Der Rohbau vom Schuppen neben dem Backhaus steht bereits. In kürzester Zeit haben die Vereinsmitglieder den in diesem Monat aufgebaut. Foto: Fuchs Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatverein: Arbeiten am Schuppen schreiten voran / Brotverkauf am Mittwoch anstatt an Gründonnerstag

Die Bauarbeiten rund um das alte Backhaus in Lombach entwickeln sich zu einem Rennen gegen die Zeit. Der Heimat- und Kulturverein muss bis Oktober fertig sein, sonst verfällt die Leader-Förderung für das Projekt.

Loßburg-Lombach. "Wir müssen schon kräftig anpacken, dass wir das noch hinkriegen", meint Hansjürgen Stockburger, erster Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Lombach. Die Instandsetzung des Backhauses selbst sei vom Denkmalamt und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg finanziert worden. Die Einrichtung und die Arbeiten rund um das Backhäusle werden nun durch Leader-Mittel gefördert. Doch deren Anteil fällt geringer aus, als in anderen Bundesländern. So würden vergleichbare Projekte in Bayern 60 Prozent Förderung erhalten, in Baden-Württemberg seien es nur 40 Prozent, erläutert Stockburger. Grund seien hier entsprechende Forderungen der Bäcker, die die Backhäuschen als Konkurrenz betrachten. Für Stockburger, der selbst schon als Bäcker arbeitete, ist das nicht nachvollziehbar: "Das ist schon sehr überzogen."

Dennoch, 40 Prozent ist besser als nichts. Doch das Geld fließt nur, wenn der Zeitplan eingehalten wird. "Für alles, was nicht fertig wird, bekommen wir keinen Zuschuss", erklärt Stockburger.

Die Mitglieder packen selber mit an

Dabei kann sich der Fortschritt der Arbeiten durchaus sehen lassen. Das Backhaus ist schon letztes Jahr fertiggestellt worden und wurde sogar bereits vom Gesundheitsamt abgenommen. Nur gebacken wurde hier wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen bisher noch nicht.

Daneben hat der Verein in diesem Monat einen Schuppen hochgezogen, in dem später Holz und Geräte gelagert werden sollen. Auch eine Toilette soll es hier geben. Der Rohbau steht schon, es fehlen aber noch Dachziegel und die Einrichtung.

Beim Bau haben viele Vereinsmitglieder selbst mitangepackt. Aber auch viele Handwerker und Unternehmer aus dem Freundeskreis haben Materialen und ihre Arbeitskraft gespendet. Eigentlich sollte der Schuppen schon im vergangenen Jahr fertig werden. "Aber das ging nicht, wir wurden immer wieder gebremst durch Corona", sagt Stockburger. Und es stehen noch einige Arbeiten um das Backhaus herum aus. So sollen noch ein Parkplatz, ein Boule-Platz und ein kleiner Bauerngarten entstehen.

49 000 Euro sind noch aufzubringen

All das was noch geplant ist, ist mit hohen Kosten verbunden. Schon für die Renovierung des Backhauses wurde Material für 32 000 Euro benötigt, 18 000 Euro Förderung erhielt der Verein. Der zweite Bauabschnitt kostet nun 72 000 Euro. Davon übernimmt Leader 23 000 Euro. Die übrigen 49 000 Euro muss der Verein aufbringen. "Da wir wenig Rücklagen haben, müssen wir das über die Bank zwischenfinanzieren. Aber wir kriegen das hin", meint Stockburger zuversichtlich.

Dabei wurden die Vereinsfinanzen durch die Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogen, da viele Feste, die sonst Geld in die Kasse spülen, ausgefallen sind.

Damit wieder Geld in die Kasse kommt, verkauft der Verein unter strikten Hygienevorkehrungen am kommenden Mittwoch Brot, Brötchen und anderes Gebäck am Backhaus. Eigentlich war die Aktion für Gründonnerstag vorgesehen, wegen dem Hin- und Her rund um die Osterruhe wurde der Verkauf nun aber auf Mittwoch vorverlegt. Wegen der Kontaktbeschränkungen bleibt aber auch diesmal der Holzofen kalt. Gebacken wird stattdessen in der heimischen Küche.

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