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Loßburg Gemeinde warnt Bauherren vor Fake-Grundstücken

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Die missverständlichen Anzeigentexte wurden mittlerweile abgeändert. Foto: sb

Loßburg - Sind in Loßburg Immobilienbetrüger am Werk? Ein Facebook-Post der Gemeinde lässt aufhorchen. In diesem warnt die Verwaltung vor Komplett-Anbietern, die im Neubaugebiet Masselstraße III scheinbar Einfamilienhäuser samt "Fake-Grundstücken" vermarkten. Was der Anbieter dazu sagt, erfahren Sie unserem (Schwabo+)-Artikel.

Was steckt dahinter? Auf einem bekannten Immobilienportal waren Anzeigen aufgetaucht, in denen ein Fertighaushersteller ein Komplettpaket zu bewerben scheint: Schmucke Einfamilienhäuschen mit 140 Quadratmetern Wohnfläche samt 500 Quadratmeter großem Grundstück. Das vom Portal als "Geheimtipp" eingestufte Angebot sorgte bei Bürgermeister Christoph Enderle - alarmiert durch die Nachfrage potenzieller Interessenten - allerdings für Stirnrunzeln. Denn die Gemeinde, so Enderle, verkaufe "grundsätzlich nicht an Projektträger, sondern ganz bewusst nur an Bauherren". Man fürchte, dass den Bauherren durch Unterschrift unter den Vertrag schlimmstenfalls ein finanzieller Schaden entstehen könne, so der Bürgermeister. Nämlich dann, wenn das Bauvorhaben mangels Grundstück platze und der Anbieter von seinem Kunden gegebenenfalls hohe Bearbeitungsgebühren für die Rückabwicklung des Bauvertrags verlange.

In diesem Post warnt die Gemeinde Bauherren: Auch andere Teile der Immobilien-Anzeige findet Enderle alles andere als seriös. Etwa die dort abgebildeten Häuser. Diese, stellt der Rathaus-Chef klar, könnten aufgrund des im Neubaugebiet geltenden Bebauungsplans so gar nicht realisiert werden. Als Kunde müsse man aber doch eigentlich erwarten können, dass sich ein Hausanbieter mit den Bauvorschriften auseinandersetze und sein Angebot entsprechend anpasse. 

Gemeinde will Anfängen wehren

"Nach unserer Überzeugung geht das so nicht. Deswegen haben wir rechtliche Schritte eingeleitet. Da gilt: 'Wehret den Anfängen!'", meint der Bürgermeister. Die Gemeinde habe die Verbraucherzentrale ins Boot geholt. Mit dem Ziel, die aus Sicht der Verwaltung unseriösen Angebote aus dem Netz zu bekommen. Auch auf das Immobilienportal sei man zugegangen und habe die Löschung der Anzeigen beantragt. 

Doch wer hat die Anzeigen eigentlich online gestellt? Der Fertighaushersteller selbst sei es schon mal nicht gewesen, teilt die Marketing-Abteilung des Unternehmens mit. Wenig später kommt die Aufklärung: Der Urheber ist ein selbstständiger Bauberater des Hausherstellers. Und der kann die ganze Aufregung so gar nicht nachvollziehen. Die Anzeige richte sich ausschließlich an Bauherren, die sich bereits ein Grundstück im Neubaugebiet gesichert hätten, denen aber noch ein Hausanbieter fehle, sagt er. Schließlich stehe in der Anzeige ja ausdrücklich: "Alle Bauplätze sind bereits reserviert und ab 2021 bebaubar! Sie haben noch nicht den richtigen Baupartner gefunden?"

Anzeigentext wird überarbeitet

Nun könnte die Formulierung "alle Bauplätze sind bereits reserviert" ja freilich auch bedeuten, dass der Haus-Anbieter diese reserviert hat? Sicher nicht, wiegelt der Anbieter ab. Für ihn sei klar, was damit gemeint sei. Nichtsdestotrotz werde er die Anzeigen nochmals umformulieren. Auf diese hin, sagt er, hätten sich bei ihm bereits zwei Bauherren gemeldet, die Grundstücke im Neubaugebiet reserviert hätten. Eine Kostenfalle müsse niemand befürchten, sichert er zu. Hinter dem Angebot stecke "kein böser Wille".

Wenig später lautet der Text wie folgt: "Alle Bauplätze sind nach Auskunft der Gemeinde bereits reserviert und ab 2021 bebaubar! Sie haben noch nicht den richtigen Baupartner gefunden? ... Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an Interessenten, die noch keinen Baupartner für Ihren Haustraum in Loßburg Massel III gefunden haben! ACHTUNG, aus gegebenem Anlass wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Angebot nicht um ein Hauskauf mit Grundstück handelt. Angesprochen sind Privatpersonen die bereits ein Grundstück in Loßburg reserviert haben und noch keinen Baupartner gefunden haben! In keinem Fall werden durch diese Anzeige Gebühren oder sonstiges fällig."

Zur Realisierbarkeit der abgebildeten Häuser meint der Anbieter, dass es sich bei den Abbildungen um Beispiel-Häuser handele. Dies sei bei Fertighausanbietern so üblich. Selbstverständlich würden die Entwürfe im Zuge der Planungen mit den Bauherren individuell an den geltenden Bebauungsplan angepasst und seien dann auch genehmigungsfähig. 

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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