Die Hexa-Heuler stimmten Narren und Besucher mit fetziger Guggamusik auf die Fasnet ein. Foto: Schwark

Nach zwei Jahren Corona-Pause startete die Narrenzunft Loßburg mit Hästaufe und Maskenabstauben durch. "Jetzt wird wieder richtig gefeiert", verkündeten die Narren.

Loßburg - "Endlich ist sie wieder da, unsere geliebte Jahreszeit", rief Zunftmeisterin Marlen Schmid auf dem Rathausplatz den vielen Zuschauern zu. Ihr neues Amt und das Hexenzepter hat sie von ihrem Bruder Gero Schmid übernommen, der nach 4380 Tagen oder zwölf Jahren sein Vorstandsamt beendete. Scherben habe er ihr keine hinterlassen, betonte Marlen Schmid, die die Verdienste ihres Bruders für die Narrenzunft Loßburg lobte. Mit einem dreifach kräftigen "Narri-Narro" wurde Gero Schmid von Schlossberghexen und Kinziggeistern in den Vorstands-Ruhestand verabschiedet.

Die "Hexa-Heuler" heizten mit dem Titel "Child’s Anthem" mächtig ein. Mit ihrer fetzigen Musik trieben sie das Stimmungsbarometer immer weiter in die Höhe. Vorgestellt wurden mehrere neu einstudierte Lieder, darunter der energiegeladene Hit "Funky Town". Spannung pur herrschte, als die Narrenschar zum schaurigen Rammstein-Hit "Sonne" dem Rathausplatz entgegen schritt.

Masken haben reichlich Staub angesetzt

Nach zwei Jahren Zwangspause hatten die Masken der Schlossberghexen und der Kinziggeister reichlich Staub angesetzt. Hexenmeister Michael Merz erinnerte an frustige Corona-Zeiten. Statt Wirtshaus mit Essen und Trinken sei eher TV-Frust angesagt gewesen. Für Merz war es, wie er bemerkte, eine Ehre, zuerst die Masken von vier Mitgliedern abzustauben, die seit der Gründung der Narrenzunft vor 23 Jahren dem Verein die Treue halten. Auch erinnerte er an die erste Hästaufe vor 22 Jahren. Angesichts dessen, so Merz, spreche man auch in Loßburg inzwischen von einer gewissen Fasnetstradition.

Narrenzunft zählt 70 aktive Mitglieder

Aktuell ist die Narrenzunft mit 70 aktiven und 93 passiven Mitgliedern sowie 58 Kindern gut aufgestellt. Man habe, hieß es, eine jüngere Mannschaft mit vielen Familien, die auch außerhalb der Fasnetszeit einiges unternehme. In der anstehenden Fasnetssaison sind die Loßburger Narren bis Aschermittwoch nahezu jedes Wochenende unterwegs. Einer der Höhepunkte wird das Reblandtreffen im badischen Durbach sein.

Loßburger Narrenbrühe aus zwölf Zutaten

Berühmt sind die Loßburger Narren für ihre Narrenbrühe, die sie mit zwölf schaurigen Zutaten zur Taufe der neuen Mitglieder zusammenbrauen. In den Genuss der schaurigen Zutaten kamen Sarah Schneider und Simon Lägeler. Geistermeister Sascha Rauter rührte mit einem Mixer den Trank an.

Duschen und waschen verboten

Knoblauchöl und Fischfond, dazu Zwiebeln, Knoblauch, Hering, Rollmops und Sardellen sowie ein Schuss Parfüm, und das Ganze mit Essig, Bier, Bohnensuppe, Mehl und Eiern gewürzt und verfeinert.

Nach ihrem Taufgedicht mussten die Kandidaten die Taufzeremonie über sich ergehen lassen und versprechen, sich 24 Stunden lang weder zu waschen noch zu duschen. Sollten sie die Anweisung nicht befolgen, werde die Zeremonie im nächsten Jahr wiederholt, wurde ihnen angedroht.

Hexa-Heuler sorgen für närrische Stimmung

Nach der Hästaufe sorgten die Hexa-Heuler weiter für beste Fasnetstimmung.