Ingmar Schmid (rechts) rauscht auf dem IRB durch die Bucht in der Ostsee. Der Strandabschnitt ist 20 Kilometern lang. Foto: DLRG

Ingmar Schmid und Jonas Fischer sorgen erneut für Sicherheit an Deutschlands größtem Strandabschnitt in der Lübecker Bucht. Für die beiden Männer von der DLRG Ortsgruppe Loßburg ging es für die ersten drei Augustwochen an die Ostsee.

Loßburg - Für die beiden Männer von der DLRG Ortsgruppe Loßburg ging es für die ersten drei Augustwochen an die Ostsee. Eingesetzt wurde Schmid laut einer Mitteilung der DLRG-Ortsgruppe zunächst eine Woche lang als Rettungsbootsführer auf einem Rettungsboot, einem sogenannten IRB (englisch: "Inflatable Rescue Boat"). Ebenfalls mit von der Partie – auch von der DLRG Ortsgruppe Loßburg – war Jonas Fischer. Für ihn war es die erste Saison als Bootsführer an der größten DLRG-Wachstation Deutschlands. Diese erstreckt sich über eine Länge von bis zu 20 Kilometern von Niendorf ausgehend über Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug bis zu Sierksdorf vor dem Hansa-Park.

Bedingt durch Corona hatte sich die Mannschaft schon darauf eingestellt, vermehrt Menschen aus der Ostsee retten zu müssen. Zum Glück hat sich das anders ergeben, heißt es in der Mitteilung weiter. So musste Ingmar Schmid lediglich ein erschöpftes Mädchen von einer Badeinsel zurück an Land bringen. Dieses war während roter Beflaggung im Wasser und konnte aufgrund der hohen Wellen und der starken Unterströmung nicht mehr selbstständig zurück an Land schwimmen.

Verschwundene Kinder und feurige Quallen

Ab der zweiten Woche wurde Ingmar Schmid in die Wachführung berufen. Zusammen mit drei weiteren Wachführern bildete er die komplette Wachführung für die Lübecker Bucht. Damit war er mit für die Koordination, Führung und Verantwortung von bis zu 50 DLRG-Einsatzkräften im Wachgebiet zuständig. Zur technischen Ausstattung gehörten hier neun IRBs und sechs Geländefahrzeuge, sogenannte ATVs (englisch "All Terrain Vehicle"), die zur erweiterten sanitätstechnischen Unterstützung dienten.

Zu kämpfen hatten dieses Jahr Ingmar Schmid und Jonas Fischer allerdings hauptsächlich mit Kinder- und Elternsuchen, sowie der vermehrten Population von Nesselquallen. So mussten sehr viele Kinder wieder zu ihren Eltern gebracht und Quallenstiche mittels Rasierschaum behandelt werden. Nach dem Kontakt mit einer Feuerqualle entfernt das Pflegeprodukt aus dem Badezimmer nämlich die Nesseln und verschafft der Haut so Linderung.

Während die Quallen auf die ablandige Winde zurückzuführen seien, seien die vermissten Kinder auf die mangelnde Aufsicht der Eltern zurückzuführen, teilt die DLRG-Ortsgruppe mit. Bei einer Kindersuche musste sogar die örtliche Feuerwehr mit Drohne, sowie die Polizei mittels Hubschrauber eingeschaltet werden, da selbst eine größer angelegte Suchaktion der DLRG nicht zum Erfolg führte. Zur Erleichterung aller Beteiligten sei das Kind nicht wie angenommen im Wasser gefunden worden, sondern wohlbehalten an Land zwischen den Strandkörben.

Wachmannschaft fast komplett geimpft

Ingmar Schmid konnte hier erste Einsatzerfahrung in der Einsatzleitung zusammen mit Feuerwehr, Polizei sowie Rettungsdienst sammeln. Jonas Fischer sammelte Erfahrungen bei koordinierten Suchmanövern auf dem IRB. Somit war es für beide Kameraden eine sehr ereignisreiche Zeit an der Ostsee. Die Dienstzeit erstreckte sich dabei jeden Tag von 10 bis 18 Uhr. Danach wurde das Einsatzmaterial nachbereitet und zusammen gegessen. Gemeinsam haben die Kameraden dann im geselligen Rahmen den Tag ausklingen lassen. Da fast die ganze Wachmannschaft vollständig gegen Corona geimpft war, konnten die strengen Coronamaßnahmen vom letzten Jahr etwas gemildert werden. Jedoch wurde weiterhin auf das Tragen einer Masken geachtet und Kontakte außerhalb der Mannschaft haben die Kameraden beschränkt.