Um eine kurze Radweglücke bei Nagold schließen zu können, muss einiges an Aufwand betrieben werden. Der Grund: Die Strecke führt ein kleines Stück durch den Wald.
Gut Ding will Weile. So gesehen müsste das letzte Teilstück der Radverbindung von Vollmaringen in Richtung Wolfsberg zu einer Pracht-Allee werden – so lange wie die Forderung schon im Raum steht.
Dabei scheint die Sache für den Laien doch recht simpel zu sein: Der Radweg sollte von Vollmaringen aus eben einfach parallel zur K 4345 weiterführt werden – bis zum Kreisel und darüber hinaus in Richtung Nagolder Industriegebiet Wolfsberg und dem Wohngebiet Oberer Steinberg.
Der politische Wille zu diesem „Lückenschluss“ besteht schon lange. Und 2026 könnte es tatsächlich so weit sein. Zumindest im Haushaltsplan sind Mittel für das Projekt eingeplant: 230 000 Euro.
Der Radweg führt durch städtischen Wald
Der Aufwand, der für den kleinen „Lückenschluss“ betrieben werden muss, ist aber immens. Denn ein Teilstück des Radwegs wird durch einen städtischen Wald führen.
Die Folge: Für die betroffenen rund 600 Quadratmeter Wald, muss ein offizielles Waldumwandlungsverfahren absolviert werden. Darauf hatte das Landratsamt im Sommer vergangenen Jahres hingewiesen. Den entsprechenden Antrag auf Änderung der Waldflächen stimmte der Gemeinderat noch Ende des Jahres 2025 zu. Das Umwandlungsprozedere kann beginnen.
„Leute, macht doch irgendwo eine Bagatellgrenze“
„Wegen rund 600 Quadratmeter Waldfläche braucht es ein Waldumlegungsverfahren“, schüttelte Nagolds OB in der Sitzung des Gemeinderats den Kopf. Und er fügte an: „Leute, macht doch irgendwo eine Bagatellgrenze.“
Denn Nagolds OB erörterte, dass der Aufwand, den solch ein Verfahren mit sich bringe, offensichtlich immens ist. Für den Lückenschluss des Radwegs würden „die gleichen Maßstäbe angesetzt, wie wenn wir ein Viadukt durch den Wald bauen würden“.
Nur gut, dass sich alle Beteiligten wenigstens in der Sache einig sind. So soll eine durchgehende „sichere und attraktive Radwegverbindung“ zwischen Vollmaringen und dem nördlich gelegenen Kreisverkehr entstehen.
Eine sinnvolle Alternative fanden die Planer nicht
Die Waldfläche, die für den Radweg umgewandelt werden soll, befindet sich im Besitz der Stadt Nagold. Eine sinnvolle Alternative zu der gewählten Strecke fanden die Planer nicht.
Die Baumaßnahme sei „dringend erforderlich, da der Radwegeabschnitt im Rahmen des Gesamtwegenetzes nur durch den Lückenschluss seine verkehrliche Funktion erfüllen kann“, heißt es in der Drucksache zu dem Waldumwandlungsantrag. Nur so werde eine „direkte und sichere Verbindung geschaffen“, ohne Umwege und „ohne weitere, zusätzliche Flächenversiegelungen oder Beeinträchtigungen bestehender landwirtschaftlicher Nutzungen“ hervorzurufen.