Kommunales: Gremium fasst Beschluss einstimmig / Betriebssatzung verabschiedet / Auf eigene Betriebsleitung wird verzichtet
Loßburg. Aus steuerlichen Gründen wird die Nahwärmeversorgung Loßburg künftig als Eigenbetrieb geführt. Den Beschluss dazu fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Zudem wurde eine Betriebssatzung verabschiedet.
Das Stammkapital wird zunächst auf 25 000 Euro festgesetzt. Da auf eine Betriebsleitung verzichtet wird, übernimmt Bürgermeister Christoph Enderle deren Aufgaben. Kämmerer Günter Muth informierte darüber, dass die Gemeinde zurzeit ein Nahwärmenetz mit Wärmegewinnung und -verteilung aufbaut. Die Hackschnitzelanlage beim Schulzentrum stehe vor der Fertigstellung.
Das Wärmeleitungsnetz in der Unteren Schulstraße, Am Wassergraben und zum Baugebiet Bahnhofstraße ist fertiggestellt und eine Verbindung zum bereits bestehenden Blockheizkraftwerk/Nahwärmenetz Kinzighaus, Kinderhaus und Rathaus wurde hergestellt. Auf diesen Strecken wurden zahlreiche private Wohngebäude an das Wärmenetz angeschlossen.
Bisher wurden mit 55 Gebäudeeigentümern Wärmelieferverträge abgeschlossen. Hinzu kommen alle 24 Bauplätze im Neubaugebiet Bahnhofstraße II, die alle an das Netz angeschlossen werden. Wegen des Interesses von weiteren Grundstückseigentümern an einem Nahwärmeanschluss wurde die Erweiterung des Versorgungsgebiets notwendig. Zum 1. Januar 2020 soll die Nahwärmeversorgung aus steuerlichen Gründen als Eigenbetrieb mit geführt werden. Die dazugehörige Betriebssatzung wurde mit der Rechtsaufsicht beim Landratsamt Freudenstadt bereits abgestimmt.
Aufgrund der in den Jahren 2016 bis 2019 anfallenden Ausgaben (3,5 Millionen Euro) und Einnahmen (1,6 Millionen Euro) im kameralen Haushalt Loßburgs ergibt sich ein Finanzbedarf in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro für die Wärmeversorgung. Durch die Zuordnung zum Eigenbetrieb wird der kamerale Haushalt entlastet. Der Finanzbedarf wird durch ein inneres Darlehen mit einer zweiprozentigen Verzinsung abgedeckt.
Ratsmitglied Werner Faulhaber (FWV) sah in der Bildung eines Eigenbetriebs einen optimalen Mix mit kalkulierbaren Kosten auf lange Sicht. Durch die CO2-Einsparung verbessere sich auch der ökologische Fußabdruck in diesem Bereich. Die Nahwärmeversorgung hat aus seiner Sicht auch Vorbildcharakter für andere Kommunen.
Ortsvorsteher Gottlob Huß sorgte sich um die Kosten, die nach dem Verursacherprinzip in Rechnung zu stellen seien. Sie fließen, so Kämmerer Muth, in die Abrechnung der Wärmebeiträge ein. Der hierzu erforderliche Verwaltungsaufwand soll, so Bürgermeister Enderle, für die 3500 Haushalte mit Wasserzählern vom Team im Rathaus bewältigt werden. Das Bauamt kümmere sich um die Hackschnitzel. Der Benefit komme durch den Verzicht auf einen kostenintensiven Betriebsleiter der Bürgerschaft zugute. Lediglich der Jahresabschluss werde, so Enderle, von einem Steuerbüro erstellt.