Die nächste Stufe führt wohl zur Gemeinschaftsschule: das Loßburger Bildungszentrum. Foto: Wiegert

Ab 2014/2015 wohl Aufnahmestopp: Die Jahre der Grund- und Werkrealschule Dornhan-Loßburg sind gezählt.

Loßburg - Gerade mal elf Anmeldungen für die fünfte Klasse gab es zum Beginn des Schuljahrs an der Werkrealschule Dornhan-Loßburg. Und dies sind wohl auch die letzten Kinder, die in diese Schule aufgenommen werden. Denn wenn der Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Loßburg ab dem Schuljahr 2014/15 genehmigt wird, dürfen keine neuen Schüler mehr die Werkrealschule Dornhan-Loßburg besuchen.

Dies sieht eine Änderung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über die Werkrealschule zwischen der Gemeinde Loßburg und der Stadt Dornhan vor, mit der sich der Loßburger Gemeinderat bei seiner gestrigen Sitzung befasste. Die Änderung des Vertrags ist, wie Bürgermeister Christoph Enderle gestern auf Anfrage unserer Zeitung sagte, die Voraussetzung dafür, dass die Gemeinschaftsschule genehmigt wird: Beide Schularten dürften nicht auf Dauer parallel geführt werden.

Den Schülern der Klassen 6 bis 10 der Werkrealschule werde ab dem Schuljahr 2014/15 jedoch noch die Möglichkeit gegeben, ihren Abschluss zu machen. Zum Ende des Schuljahrs 2018/19 soll die öffentlich-rechtliche Vereinbarung endgültig aufgelöst werden. Dann wäre das gemeinsame Kapitel der Schulgeschichte von Dornhan und Loßburg, das im Schuljahr 2010/11 mit der Einrichtung der Grund- und Werkrealschule begann, schon wieder beendet – aus dem Vorzeigewird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Auslaufmodell. Für die interkommunale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet war ein großer organisatorischer Aufwand erforderlich. Die Werkrealschule ist zudem für die Schüler zum Teil mit langen Busfahrten in die Nachbargemeinde verbunden. Denn die Klassen 5 bis 7 werden in Dornhan und die Klassen 8 bis 10 in Loßburg unterrichtet.

Die Änderung und letztlich die Aufhebung der Vereinbarung über die Werkrealschule sei mit Dornhan einvernehmlich abgestimmt, betont Enderle. Beide Kommunen beantragen jeweils eine Gemeinschaftsschule. Dies sei nicht zuletzt wegen der Schülerzahlen die beste Lösung. Nur noch elf Anmeldungen für die Werkrealschule – die Zahl spreche dafür, so Enderle, dass an dieser Schulart der "Zahn der Zeit" nage. Eine gemeinsame Schule mit zwei Standorten sei für Dornhan und Loßburg nicht mehr machbar. Das Modell der Werkrealschule sei "nicht zu Ende gedacht" worden, meint Enderle und hofft, dass mit der Einführung der Gemeinschaftsschule nach den vielen Änderungen in der Schullandschaft in den vergangenen Jahren erst mal Ruhe einkehrt. Noch in diesem Monat will der Bürgermeister mit den Schulleitern Sonja Hetzel von der Grund- und Werkrealschule und Thomas Gisonni von der Realschule den Antrag für die Gemeinschaftsschule beim Staatlichen Schulamt in Rastatt abgeben. Mit einer Entscheidung rechnet Enderle im Januar.

Ob die Gemeinschafts- und die Werkrealschule bis zur Auflösung der Letzteren parallel geführt werden oder zusammengefasst werden können, müsse noch geprüft werden, sagt Enderle. Wenn es nur die Gemeinschaftsschule gäbe, in der die verbliebenen Werkrealschüler auch noch ihren Abschluss machen könnten, wäre der administrative Aufwand viel geringer.