Die Charlottenhöhe mitten im Wald zwischen Schömberg und Calmbach ist baufällig. Wird sie jetzt aus ihrem Dornröschenschlaf wach geküsst? Der neue Eigentümer, ein Unternehmer aus Mannheim, hat große Pläne. So schwebt ihm die Errichtung einer Klinik vor.
Schömberg - Der Mann aus der Kurpfalz sieht in der Charlottenhöhe ein großes Potenzial: "Ich will aus dem Objekt etwas herausholen." Er ersteigerte am 8. Juni im Hirsauer Kursaal die rund 6000 Quadratmeter große Gewerbefläche mit der unter Denkmalschutz stehenden einst ruhmreichen Lungenheilstätte mit seinen acht Gebäuden für 1,301 Millionen Euro. Das gesamte Grundstück hat sogar eine Fläche von 31. 000 Quadratmetern.
Forderungen der Gemeinde
Die Gemeinde Schömberg beantragte beim Amtsgericht Calw die Zwangsversteigerung, da der bisherige Eigentümer seinen Verpflichtungen nicht nachkam. Allein die Kommune hat Forderungen in Höhe von 325 .000, die aus dem Erlös der Ersteigerung beglichen werden.
Zwei Wochen später, am 22. Juni, erteilte Rechtspfleger Martin Ertle dann den Zuschlug an den Mannheimer Unternehmer. Der bisherige Eigentümer ließ die Frist verstreichen, um doch noch die ausstehenden Forderungen zu begleichen.
Die Finanzierung steht
Doch auch der Mannheimer Unternehmer will die Charlottenhöhe nicht behalten, sondern weiterverkaufen. Er sieht sich als Zwischeninvestor und Projektierer. Drei feste Interessenten habe er bereits, sagt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Zwei davon kämen aus dem Frankfurter Raum. Diese hätten ein Interesse daran, auf der Charlottenhöhe eine Klinik zu verwirklichen sowie Möglichkeiten für betreutes Wohnen zu schaffen, aber auch normale Wohnungen zu bauen. Sie spielten in der oberen Liga, sagte er. Darüber hinaus interessiere sich noch eine Stiftung aus dem Stuttgarter Raum für das Gelände. Sie möchte dort ebenfalls eine Klinik verwirklichen.
Wichtig ist dem neuen Eigentümer die Unterstützung der Gemeinde Schömberg sowie des Landkreises Calw. Es müsse eine Win-win-Situation geben, betont der Unternehmer.
Bis Donnerstag, 2. September, hat der Zwischeninvestor aus Mannheim Zeit, die ersteigerte Summe von 1,301 Millionen Euro an das Amtsgericht in Calw zu überweisen. Wenn das Geld dort eingegangen ist, werden die Mittel an die Gläubiger verteilt. "Die Finanzierung steht", versicherte der Mannheimer Unternehmer. Zu den 1,301 Millionen Euro werde er noch 200. 000 bis 300. 000 Euro für die Projektierung des Geländes ausgeben. Der Unternehmer will eine Kernsanierung des Gebäudekomplexes, sagte er über seine anstehenden Pläne.