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Loßburg Von einer alten in eine neue Heimat

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Die Theatergruppe probt intensiv für die drei Aufführungen auf dem Gelände des Kinderheims Rodt. Foto: Jugendhilfeverbund Foto: Schwarzwälder Bote

"Habibi oder was? Oder so kann es auch gewesen sein". Das ist der Titel eines integrativen Theaterprojekts mit Musik, das derzeit in Loßburg verwirklicht wird. Im Juli wird das Stück aufgeführt.

Loßburg. Das Theaterstück wird in Kooperation von Bruderhaus-Diakonie Jugendhilfeverbund Kinderheim Rodt und der Bundesakademie für musikalische Bildung in Trossingen drei mal als Theaterspaziergang auf dem Gelände des Kinderheims in Loßburg aufgeführt. "Habibi", so teilt der Jugendhilfeverbund mit, kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Freund" oder "Geliebter" oder je nach Kontext auch "Freundchen". In der bunt gemischten Theatergruppe ist dabei jeder ein Habibi, ein Gegenüber für den anderen.

Am Anfang war eine Idee, und dann ist ein Stein ins Rollen gekommen. Seit 2015 bietet der Jugendhilfeverbund Kinderheim Rodt auch Wohngruppenplätze für unbegleitete minderjährige Geflüchtete an. Um gemeinsame Aktivitäten mit deutschen Jugendlichen und die Integration zu fördern und um den Jungen eine Stimme und Ausdrucksmöglichkeiten zu geben, um sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen und mit ihren individuellen Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, wurde die Idee geboren.

Günter Braun, der fachliche Vorstand der Bruderhaus-Diakonie, hat anlässlich seines runden Geburtstags für dieses Vorhaben Spenden gesammelt. Das Theaterprojekt wurde in das Programm "Werkstatt Vielfalt" der Robert Bosch Stiftung aufgenommen und erhält darüber finanzielle Unterstützung. Auch die Aktion Mensch hat Fördergelder bewilligt. Nun stand der Umsetzung nichts mehr im Weg.

In Paul Siemt wurde ein erfahrener Regisseur und Theaterpädagoge für das Projekt gewonnen, der sich in der Vergangenheit in Freudenstadt bereits durch einige Produktionen des Freudenstädter Sommertheaters einen Namen gemacht hat.

Seine Spezialität sind Theaterspaziergänge, und so werden die drei im Juli geplanten Aufführungen auch als Theaterspaziergang stattfinden. Aber der Stein rollte noch weiter. Es kam eine Anfrage der Bundesakademie für musikalische Bildung in Trossingen: Für ein neu aufgelegtes Projekt wurden Kooperationspartner gesucht und im Jugendhilfeverbund Kinderheim Rodt gefunden. Aus dem reinen Theaterprojekt wurde eines mit Musik. Bernhard Rißmann begleitet das Ensemble nun als Musiker und Instrumentalpädagoge. Er steht auch selbst als Schauspieler mit auf der Bühne.

Kulturelle Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten treten zu Tage

Im Juli heißt es dann "Bühne frei" für die Akteure aus Deutschland, Syrien, Eritrea, Afghanistan, Albanien und Gambia. Sie setzen sich in künstlerischer Weise mit den Themen rund um Flucht und Heimat auseinander – Flucht aus einer alten Heimat in eine neue Heimat.

Kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten treten zu Tage, werden wahrgenommen, in spielerischer Weise umgesetzt. Die Akteure hören sich zu in ihren eigenen Sprachen. Schauen auf die Schwierigkeiten und die Chancen der Integration. Paul Siemt sagt: "Es ist eine illustre Truppe, die sich da das erste Mal trifft. Junge Männer aus nahen und fernen Ländern und Jugendliche, Frauen und Männer aus dem mir vertrauten Schwarzwald. Alle wollen was Lustiges, etwas das Spaß macht, spielen. Alle wollen die Erinnerung an Fluchtursachen und Flucht, Erniedrigung, Demütigung und Verfolgung überspielen. Okay. Und dann passiert es doch. Plötzlich ist da ein Boot, das Meer tobt, eine zurückgelassene Familie taucht auf, der Strand von Libyen, ein Rhythmus aus der Heimat. Und plötzlich entstehen Geschichten, erlebte Geschichten."

Die Aufführungen finden am 19., 20. und 22. Juli auf dem Gelände des Kinderheims Rodt in Loßburg statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Weitere Informationen: über die Entwicklung des Theaterprojekts gibt es online unter www.habibioderwas.de

 
 

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