Das Projekt im Loßburger Gemeindewald beeindruckte die Regierungspräsidentin: Nicolette Kressl bei ihrem Besuch im Waldklassenzimmer mit Landrat Klaus Michael Rückert, Rektor Thomas Gisonni und Bürgermeister Christoph Enderle (von links) sowie Revierförster Martin Schmalz und Kämmerer Günther Muth (von rechts). Foto: Haubold

Nicolette Kressl besucht Loßburg. Auch die Planungen der Gemeinde zur Ortsumfahrung sind Thema.

Loßburg - Die Karlsruher Regierungspräsidentin Nicolette Kressl war zu Besuch in Loßburg und lobte dabei auch das Pilotprojekt Schulwald. Im Rathaus empfangen wurde sie von Bürgermeister Christoph Enderle und Landrat Klaus Michael Rückert, Amtsleitern, Ortsvorstehern und Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats.

 

Im Schulzentrum erläuterte Rektor Thomas Gisonni die Merkmale der künftigen Gemeinschaftsschule anhand einer Diapräsentation. Für Loßburgs Schüler stehe künftig das individuelle Arbeiten im Vordergrund. Ein Team von Lehrern, die möglichst viele Fächer abdecken, wolle man einsetzen. Dazu müsse die räumliche Struktur verändert werden, eine sogenannte Lernlandschaft für etwa 50 Schüler solle geschaffen werden. Den Eltern sei es wichtig, Bewährtes zu erhalten. Die Schule solle als Lebens- und Lerngemeinschaft beibehalten werden, so der Schulleiter. Die Regierungspräsidentin wollte wissen, inwieweit pädagogisches Interesse der Eltern vorhanden sei und wie die neue Schulart in der Gemeinde angenommen wird.

"Wir konnten Ängste nehmen, es wurde umfangreich informiert", sagte Enderle. Viele Loßburger Schüler würden im nächsten Schuljahr in die Gemeinschaftsschule gehen, auch einige Auswärtige mit komplizierten Busverbindungen seien interessiert, berichtete Rektor Gisonni.

Großes Interesse zeigte Nicolette Kressl dann auch für das Projekt Schulwald. Dort berichtete Revierförster Martin Schmalz von den Anfängen vor rund drei Jahren und betonte auch die gute Zusammenarbeit mit Forst und Gemeinde. Der Schulwald mit seinen 20 Hektar Fläche gelte als ein Loßburger "Eigengewächs" und lebe von den Ideen der Kinder.

Landrat Rückert hob hervor, dass hier viele aus voller Überzeugung an einem Strang zögen – von Rektoren, Eltern, Schülern über Bürger und Forstverwaltung bis zum Gemeinderat.

Angeführt von Revierförster Schmalz, ging es danach rund zwei Kilometer weit in den Wald, um einen Blick in das Waldklassenzimmer, das von Realschülern der achten Klasse konzipiert wurde, zu werfen. Dass es sich lohnen kann, den Unterricht ab und zu auch mal in die Natur zu verlagern, zeigte der Förster eindrucksvoll anhand von Beispielen. "Man braucht nicht unbedingt große Bildungspläne, man braucht eigentlich nur ein Stückchen Wald", lautete sein Fazit. Sichtbar war die Begeisterung der Politikerin für dieses Projekt. Nach einem kurzen Umtrunk im Rathaus und nachdem sich die Regierungspräsidentin ins goldene Buch der Gemeinde eingetragen hatte, standen weitere aktuelle Themen auf der Agenda.

Der Bürgermeister sprach die Planungen der Gemeinde zur Ortsumfahrung an. Man habe in die Vorarbeit bereits viel Geld investiert, um eine geeignete Trasse zu finden. Themen waren zudem die Anbindung des Gewerbegebiets Betzweiler an die L 408, die Querungshilfe auf der L 408 beim Trollenberg in 24-Höfe und die von der Firma Arburg vorgebrachte Forderung, im Bereich der Einmündung auf der L408 in die L 412 etwas zu unternehmen. An dieser Kreuzung habe es in den vergangenen Wochen mehrere schwere Unfälle mit erheblichen Personenschäden gegeben.

Kressl sagte zu, sich um die angesprochenen Problemfelder im Regierungspräsidium und bei den zuständigen Behörden zu kümmern.