Der Verpackungsmüll landet auch in den angrenzenden Gärten. Foto: Beyer

Viele Schüler gehen in der Pause zum nächsten Supermarkt, um sich etwas zu Essen zu holen. Das Problem: Oftmals landet der Verpackungsmüll einfach auf der Straße statt im Mülleimer. Der Ärger bei den Anwohnern ist groß. Das Thema beschäftigte nun sogar den Freudenstädter Gemeinderat.

Seit Jahren kämpft Freudenstadt mit dem Ärgernis, dass Straßen und Plätze zunehmend vermüllt werden. Bisher standen vor allem die Umgebung der Altglascontainer und das regelmäßig wiederkehrende Drama rund um die Sperrmüllabholung im Zentrum der öffentlichen Debatte.

 

Doch während zumindest beim Sperrmüll nun von Seiten des Landkreises nachgebessert werden soll, hat sich mittlerweile offenbar ein neues Problem entwickelt: die Vermüllung von Schulwegen. So nutzte eine Anwohnerin der Ludwig Jahn Straße die Bürgerfragestunde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, um die Verwaltung auf das rücksichtlose Verhalten einiger Schüler aufmerksam zu machen.

„Die Schüler sind nicht fähig, ohne Essen den Schulweg zu laufen“, schimpfte die Anwohnerin. Dabei werde von den Schülern viel Müll auf die Straße geworfen. Die Frau wollte daher wissen, ob das Ordnungsamt da möglicherweise mal ein paar Bußgelder aussprechen könnte.

Zunehmendes Problem

Dass immer mehr Abfall im öffentlichen Raum landet, wollte auch Oberbürgermeister Adrian Sonder nicht kleinreden. „An einigen Orten in Freudenstadt ist die Müllthematik sichtbar ein Problem geworden“, gestand Sonder ein. So hätten ihm auch Mitarbeiter des Baubetriebsamts berichtet, dass die Vermüllung immer mehr zunehme.

Daher habe die Stadt nun Plakate aufgehängt, um die Öffentlichkeit für das Problem zu sensibilisieren. Doch Sonder gibt zu: „Mir ist bewusst, dass damit das Problem nicht gelöst ist.“ Es gehe aber eben darum, mit Hinweisen einzuschreiten, um eine Verhaltensänderung zu bewirken.

Bürgermeister Wolfgang Fahrner schlug vor, zu schauen, welche Schüler entlang der betroffenen Straße unterwegs seien. Dann könne die Verwaltung die zuständigen Schulleiter ansprechen, damit die Schulen ihre Schüler für das Problem sensibilisieren können.

Dass in dem Fall das Ordnungsamt viel ausrichten könnte, glaubt Fahrner aber nicht. „Das ist personell nicht in der Lage, dauernd vor Ort zu sein.“ Das bestätigte auch Sonder: „Wir haben keine Müllpolizei wie in Pforzheim.“ In Pforzheim sei aber eben auch die Verwaltung größer, dort gebe es andere Kapazitäten im Vollzugsbereich.

Ordnungsamt machtlos

Ordnungsamtsleiter Christoph Gerber wies anschließend noch auf ein anderes Problem hin: Gerade wenn es um jüngere Schüler gehe, könne der Vollzugsdienst nichts ausrichten. Schließlich müsse sich das Ordnungsamt an rechtsstaatliche Grundsätze halten. „Das Thema Sensibilisierung scheint in solchen Sachen der sinnvollere Ansatz zu sein“, meinte Gerber.

Nun wollte die Anwohnerin aber wissen, ob man nicht auch auf die Supermärkte zugehen könnte, damit diese den Verkauf von To-go-Produkten mit viel Verpackungsmüll einschränken.

Doch auch hier sah Sonder keine große Hoffnung: „Das einzige, was man bei dem Thema tun kann, ist ein Appell.“ Denn: „Das würde über unseren Wirkungskreis hinausgehen, da wirklich tätig zu werden.“ Sprich: Sonder sieht hier wenn überhaupt höhere staatliche Stellen in der Verantwortung.