Die Charlottenhöhe ist nur noch eine Brandruine. Foto: Thomas Fritsch/Thomas Fritsch

Bei der jüngsten Zwangsversteigerung der Charlottenhöhe wurde am Ende die von der Gemeinde Schömberg geforderte halbe Million Euro geboten. Das heruntergekommene Areal hat einen neuen Eigentümer. Wie geht es jetzt weiter?

Den Zuschlag erhielt Norbert Albert Otto Ganz aus Bielefeld. Als Bevollmächtigter des Investors trat Klaus Dieter Müller aus Bamberg auf.

 

Manager für Finanzen

Wer ist Norbert Albert Otto Ganz? Bevollmächtigte Müller nannte Ganz beim Versteigerungstermin im Amtsgericht Calw einen Manager für Finanzen.

Das Areal mitten im Wald hat eine rund 6000 Quadratmeter große Gewerbefläche. Die Gesamtfläche ist rund 31 000 Quadratmeter groß.

Die einstige Lungenheilanstalt steht unter Denkmalschutz, ist aber seit dem Brand in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2023 nur noch eine Brandruine.

Schon vor dem Brand war es strengstens untersagt, das Areal mit den baufälligen Gebäuden zu betreten. Es besteht Lebensgefahr. Das hielt jedoch Vandalen und Geisterjäger trotzdem nicht davon ab, sich auf dem Gelände aufzuhalten.

Zukunft noch ungewiss

Und was will der neue Eigentümer mit der Charlottenhöhe anfangen? Das bleibe ihm überlassen, antwortete Bevollmächtigter Müller. Mehr wollte er beim Versteigerungstermin nicht sagen.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde war die von der Gemeinde Schömberg beantragte Zwangsversteigerung gelaufen. Johannes Kneer, Fachanwalt für Verwaltungsrecht sowie Bau- und Architektenrecht, hatte im Namen der Gemeinde deutlich gemacht, dass die Kommune mindestens eine halbe Million Euro haben wolle.

Dieser Betrag ergibt sich aus den Forderungen der Gemeinde. Nach den Worten von Kämmerer Ralf Busse sind dies Wasser- und Abwassergebühren, die Grundsteuer, Mahngebühren, Säumniszuschläge und Zinsen.

Die Verwaltung habe auf diesen Betrag auch im Interesse der Schömberger Bevölkerung bestanden, sagte Bürgermeister Matthias Leyn beim Versteigerungstermin. Schließlich hat die Gemeinde an den neuen Eigentümer der Charlottenhöhe keinerlei Anspruch.

Die Vertreter der Gemeinde Schömberg, das Amtsgericht Calw und Müller als Vertreter des neuen Eigentümers einigten sich auf den 20. März als Verteilungstermin.

Was bedeutet das? Bis einen Tag vor diesem Verteilungstermin sollte die halbe Million Euro auf dem Bankkonto der Landesoberkasse gutgeschrieben sein, teilte dazu Kerstin Müller, Direktorin des Amtsgerichts Calw, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

„Zahlt der Ersteher bis zum Termin nicht, so kommt es zu einer sogenannten Forderungsübertragung. Dies bedeutet, dass die Forderung (= das nichtbezahlte Meistgebot) gegen den Ersteher auf die früheren Gläubiger übertragen wird, so Kerstin Müller.

Diese Forderungsübertragung werde im Teilungsplan entsprechend ausgeführt. „Die Forderung kann dann aus dem Zuschlagsbeschluss als Vollstreckungstitel auf Zahlung beigetrieben werden (beispielsweise durch Zwangsvollstreckung ins Arbeitseinkommen). Außerdem trägt das Gericht Sicherungshypotheken ein, aus welchen dann die Wiederersteigerung betrieben werden kann. Dem Gericht selbst steht es also nicht zu, die Forderung beizutreiben, wenn der Ersteher nicht (rechtzeitig) bezahlt hat.“