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Loßburg Vorsicht bei Waldbesuchen: Es regnet weiße Klumpen

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Mit dem Hubschrauber wird Kalk gestreut um den Waldboden zu verbessern.Foto: Rath Foto: Schwarzwälder Bote

Loßburg. Auf den Waldflächen in Hinterrötenberg, Büchenberg, Loßburg und Freudenstadt findet ab Mittwoch, 1. Juli, eine Bodenschutzkalkung statt. Je nach Wetterlage wird die Maßnahme laut Landratsamt rund drei Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit kann der Waldzutritt eingeschränkt sein.

Die zu kalkenden Waldgebiete reichen vom Stiftungswald Schömberg zwischen Hinterrötenberg und Vordersteinwald, Privatwäldern um Büchenberg, dem Oberen Wald nördlich von Loßburg bis auf den Finkenberg im Stadtwald Freudenstadt. Mit der Ausbringung von Kalk soll die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden. Eine gute Basis für klimastabile Wälder, die viele wichtige Funktionen haben, beispielsweise als Wasserfilter.

Baden-Württemberg setzt seit rund zehn Jahren Gemische aus Dolomit und Wasser für die Bodenschutzkalkung ein, die mit dem Hubschrauber ausgebracht werden. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht, wie der Pressemitteilung des Landratsamts zu entnehmen ist. In den berührten Waldgebieten könne es während der Ausbringungsarbeiten jedoch zu Wegesperrungen kommen. Waldbesuchende sollten die Sperrhinweise beachten, denn es sei mit einem erhöhten LKW-Verkehr wegen der Materialanlieferungen sowie gelegentlich herabstürzenden Klumpen verbackenen Kalkstaubs aus dem Streukübel des Helikopters zu rechnen. Und es könne ganz schön staubig werden.

Es sei angebracht, so das Landratsamt, vor dem nächsten Waldbesuch einen Regenschauer abzuwarten, der den Kalkstaub in den Boden spüle, wo er auch hin soll.

Versauerung durch die Industrialisierung

Die zunehmende Industrialisierung insbesondere im 20. Jahrhundert hat den Zustand der Waldböden nachhaltig beeinflusst. Massive Säureeinträge in den Boden haben dazu geführt, dass Nährstoffe ausgewaschen wurden und es entstand ein für viele Bodenlebewesen zu saures Milieu. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Trinkwasserfilter, Pflanzenstandort und Lebensraum nur noch eingeschränkt funktionsfähig. Die Schäden durch die Bodenversauerung aus der Vergangenheit können die Waldböden allenfalls zu Teilen selbstständig regenerieren, was den Wald als Ökosystem und seine Funktion belastet.

Aktion erfordert gründliche Planung

Mit dem Kalkungskonzept der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg soll ein natürlicher Bodenzustand als Grundlage für einen Wald mit hoher Biodiversität und guten Voraussetzungen für den bevorstehenden Klimawandel erreicht werden, wie das Landratsamt mitteilt.

Die Kalkung im Landkreis Freudenstadt übernimmt die Untere Forstbehörde des Landratsamts.

Für die Planung wurden Informationen über den Bodenzustand der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg herangezogen und durch Bodenproben aus den betroffenen Waldflächen ergänzt. Auf diesen Informationen werden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage der Kalkungsmaßnahme dienen. Darin sind Kalkungsflächen, kalkungsempfindliche Ausschlussbereiche, die geeignete Materialmischung und eine Empfehlung zur Art der Ausbringung dargestellt. Auf Grundlage dieser Karten erfolgt eine Abstimmung mit der Naturschutz- und Wasserbehörde.

Die Kalkungsmaßnahmen werden zentral von der landesweit zuständigen höheren Forstbehörde, der Abteilung Forstdirektion beim Regierungspräsidium Freiburg ausgeschrieben und die Durchführung der Maßnahme von den Forstleuten vor Ort überwacht.

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