorte und die Flugbeschränkungsgebiete Übungsplatz Heuberg und Flughafen Stuttgart. Zudem stünden im Kreis Standorte zur Verfügung, die sofort nutzbar wären (siehe oben).

Das Ergebnis der Analyse, so Pauli und Lebherz, sei grundsätzlich zu begrüßen. Die Situation für den Zollernalbkreis werde sich voraussichtlich verbessern, weshalb "wir an der unverzüglichen Umsetzung interessiert sind". Bisher sei man in dem Verfahren aber zur Untätigkeit verdammt.

Grundsätzlich gehe es nicht darum aus Prestige einen Rettungshubschrauber zu stationieren, sondern durch eine geschickte Zusammenarbeit hinsichtlich der viel versprechenden Standortmöglichkeiten unter Umständen ein sinnvolles Ergebnis zu erzielen.