Die Teilnehmer des Themenabends diskutierten im Anschluss gegensätzlich über das Thema. Foto: Innonet

Wie können Unternehmer und ihre Erzeugnisse "grüner" werden? Darum ging es beim Internet-Treffen "Innonet special". Der Loßburger Maschinenbauer Arburg stellte seine Nachhaltigkeitsstrategie vor.

Kreis Freudenstadt - Der Handlungsdruck für Unternehmen, umweltfreundlicher zu wirtschaften, steigt, teilt das Netzwerk Innonet Kunststoff mit Sitz in Horb mit. Verbraucher achten bei der Konsumgüterwahl zunehmend auf soziale und ökologische Gesichtspunkte. Fast 100 Zuhörer verfolgten den Thementreff an den Computerbildschirmen.

Biobasierte Materialien

Hauptredner war Bertram Stern, verantwortlich für Keislaufwirtschaft beim Loßburger Spritzgießmaschinen-Hersteller. "Nachhaltige Entwicklung soll die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigen, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können", laute eine der wichtigsten Definitionen. Kunststoff werde gern mit Abfall pauschalisiert. Dabei sei Kunststoff nicht das Problem, sondern der Umgang damit.

Mit dem Programm "arburgGREENworld" bündele das Unternehmen wegweisende neue Verfahren. Ziel dabei sei es, die Produktionseffizienz der Kunststoffverarbeitung in allen Bereichen stetig zu steigern, deren CO2-Ausstoß zu senken und den Einsatz von Rezyklaten und Biokunststoffen voranzutreiben, so Stern.

Gesetzgebung und Gesellschaft zwängen die Unternehmen dazu, sparsamer mit Material umzugehen und Konzepte zu entwickeln, es mehrmals zu verwenden. Dies und biobasierte Kunststoffe sollen helfen, Rohstoffe zu sparen. Kunststoff müsse als Wertstoff betrachtet werden, der in geschlossenen Kreisläufen mehrfach für neue Erzeugnisse verwendet werden könne. Weniger Verbrauch, bessere Produkte und die Möglichkeit, Produkte auch zu reparieren, seien weitere Schlagworte.

Reparieren und recyceln

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft könne nur durch eine ganzheitliche Digitalisierung ermöglicht werden. Kunststoffprodukte müssten gekennzeichnet werden, um sie später sortenrein trennen und neu aufbereiten zu können. Voraussetzung hierfür sei außerdem ein starker Wille und die intensive Zusammenarbeit von Unternehmen und Institutionen in der gesamten Fertigungskette, was jedoch derzeit an verschiedenen Hindernissen scheitere. Dem Vortrag und einer Fragerunde des Publikums schloss sich eine Diskussion mit gegensätzlichen Standpunkten an. Dabei ging es um Regulatorik wie den "Green Deal" der EU-Kommission sowie wirtschaftliche Notwendigkeiten. Fazit: Mit der Nachhaltigkeit sei es wie mit der Innovation. Dies dürfe nicht nur Sache einer Abteilung sein, sondern müsse integraler Bestandteil aller Unternehmenstätigkeiten werden. Dann sei es für Betriebe auch profitabel.

Stern sagte, er sei fest davon überzeugt, dass die Entwicklungen auf diesem Gebiet Tempo gewinnen werden. Allerdings seien öffentliche und private Nutzer gefordert, umzudenken. Die Gesellschaft müsse lernen, den Kunststoff wertzuschätzen und seine technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile zu nutzen.

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