Louis Hall aus Villingen schloss als Jahrgangsbester ab. Foto: Birgit Heinig

Vom Praktikum zur Meisterleistung – sein berufliche Weg war für Louis Hall nicht von Anfang an klar vorgezeichnet, doch inzwischen ist der 25-Jährige Zahntechniker aus Überzeugung.

Kürzlich schloss er seinen Meisterbrief als Jahrgangsbester ab und blickt optimistisch in die Zukunft.

 

Louis Hall wuchs in Überauchen auf und ging in Klengen zur Schule. 2011 zog die Familie in die Villinger Innenstadt und Louis wechselte auf die Karl-Brachat-Realschule.

Dort stand 2012 im Rahmen der Berufsorientierung (BORS) ein Praktikum auf dem Stundenplan, das sich als wichtiger erster Berührungspunkt mit dem späteren Beruf erweisen sollte. Eine Woche Praktikum absolvierte der Schüler im Zahntechniklabor seines Vaters, der den Betrieb 2006 übernommen hatte.

Sehr anspruchsvoll

Nach dieser kurzen Zeit sei er noch nicht vollständig überzeugt von dem Beruf gewesen, erinnert er sich. Heute kann er das gut nachvollziehen: „In so kurzer Zeit lässt sich kaum erfassen, wie vielseitig und anspruchsvoll die Zahntechnik tatsächlich ist. Viele Abläufe und Zusammenhänge erschließen sich erst mit Erfahrung und tieferem Einblick“, sagt er.

Nach dem Abschluss der Mittleren Reife entschied sich Louis Hall für die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Zahntechniker – und stellte schnell fest, wie vielseitig und anspruchsvoll dieser Beruf ist. Technik und Präzision hatten ihn schon immer interessiert.

Neue Technologien

„Ich informiere mich intensiv über neue Technologien“, sagt er. So erlebte er die fortschreitende Digitalisierung der Zahntechnik hautnah mit und arbeitete sich konsequent in neue Verfahren ein, bis sie im Alltag reibungslos funktionierten.

Inzwischen laufen im Labor viele Prozesse automatisiert ab, die früher reine Handarbeit waren. Dennoch bleibt die Zahntechnik ein Handwerk im klassischen Sinne. Zahnersatz wie Kronen, Brücken, Teilprothesen oder Implantate wird stets individuell gefertigt. „Jeder Patient ist anders“, betont Louis Hall.

Sein Meisterstück

Wie vielseitig der Beruf ist, zeigte sich auch in seinem vierteiligen Meisterstück: eine Totalprothese, eine Kombination aus herausnehmbarer und festsitzender Prothese, eine komplette Keramikfront sowie ein kieferorthopädisches Korrekturgerät. Für diese Arbeiten sowie für den betriebswirtschaftlichen Prüfungsteil erhielt Louis Hall von der Handwerkskammer Freiburg Bestnoten.

In der Geschäftsführung

Trotz seiner bodenständigen Art ist Louis Hall stolz auf diesen Erfolg, denn er „gibt mir Rückenwind für die nächsten beruflichen Schritte“. In die Geschäftsführung des Zahntechniklabors mit neun Mitarbeitenden ist er nämlich bereits eingestiegen und plant, den Betrieb vollständig zu übernehmen.

Dabei möchte er das Labor innovativ weiterführen und den Zahntechnik-Beruf für junge Menschen bekannter und attraktiv machen. „Unser Beruf hat Zukunft“, sagt Louis Hall überzeugt.

Familienbetrieb bildet aus

Umso wichtiger sei es, Nachwuchs für das Handwerk zu gewinnen. Im Familienbetrieb wird jährlich ausgebildet, und Bewerbungen sind jederzeit willkommen. Neben technischem Verständnis brauche es vor allem ein Gespür für Ästhetik.

Täglich gehe es um Zahnfarben und Formen, die zum jeweiligen Patienten passen. Es sei nicht immer einfach, alle Wünsche und Vorstellungen der Patienten umzusetzen, aber genau das und die Suche nach der optimalen Lösung mache den Beruf spannend.

Sorgfalt, Kreativität und die Fähigkeit, technische Probleme lösungsorientiert anzugehen, seien zentrale Eigenschaften für Erfolg in diesem Beruf.

Louis Hall hat seine Entscheidung für die Zahntechnik keinen Moment bereut – im Gegenteil: „Der Beruf eröffnet mir spannende Perspektiven und viele Möglichkeiten, mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.“