Bald müssen Loßburger tiefer in die Tasche greifen: Die Wasser- und Abwassergebühren werden erhöht. (Symbolbild) Foto: K.-U. Häßler - stock.adobe.com

Die Gemeinde Loßburg erhöht zum neuen Jahr die Gebühren für Wasser und Abwasser. Was Funkzähler mit der Sache zu tun haben und wie viel Bürger nun mehr bezahlen müssen.

Die Gemeinde Loßburg erhöht zum neuen Jahr die Gebühren für Wasser und Abwasser. Hintergrund sind sich stetig mehrende laufende Kosten und Kosten aus Investitionstätigkeiten. Diese will die Gemeinde nun durch die Anhebung der Gebühren entsprechend refinanzieren.

 

Eine dieser Investitionen ist die Beschaffung von 2700 neuen Funkwasserzählern, die die alten, analogen Geräte ersetzen sollen. Nach und nach sollen Jahr für Jahr 600 Stück ausgetauscht werden. Das sei „ein weiterer Schritt in unserer Digitalisierung und Prozessoptimierung“, erklärte der Leiter der Finanzverwaltung, Alexander Hoffarth, der das Tema in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte.

Die analogen Wasserzähler erfordern eine manuelle Ablesung. Da dies nicht nur zeitaufwendig und fehleranfällig sei, sondern auch jährliche Kosten verursache, habe sich die Verwaltung nun für die Funkzähler inklusive einer zentralen Verarbeitungs- und Auswertungssoftware entschieden. Diese brächten gleich mehrere Vorteile mit sich.

Diese Vorteile haben die Funkzähler

So steigerten die neuen Funkwasserzähler die Effizienz, da die Datenauswertung einfach automatisiert über die Software, statt wie bisher manuell erfolgt. Das reduziere gleichzeitig auch die Personalkosten. Zudem sei mit den neuen Zählern eine schnellere und genauere Abrechnung möglich und Energie- und Wasserverluste könnten frühzeitig erkannt werden. Durch die Einsparung von Papierformularen und Fahrten schonten sie zudem auch noch die Umwelt.

Auch müssten die analogen Zähler nach dem deutschen Mess- und Eichgesetz nach sechs Jahren ausgetauscht werden. Die Funkwasserzähler hingegen könnten nach sechs Jahren überprüft und die Eichfrist bei positivem Ergebnis um weitere sechs Jahre verlängert werden, erklärte Hoffarth.

So teuer werden die Wassergebühren

Daher entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die Funkwasserzähler und die zugehörige Software der Firma Kamstrup zum Angebotspreis von rund 49 000 Euro. Somit sind die Funkzähler vielleicht im Unterhalt günstiger, als die analogen, in der Beschaffung sind sie jedoch doppelt so teuer. Und das merkt auch der Endverbraucher. Hoffarths Stellvertreterin, Ramona Stühler stellte die konkreten Zahlen vor.

Jährlich kämen dadurch 14,50 Euro brutto mehr an Grundgebühren auf die Verbraucher zu. Die monatliche Grundgebühr betrage dann 5,95 Euro netto, statt wie bisher 4,82 Euro – Eine Erhöhung um 1,13 Euro. Die Grundgebühr pro Kubikmeter Wasser erhöht sich um 99 Cent, von 2,91 Euro netto auf nun 3,90 Euro.

So teuer werden die Abwassergebühren

Und was reingeht, muss natürlich auch wieder rauskommen, leitete Bürgermeister Christoph Enderle zum nächsten Tagesordnungspunkt über: Den Abwassergebühren. Auch diese sollen zum neuen Jahr erhöht werden.

Dabei soll die Schmutzwassergebühr von 3,10 Euro pro Kubikmeter auf 4,20 Euro erhöht werden – Eine Erhöhung um 1,10 Euro. Die Niederschlagswassergebühr steigt indessen um 20 Cent, von 21 Cent je Quadratmeter versiegelte Fläche auf 41 Cent.

Die neuen Gebühren für Wasser und Abwasser gelten ab dem 1. Januar 2026 für die Jahre 2026 und 2027. Das solle den Bürgern zumindest zwei Jahre Sicherheit geben, erklärte Bürgermeister Enderle. Auch stellte er nochmals klar, dass durch die Gebührenanhebung keine Gewinnerzielung, sondern lediglich eine Kostendeckung angestrebt werde.