Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Loßburg Loßburgs Zukunft nimmt langsam Gestalt an

Von

Es wird ernst. Die "Lossbürgerbefragung" ist ausgewertet. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erfuhr das Gremium, was die Loßburger von ihrem Ort halten und in welche Richtung sich die Gemeinde konkret in den kommenden Jahren entwickelt.

Loßburg. "Wofür stehen wir?" Um diese Frage drehte sich die Sondersitzung des Gemeinderats, bei der die Vertreter des Marketingunternehmens "Chateau Louis" aus Ludwigsburg offenlegten, wie es mit Loßburg weitergehen soll. "Und dass eine Markenstrategie wirklich wichtig ist und nicht nur eine Idee des Bürgermeisters", meinte Bürgermeister Christoph Enderle, "zeigt sich darin, dass die Wettbewerbe zwischen Städten und Gemeinden immer stärker und professioneller geführt werden." Oder wie Ludwig Silbermann vom beauftragten Unternehmen es ausdrückte: "Jede Kommune ist eine Marke. Es ist immer nur die Frage ob es eine starke oder eine schwache ist."

Der Wettbewerb, von dem die Rede ist, sei ein Konkurrenzkampf um Einwohner, Steuern, Unternehmen, Arbeitsplätze, Touristen, und eigentlich um alles, was Geld in den Ort bringt. Nur so könne er sich weiterentwickeln und mit anderen Orten mithalten.

Stärken kommunizieren und Defizite beheben

"Eine starke Marke sichert nicht nur die Zukunft einer Gemeinde, sie schafft auch Klarheit", erklärte Silbermanns Partner, Detlev Bernhart. Die Gemeindeverwaltung könne Investitionsentscheidungen leichter treffen, wenn sie wisse, woran sie sei. Kurz gesagt: Stadtmarketing beschäftigt sich mit den Werten und Stärken einer Gemeinde, arbeitet sie heraus und sorgt für die Präsentation nach innen wie außen. So werde dem Ort ein unverwechselbares Gesicht verliehen, mit dem sich der Bürger identifizieren kann.

Was aber sind die Stärken Loßburgs, die "ins Schaufenster gestellt werden" können? Darüber sollte die "Lossbürgerbefragung" Aufschluss geben (wir berichteten), deren Ergebnisse Rebecca Bulander, Professorin an der Hochschule Pforzheim, präsentierte. Die Beteiligung sei mit zwölf Prozent der Bevölkerung, genauer: 927 Personen, sehr groß gewesen. Deutlich wurde: Es besteht bereits eine hohe Verbundenheit der Einwohner mit ihrem Ort. 80 Prozent gaben an, dass sie gerne dort wohnen, ein laut Bernhart "schönes Ergebnis".

Besonders interessant sind für Bulander jedoch die Fragen, die bei den Bürgern besonders große Zustimmung fanden. Einig sind sich die Teilnehmer, dass Loßburg mit der Natur punktet, erfolgreiche Unternehmen und damit qualifizierte Arbeitsplätze vorzuweisen hat, dass alle Teilorte gut mit dem Auto erreichbar sind, die Versorgungsleistungen gut und Amtsgänge leicht zu bewältigen sind.

Auf der Gegenseite stehen Fragen, die mehrheitlich verneint wurden. Hier zeigte sich: Das gastronomische Angebot lässt zu wünschen übrig, es gibt zu wenige Fachgeschäfte, die öffentlichen Verkehrsmittel sind schlecht ausgebaut, Mobilfunk ebenso, auf der Hauptstraße ist meistens Stau und die Unterhaltungsmöglichkeiten fehlen.

Die Professorin leitete daraus die wichtigsten Faktoren mit "Treiberwirkung" ab: Lebensqualität, Wirtschaft, Wohnen und Mobilität. Diese Faktoren machen Loßburg attraktiv und sollen der Grund sein, dass Menschen dort leben und arbeiten wollen. "Loßburg ist idyllisch, hat einen hohen Freizeitwert durch die Umgebung und gute Ausbildungsmöglichkeiten. Das wird abgerundet durch recht preiswertes Wohnen, eine günstige Lage, und, was die Umfrage ebenfalls ergeben hat: eine weltoffene, tolerante Atmosphäre." Diese Themen gelte es nun, in den Vordergrund zu stellen und sie klar zu kommunizieren. Gleichzeitig müsse Loßburg an seinen Defiziten arbeiten, meinte Bernhart. Das gastronomische Angebot und die Einkaufsmöglichkeiten müssten aufgerüstet werden. Auch müsse die Verkehrssituation in der Hauptstraße verbessert werden. Auf diese Punkte konzentriere sich das Marketingunternehmen, das Gießkannenprinzip bringe nämlich nichts. Schließlich solle Loßburg mit bestimmten Werten überzeugen.

"Ein Imagewechsel braucht Zeit und Kontinuität", stellt Bernhart klar. Chateau Louis mache sich nun daran, eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Es sollen Werbekampagnen, Projekte und mediale Auftritte folgen.

Damit stehe man nur noch einen Schritt vor der kreativen Umsetzung des Grundkonzepts – dem letzten Schritt zum Erfolg. Und im Fall von Loßburg sei dieses vielversprechend. Er ist sich sicher: "Loßburg hat viel zu bieten – viel mehr, als den meisten klar ist." Und davon solle bis Jahresende schon einiges zu sehen sein.

Artikel bewerten
1
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.