Schon seit Jahren streiten Immobilienbesitzer Mayk Herzog und das Rathaus wegen des Sebastian-Lotzer-Hauses. Foto: Lück

Hat das Horber Rathaus schon wieder vor Gericht gegen Mayk Herzog verloren?

Horb - Am Freitag meldet der Immobilienbesitzer: "Soeben kam die für uns erfreuliche Nachricht, dass wir den seit vier Jahren währenden Prozess vor dem Verwaltungsgericht gewonnen haben. Es ging um die von der Stadt blockierte Eigentumsumschreibung des Lotzerhauses auf mich."

Worum geht der Streit?

Es geht um das Sebastian-Lotzer-Haus mitten in der Stadt. Jeder fährt daran vorbei. Ein Schandfleck. Fleckige, halb aufgerissene Fassade. Bauzäune, verhängte Fenster im ehemaligen Restaurant im Erdgeschoss.

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Seit Jahren gibt es hier jede Menge Zoff. Das Rathaus legte unter anderem die Baustelle lahm, wollte die Mieter schon zwangsräumen lassen – wegen angeblicher Sicherheitsmängel beim Brandschutz.

Das Lotzer-Haus – es gehört Birgit Herzog. Inzwischen haben sich die beiden scheiden lassen. Teil der Vereinbarung: Mayk Herzog bekommt das Lotzer-Haus, Birgit das "Schwanen".

Nicht der erste Herzog-Sieg

Doch das Rathaus legte Einspruch gegen die Überschreibung ein. Mayk Herzog: "Argument der Stadt: Wegen des Sanierungsgebiets habe das Rathaus das Vorkaufsrecht. Doch das Verwaltungsgericht hat entschieden: Das geht so nicht. Das war vor vier Wochen, jetzt ist das Urteil da."

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Deshalb geht Mayk Herzog jetzt davon aus, dass ihm bald auch das Lotzer-Haus gehören wird.

Der Architekt: "Damit habe ich zum zweiten Mal vor dem Verwaltungsgericht gegen das Rathaus Recht bekommen – einmal wurde die Zwangsräumung untersagt, jetzt dürfte das Lotzer-Haus bald mir gehören."

Statements am Montag

Sowohl die Rechtsanwältin der Herzogs als auch das Rathaus konnten am Freitag keine Stellungnahme mehr abgeben. Das soll aber schon am kommenden Montag geschehen.

Deshalb ist es derzeit unklar, ob das Rathaus noch einmal Revision einlegt.

Mayk Herzog sagt zum Schwarzwälder Boten: "Das Haus ist voll vermietet. Ich selber habe keine Ambitionen mehr, es zu sanieren. Das Gebäude wartet jetzt darauf, verkauft zu werden. Das ist eine gute Nachricht."

Heißt im Klartext: Wenn sich Mayk Herzog – wie im Fall der zusammengebrochenen Scheuer neben dem Schwanen vor knapp einem Jahr – an sein Wort hält, könnte der jahrzehntelange Ärger zwischen dem Rathaus und dem "Rebellen" bald enden.