In der Salmbacher Straße in Langenbrand steht ein Gebäude, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Es gammelt vor sich hin. Wem gehört das Gebäude und was wird aus ihm? Wir fragten nach.
Das Gebäude Salmbacher Straße 34 in Langenbrand war einst ein Pfarrhaus. Das teilte Christian Lindinger auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Lindinger ist Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Pforzheim. Das Amt untersteht dem Finanzministerium des Landes.
Das Gebäude gehört mittlerweile nicht mehr der Kirche, sondern dem Land. Die vormals bestehende Baulast sei Ende 2023 vom Land gegenüber der Kirche abgelöst worden, so Lindinger auf Nachfrage. „Zwischenzeitlich war das Gebäude an die Gemeinde Schömberg vermietet“, fügte er hinzu.
Flüchtlinge untergebracht
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates sprach Tino Bayer (MUZ) den schlechten Zustand des Gebäudes an. Nach seinen Worten brachte die Gemeinde Schömberg dort vorübergehend Flüchtlinge unter. Seit rund einem Jahr stehe es leer, so Bayer.
Diesen Sachverhalt bestätigte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, auf Anfrage unserer Redaktion: „Das Gebäude wurde als Flüchtlingsunterkunft angemietet.“ Allerdings habe die Gemeinde nicht das gesamte Gebäude angemietet und genutzt, sondern nur ein Stockwerk und weitere, einzelne Zimmer, so Stocker: „Ein weiteres Stockwerk stand leer und weitere Teile nutzte die Kirchengemeinde.“
Der Mietvertrag der Gemeinde Schömberg begann im August 2015 und endete im August 2024, teilte die Pressesprecherin der Kommune weiter mit.
Haus Grüntal gekauft
Die Gemeinde kaufte im Jahre 2023 Haus Grüntal an der Liebenzeller Straße in Schömberg, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Das dortige Pflegeheim schloss Anfang 2023 seine Pforten. Die Gemeinde ließ das ehemalige Pflegeheim umbauen. Es gibt dort Platz für rund 90 Personen.
Bayer, aktiv im Arbeitskreis Asyl, regte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung darüber auf, dass das ehemalige Pfarrhaus in Langenbrand verfalle. Das Areal sei in einem verheerenden Zustand: „Das ärgert mich kolossal.“
Bayer forderte Vermögen und Bau und damit das Land dazu auf, sich um das Anwesen zu kümmern. Eventuell finde das Land einen Investor. Sollte nichts passieren, fürchtet Bayer eine zweite Charlottenhöhe. Als dort noch Flüchtlinge untergebracht gewesen seien, habe er sich mit ihnen stets um ein ordentliches Aussehen des Anwesens gekümmert, sagte Bayer in der Gemeinderatssitzung.
Lindinger von Vermögen und Bau teilte mit, dass die Pflegemaßnahmen bei dem leerstehenden Anwesen in bestimmten Intervallen stattfinden und demnächst wieder aufgenommen würden.
Wird Anwesen verkauft?
Das Land beabsichtige, das Gebäude gegebenenfalls samt Grundstück zu verkaufen, teilte Lindinger zu den Zukunftsplänen des Landes. „Ob dies im Wege eines Erbbaurechts geschehen wird, muss noch geklärt werden“, fügte er auf Nachfrage unserer Redaktion hinzu: „In jedem Fall ist das Land dabei verpflichtet den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Eine entsprechende öffentliche Ausschreibung wird noch dieses Jahr angestrebt.“