Steht die Zwangsräumung des Lotzer-Hauses bevor? Und was würde dann aus den Mietern des Hauses, die wohl teilweise ihre letzte Möglichkeit einer Bleibe in dem „roten Haus“ sehen? Mayk Herzog kündigt nun an zu „liefern“.
Der Besuch von Brandschutz, Feuerwehr und Bauamt im Horber Lotzer-Haus schlug sogar überregional Wellen. SWR-Fernsehen und das Online-Portal tageschau.de berichteten. Ein Film-Team des SWR stattete den Hausbewohnern des umstrittenen Gebäudes einen Besuch ab.
Besonders erstaunlich wirkte für viele die stattliche Anzahl von Bewohnern. „Aktuell wohnen dort über 40 Personen – ohne dass eine hierfür erforderliche Baugenehmigung vorliegt“, hatte die Stadt Horb in einer Pressemitteilung berichtet.
„Alle Karteileichen sind entfernt“
Nun meldet sich Eigentümer Mayk Herzog zu Wort und meldet, dass die Zahl der Bewohner niedriger ist. „In meinem Gebäude wohnen, mit mir zusammen, 34 Personen, laut Einwohnermeldeamt. Alle Karteileichen wurden am Montag entfernt.“
Doch wie geht es nun weiter? Eine Zwangsräumung steht im Raum. Die Stadt Horb hatte davon gesprochen, dass die Baurechtsbehörde die „angekündigten Zwangsmaßnahmen konsequent weiterverfolgen“ werde.
Was muss Mayk Herzog vorlegen?
Herzog schreibt nun: „Dem Fernsehbericht des SWR konnte ich der Schlussaussage des Bürgermeisters Ralph Zimmermann den Satz entnehmen: Wir räumen das Haus, „wenn Mayk Herzog kein Brandschutzgutachten vorlegt“. Allerdings sagt das Zimmermann im Interview nicht direkt. Die SWR-Sprecherin des Beitrags nennt ein „Brandschutzkonzept“, das Herzog vorlegen müsse. Herzog kommentiert die Forderung: „Ich wusste sofort, diese bisher nie erwähnte Option habe ich unserem, von mir sehr herbeigewünschten Kreisbrandmeister Frank Jahraus zu verdanken. Und dementsprechend Herrn Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, den ich gebeten hatte, Herrn Jahraus bitte die Erlaubnis zu erteilen, nach Horb kommen zu dürfen.“
Der Eigentümer verspricht in seiner Stellungnahme: „Natürlich werde ich dieses Brandschutzgutachten ausgearbeitet durch einen Brandschutzsachverständigen sofort in Auftrag geben, und wie bisher auch, alle Beteiligten darüber zeitnah innerhalb von 24 Stunden über jeglichen Sachstand informieren. Mein ausdrücklicher Dank, und auch der meiner 33 Mieter geht an die beiden Herren Kreisbrandmeister Frank Jahraus und Landrat Dr. Klaus Michael Rückert vom Landratsamt FDS.“
Wie groß ist die Sorge der Bewohner?
Es sei in dem Fernsehbericht auch deutlich, „dass hier in meinem Haus, Menschen und Schicksale leben, die es nicht verdient haben, als Kolatteralschäden unterzugehen, nur weil fünf Personen vom Rathaus Horb, sich das so sehr wünschen“, so Herzog.
Im SWR-Beitrag wurde ein Bewohner gezeigt, der darüber berichtet, wie Herzog ihm die Chance auf Wohnen gab, die er zuvor nicht bekommen habe. Er habe kein Verständnis für das Handeln der Stadt. „Ich will hier wohnen bleiben.“ Die Stadt plant wohl mit Notunterkünften.