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Loßburg Schaffenskraft und Ideenreichtum sind groß

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Ortsvorsteher Gottlob Huß zeigt dem Landtagsabgeordneten Timm Kern, was im Ort aktuell wichtig ist.Foto: Büro Kern Foto: Schwarzwälder Bote

Durch die Nachbarschaftshilfe wird 100 Menschen in Wittendorf geholfen. Und das ist nicht alles. Ortsvorsteher Gottlob Huß erklärt, was sich im Ort im vergangenen Jahr bewegt hat und wie es weitergeht.

Loßburg-Wittendorf. Noch vor den verschärften Corona-Beschränkungen sprach der Wittendorfer Ortsvorsteher Gottlob Huß mit dem Landtagsabgeordneten Timm Kern (FDP) über aktuelle Themen des Ortsteils der Gemeinde Loßburg. In Wittendorf leben 1060 Menschen. "Für junge Familien bieten wir schönes Wohnen und viele attraktive Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe", sagte Huß. Damit sprach er ein Zukunftsthema an, das Landespolitiker Kern bekräftigte: Für junge Menschen und Familien müssen die Rahmenbedingungen Zukunftsaussichten bieten, meinte dieser. "Konkret bedeutet das, dass jeder Ort eine leistungsfähige digitale Infrastruktur erhält."

In Loßburg, so Huß im Gespräch mit unserer Zeitung, seien alle Ortsteile mit Glasfaser versorgt. Die Schule in Lombach werde gerade angeschlossen, damit ein besserer Fernunterricht in Corona-Zeiten möglich sei. Woran es fehle, sei das Mobilfunknetz. Es gebe viele Funklöcher. "Wir haben hier einige Mobilfunkgegner, die Unterschriften gesammelt haben", erklärt der Ortsvorsteher. Deren Anliegen seien zum Teil jedoch verständlich. "Man kann es nicht allen recht machen, aber der Standort für einen Mobilfunkmast muss verträglich sein." Niemand wolle ihn direkt vor der Haustür stehen haben. Die Telekom habe sich jedoch den alten Sportplatz als Standplatz für einen Masten ausgesucht – mitten im Ort. Der Gemeinderat habe daraufhin entschieden, dass die Telekom erst einmal einen Plan vorlegen solle, wie sie all die Funklöcher in der Umgebung schließen will. Dann sehe man weiter. Eine schnelle Lösung ist hier also nicht in Sicht.

Erweiterung innerhalb des Orts angedacht

Wohnraum ist in Wittendorf sehr gefragt, sagt Huß. Vor vier Jahren sei ein Neubaugebiet mit fast 30 Bauplätzen erschlossen worden. Inzwischen seien alle verkauft und ein Großteil sogar schon bebaut. "Schon vor einem Jahr wollten wir im Ort ein neues Baugebiet erschließen." Vonseiten der Landesregierung sei der Ortsverwaltung mitgeteilt worden, dass Baugebiete im Inneren erschlossen werden sollen, weil die Erweiterung nach außen hin aus geografischen Gründen schwierig werde. Die Idee mit den Baugebieten innerorts sei damals jedoch gescheitert, weil die Bürger ihre Grundstücke nicht gerne an die Gemeinde verkaufen, damit diese sie erschließen und weiterverkaufen kann. "Früher wurden oft zusätzlich Grundstücke gekauft, die für Kinder und Enkel aufgehoben wurden", sagt Huß. Meistens werden diese über Jahrzehnte nicht genutzt. Und dann müssen die alten Bebauungspläne an die sich über die Jahre ändernden Wünsche und Ansprüche angepasst werden, was wiederum teuer sei.

Vorschulgruppe soll im Schulhaus entstehen

"Selbst wenn wir solche Plätze bekommen, ist es nicht einfach, sie an den Mann zu bringen", erklärt Huß das Problem. Aber es gebe Hoffnung: "Wir haben im Ort noch eine Lücke, auf der 20 Bauplätze entstehen könnten." Und es sei der Gemeinde möglich, diese Plätze zu erwerben. "Der Antrag ist an den Gemeinderat gestellt." Nun müsse dieser nur noch entscheiden und die Pläne bei den entscheidenden Stellen durchbringen.

Zu einem zukunftsfähigen Umfeld für Familien gehört auch die Kinderbetreuung. Und die ist in Wittendorf schon seit Langem ein Thema. "Vor vier Jahren wurde in Loßburg ein Kinderhaus gebaut", sagt Huß. "Wir dachten, das reicht allemal." Aber da die Geburtenrate in Wittendorf seit Jahren unerwartet hoch sei, habe man den alten Kindergarten im Ort doch wieder öffnen müssen. Dennoch gibt es Wartelisten. An Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige fehlt es ganz. Deren Eltern müssen sich in Loßburg oder Betzweiler nach Plätzen umsehen. "Im Gespräch ist momentan eine Vorschulgruppe, die wir in freien Räumen des Schulhauses aufbauen wollen", erklärt der Ortsvorsteher.

Großes Engagement aus der Bürgerschaft

Landtagsabgeordneter Kern befürwortet laut Mitteilung, dass Initiativen aus der Zivilgesellschaft unterstützt werden. Im Rahmen des Leader-Projekts "Lebensqualität durch Nähe" seien in den vergangenen Jahren anhand von mehreren Arbeitskreisen Ziele umgesetzt worden, um ein nachbarschaftliches Dorfleben zu ermöglichen. Ortsvorsteher Huß, der seit 40 Jahren in der Kommunalpolitik tätig ist, zeigte sich beim Treffen begeistert, dass in wichtigen Bereichen wie Nachbarschaftshilfe, Mobilität, Umwelt- und Artenschutz viel Engagement im Ort da sei.

Ein Arbeitskreis in Wittendorf beschäftige sich mit Kultur und Freizeit. "Vor allem die Spieleabende für Familien wurden gut angenommen. Da sind jedes Mal mehr als 80 Leute gekommen", erzählt Huß im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn sich die Corona-Situation bessere, wolle man da wieder ansetzen.

Auch auf den Arbeitskreis "Natur" ist der Ortsvorsteher stolz. Die Gruppe habe zum Beispiel Wildbienenhäuser aufgestellt und einen Obstbaumgürtel unterhalb der Ortschaft, der seit mehr als 20 Jahren nicht mehr geschnitten wird, auf Vordermann gebracht. Drei Personen seien ausgebildet worden, um die Pflege zu übernehmen.

Sozial tätig ist der Arbeitskreis "Hilfe und Unterstützung". "Den haben wir vor einem Jahr mit mehr als 100 Mitgliedern gegründet", freut sich Huß. Ein Stamm von Personen biete nun Hilfe an und ein anderer nehme sie in Anspruch. "Wir wollen, dass die Bürger in Würde zu Hause alt werden können." Dazu gehöre nicht nur die Hilfe beim Einkaufen, sondern auch beim Hecken schneiden, Fenster putzen und vielem mehr. "Wegen Corona kümmern wir uns gerade nur noch um die dringenden Fälle", erklärt er. "Wir haben Leute, die drei Mal pro Woche Dialyse bekommen und deswegen ihren Haushalt nicht mehr selbst machen können. Solche Fälle werden natürlich auch in Corona-Zeiten nicht im Stich gelassen."

Die Infrastruktur im Ort will ein Arbeitskreis erhalten, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Wittendorfer zu animieren, ihre Geschäfte zu nutzen. "Wir haben ein Lädele, einen Metzger, eine Volksbank-Filiale", zählt Huß auf. "Und wenn wir die nicht erhalten, und sie irgendwann weg sind, kommen die nicht wieder. Deswegen muss die Infrastruktur erhalten bleiben."

Lebendiges Dorf ist das Ziel

Die Mühen der Arbeitskreise tragen Früchte. "Wir haben zum Beispiel einen Männergesangverein, der vor einem Jahr noch 15 Mitglieder hatte und jetzt mehr als 20 hat. Und auch dass die Bauplätze so gut angenommen werden zeigt mir", so Huß", dass wir die Leute abholen können. Sie sollen die Gemeinde als lebendig erleben und sich mit ihr identifizieren. Da sind wir auf einem guten Weg."

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