Trotz eines Brandes steht die Charlottenhöhe weiter unter Denkmalschutz. Foto: Feuerwehr Schömberg

Norbert Albert Otto Ganz aus Bielefeld hat die Charlottenhöhe in Schömberg bei der jüngsten Zwangsversteigerung für eine halbe Million Euro ersteigert. Bis 19. März hat er Zeit, das Geld zu überweisen.

Bis jetzt sei die halbe Million Euro noch nicht überwiesen worden, teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Gemeinde hatte eine weitere Zwangsversteigerung beim Amtsgericht Calw beantragt. Bei dem Termin forderte Johannes Kneer, Fachanwalt für Verwaltungsrecht sowie Bau- und Architektenrecht, für die Gemeinde mindestens eine halbe Million Euro. Diese Summe ergibt sich aus den Forderungen der Kommune. Nach Angaben von Kämmerer Ralf Busse sind das Wasser- und Abwassergebühren, die Grundsteuer, Mahngebühren, Säumniszuschläge und Zinsen. Schließlich soll die Gemeinde keinen finanziellen Schaden erleiden. Auf den Betrag habe die Kommune im Interesse der Bevölkerung bestanden, erklärte Bürgermeister Matthias Leyn.

 

Manager für Finanzen

Was Investor Ganz mit der Charlottenhöhe machen will, wollte sein Bevollmächtigter Klaus Dieter Müller aus Bamberg nach der Versteigerung nicht verraten. Das bleibe Ganz überlassen, antwortete Müller auf eine entsprechende Frage. Müller sagte, dass Ganz ein Manager für Finanzen sei.

Ein Investor muss beachten, dass er das Gebäude nicht einfach abreißen darf. Die Charlottenhöhe steht unter Denkmalschutz. Daran ändert auch ein Brand in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2023 nichts. Das teilte Mara Müssle, Pressesprecherin des Landratsamtes Calw, auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Durch den Brand ist nur ein Teil eines Gebäudes, das Dach von Gebäude Nummer sechs, zerstört. Die Denkmaleigenschaft ist deshalb für die Charlottenhöhe insgesamt nicht verloren gegangen.“

Vandalen und Geisterjäger

Doch abgesehen von dem Brand ist die Charlottenhöhe auch sonst im Laufe der Jahre heruntergekommen. Das Anwesen zog Vandalen und Geisterjäger an. Im März 2019 sorgten drei Detonationen für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Drei junge Männer gaben nach Angaben der Polizei seinerzeit zu, drei sogenannte „Polenböller“ gezündet und acht weitere „Polenböller“ im Gebäude deponiert, aber noch nicht gezündet zu haben. Diese Böller wurden später entdeckt.