Groß gefeiert wurde das 90-jährige Bestehen mit einem Konzert. Eine Dekade später kommt Corona zwischen die Planungen zur nächsten großen Etappe.Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Männergesangsverein Wittendorf muss Feier und Ausstellung verschieben

Loßburg-Wittendorf. Eigentlich war ja eine Feier geplant, denn 100 Jahre alt wird man nur einmal. Diese muss der Männergesangverein Wittendorf nun aber verschieben, wie Vorsitzender Karlheinz Kober bekannt gibt. Die Gründe sind wohl bekannt. Die Corona-Regeln machen auch vor Jubiläen nicht halt. "Die Feier ist nur verschoben, nicht erledigt", betont Kober. "Dann heißt es nicht: 101 Dalmatiner, sondern: 101 Jahre Gesangverein", scherzt der Vorsitzende. Für die 101-Jahr-Feier ist vorerst einmal April des kommenden Jahres angesetzt.

Nur drei Bilder aus der Vorkriegszeit übrig

Bitter ist der Aufschub auch für den Heimat- und Museumsverein Wittendorf. Der hatte sich zum Jubiläum des Gesangvereins nämlich etwas besonderes einfallen lassen. Eine Sonderausstellung sollte es geben, und zwar zur 100-jährigen Geschichte der Sänger. Diesbezüglich hatte der Museumsverein die Bürger im Amtsblatt dazu aufgerufen, Bilder, Erinnerungsgegenstände und Tonaufnahmen einzureichen, die die Arbeit des Vereins in 100 Jahren dokumentieren. "Bis jetzt ist noch nichts angekommen", bedauert Museumsleiter Bernd Stöffler. So gesehen sei es ganz gut, nun noch ein Jahr Zeit zu haben. "Aus den Anfängen, also aus der Zeit vor dem Krieg, gibt es nur drei Bilder vom Männergesangverein." Danach habe ganz einfach niemand mehr das Ortsgeschehen fotografisch dokumentiert. "Ab den 60er Jahren sieht es dann besser aus mit dem Material." Da käme auf jeden Fall genug für eine Ausstellung zusammen.

Kurzzeitig gab es die Überlegung, die Ausstellung, unabhängig von der Feier, trotz Corona in diesem Jahr zu arrangieren. "Das Heimatmuseum ist aber sehr klein", meint Stöffler. "Und es gibt nur einen Eingang. Es lässt sich also kein Rundgang einrichten, auf dem sich die Besucher nicht treffen." Das sei ihm zu heikel. Außerdem seien Museen gerade allgemein sehr schlecht besucht. "Wer will schon mit Mundschutz durch ein Museum schlendern? Wer eine Brille trägt, sieht die Bilder eh nicht mehr, weil die beschlägt", überlegt der Museumsleiter. Er bleibt dabei: "Es ist besser, die Ausstellung nachzuholen, wenn alles wieder in halbwegs normalen Bahnen läuft." Er peilt allerfrühestens jedoch Oktober diesen Jahres, eher sogar das nächste Jahr an.

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