Das Burg-Picknick kam 2024 gut an. 2025 aber wurde auf diese und andere Veranstaltungen verzichtet. Foto: Thomas Fritsch

Keine Märchenzeit, kein Burg-Picknick, keine Spielemesse: Bei ihren Veranstaltungen bewies die Stadt Nagold 2025 Mut zur Lücke. Auch 2026 wird auf Etabliertes verzichtet. Warum?

Einige mehr oder weniger gesetzte Veranstaltungen der Stadt Nagold suchte man im vergangenen Jahr vergebens im Veranstaltungskalender – vor allem eigene städtische Events auf der Burgruine Hohennagold gab es nicht.

 

So wurde weder zur Märchenzeit noch zu den Burg-Picknicks mit stimmungsvollen Live-Auftritten eingeladen. Da steht die Frage im Raum: Hat die Stadt die Burgruine womöglich als Event-Location aufgegeben?

Weiter gab es im vergangenen Jahr auch keine Auflage der herbstlichen Spielemesse – einer Veranstaltung, die eigentlich seit vielen Jahren immer für eine volle Stadthalle gesorgt hat. Auch hier stellt sich die Frage, warum?

Die Burgruine bleibt ein städtischer Veranstaltungsort

Die gute Nachricht: Offensichtlich hat die Stadt Nagold die Burgruine Hohennagold weiter als Veranstaltungsort im Blick. Alles andere hätte auch verwundert, schließlich gehört die Hohennagold zu den touristischen Hauptattraktionen.

„Wir haben das letzte Jahr bewusst genutzt, um das Konzept für künftige Burgveranstaltungen auszuarbeiten, um neue Highlights zu setzen“, heißt es auf Anfrage der Redaktion aus dem Rathaus.

Am 5. und 6. September wird zur Traumzeit eingeladen

Nagolds Pressesprecherin Julia Glanzmann konkretisiert: „Dieses Jahr gehen wir mit der Traumzeit an den Start, die am 5. / 6. September 2026 stattfinden wird.“

Zu der neuen Veranstaltung auf der Burg verrät sie: „Bereits in der Vergangenheit fand die Märchenzeit statt – mit Märchenerzählerinnen und Märchenerzählern und einer stimmungsvollen, märchenhaften Atmosphäre, inklusive eines Rapunzel-Zopfes, der aus dem Turmfenster hing, und eines Drachen, der über die Burg zog.“

Die Traumzeit knüpft an die Märchenzeit (Foto) an. Foto: Sebastian Bernklau

An diese Idee knüpft die Traumzeit an. „Auch diese Veranstaltung richtet sich insbesondere an Familien und Kinder und lädt mit zauberhaften Figuren und magischen Welten zum Entdecken ein“, so Glanzmann.

2026 gibt es wieder eine Spielemesse

Geplant sind unter anderem „Stelzenläufer, Artisten, verwunschene Bäume, Geschichtenerzählerinnen und Geschichtenerzähler sowie Zauberinnen und Zauberer“. Es werde also viel zu sehen und zu erleben geben. Weiter teilt die Stadt mit: „Die Besucherinnen und Besucher sollen über das gesamte Burggelände von Traum zu Traum wandeln können, ergänzt durch interaktive Angebote für Kinder“.

Dass es 2025 keine Spielemesse gab, soll dagegen eine Ausnahme bleiben. „Die Spielemesse findet in diesem Jahr wieder statt“, so Glanzmann. Der Ausfall im vergangenen Jahr habe „ressourcentechnische Gründe“ gehabt.

Die Stadt verzichtet in diesem Sommer auf Auf Street’N Art

Eine andere etablierte Nagolder Veranstaltung der Stadt fällt dagegen aus. 2026 wird es kein Street’N Art geben. Die eintägige Veranstaltung auf dem Longwyplatz wurde immer mit großem Aufwand organisiert, auch die verpflichteten Acts aus der Kleinkunst- und Akrobatenszene legten sich mächtig ins Zeug.

Doch vor allem in den letzten zwei Jahren blieb der Besucheransturm deutlich unter den Erwartungen, was zumindest 2025 auch der Hitze auf diesem schattenlosen Platz geschuldet gewesen sein dürfte.

Die Hitze machte Street’N Art im vergangenen Jahr schwer zu schaffen. Foto: Thomas Fritsch

Nur vage äußert sich die Stadt Nagold zur Zukunft von Street’N Art. „Es sollen neue Dinge ausprobiert werden“, heißt es. 2026 aber noch nicht – für 2027 sei eine neuartige Veranstaltung geplant. „Das alles bedarf einer gewissen Vorlaufzeit“, erörtert Nagolds Pressesprecherin.

Der Longwyplatz bekommt den Grünen Himmel

Als Veranstaltungsort dürfte aber auch in Zukunft am Longwyplatz festgehalten werden. Die große gepflasterte Freifläche, auf der im Winter auch die Eisbahn stattfindet, ist im Sommer zwar schattenlos, und die Sonne brennt erbärmlich auf das Gelände, doch genau hier setzt ja das Projekt „Grüner Himmel“ an.

Der Longwyplatz bekommt noch in diesem Jahr ein an großen Pfosten gespanntes Netz als Dach verpasst, das von verschiedenen Pflanzen begrünt werden soll, bis sich eines Tages über den gesamten Platz ein schattenspendender Grüner Himmel spannt.