Lehrerin Birgit Nolting ist überzeugt, dass mit einem professionalisierten Schülerlotsenkonzept die Sicherheit des Schulwegs der Kinder zur Hüfinger Lucian-Reich-Schule deutlich steigt. Foto: Rainer Bombardi

Lehrerin Birgit Nolting sieht Gefahren für die Schüler und initiierte bereits einen Test mit Schülerlotsen. Die SPD regt ein Konzept zusammen mit der Verkehrswacht an.

Der Gemeinderat beschäftigt sich in einer seiner nächsten Sitzungen mit der zunehmend brenzligen Verkehrssituation an der Lucian-Reich-Schule. Auslöser ist ein Antrag der SPD-Fraktion, der die Verwaltung beauftragt, in Kooperation mit der Verkehrswacht und der Schulverwaltung ein detailliertes und nachhaltiges Schülerlotsen-Konzept zu erarbeiten.

 

Der Antrag ist eine Konsequenz aus dem von Lehrerin Birgit Nolting nach den vergangenen Sommerferien initiierten Konzept, in dem die Schüler ihrer Klasse als Schülerlotsen die Verkehrssicherheit ihrer Mitschüler deutlich verbesserten. SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell appellierte, den Erfolg dieses Konzepts zur Erhöhung der Sicherheit auf den Schulwegen nachhaltig im Schulalltag zu verankern.

Der Antrag ihrer Fraktion sieht zudem vor, dass die Erarbeitung mit Unterstützung der Verkehrswacht erfolgt. Die Prüfung und Realisierung weitergehender Maßnahmen, welche die Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen, wird dadurch erleichtert.

Positiv für das Schulklima

Ein weiterer Vorteil eines dauerhaften Verkehrshelfer-Programms ergibt sich zudem aufgrund eines dadurch entstehenden gesteigerten Verantwortungsbewusstseins der Schüler, das sich positiv auf das Schulklima auswirkt. Der Antrag verweist darauf, dass dank der Einbindung der Verkehrswacht zusätzliche fachliche Expertisen und bewährte Strukturen genutzt werden können. Eine professionelle Begleitung des Projekts vereinfache auch seine weitere Entwicklung, heißt es.

„Es war eine spontane Idee“

Als Bürgerin war vor Ort auch Birgit Nolting anwesend, die mit ihrer Schülerlotsen-Initiative das Bewusstsein für die Verkehrssicherheit an der Lucian-Reich-Schule in den Fokus rückte. „Zu Schuljahresbeginn ist mir bewusst geworden, dass die Schüler vielfach an schlecht einsehbaren Stellen die Fahrbahn kreuzen müssen“, betonte sie. Besondere Hinweisschilder im Bereich der Lucian-Reich-Schule gebe es nicht. „Es war eine spontane Idee, die Schüler meiner Klasse als Lotsen einzusetzen, die ihren Mitschülern den Weg über die Straße weisen“, informierte Birgit Nolting.

Jeder Lotsendienst erfordert den Einsatz von zwei bis drei Kindern. Das Projekt sei zwar interessant, aber auf diese Weise auf Dauer nicht zu halten, ergänzte Nolting. Ihrer Meinung nach lohnt es sich, die Gefahrenstellen, welche sich aufgrund der Verkehrssituation ergeben, mit fachlicher Unterstützung zu inspizieren und das Lotsenkonzept zu professionalisieren. Zudem hofft sie, dass entsprechende Hinweisschilder auf die Gefahrensituation die Verkehrssicherheit erhöhen. Birgit Nolting zeigte sich zudem enttäuscht vom Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer, darunter auch Eltern, die kein Verständnis für die Lotsen zeigen und ausschließlich die Uhr im Blick haben.

Bürgermeister Haas und Gemeinderat unterstützen

Bürgermeister Patrick Haas befürwortet ebenso wie der Gemeinderat die weitere Ausarbeitung des Schülerlotsen-Konzepts und beabsichtigt, das Thema in einer der nächsten Sitzungen in die Beratung einzubringen beziehungsweise über das weitere Vorgehen zu informieren.

Erste Einsätze 1953

Schülerlotsen
Seit 1953 gibt es in Deutschland Schülerlotsen, deren Engagement auf die Initiative verschiedener Institutionen und Partner zurückgeht, zu denen auch die Deutsche Verkehrswacht zählte (DVW). Die DVW ist heute alleinverantwortlich für die Gestaltung des Ausbildungskonzepts und die Ausstattung der Verkehrshelfer mit passender Dienstkleidung. Schulen und Polizei unterstützen sie dabei. Sponsoringpartner ist der Verband der Automobilindustrie.