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Loßburg Die Tankstelle der anderen Art

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Foto: Fuchs Foto: Schwarzwälder Bote

Als Gerücht wabert das Projekt schon seit einiger Zeit durch Betzweiler: Eine Tankstelle soll im Industriegebiet entstehen. Nun ist es soweit, die Planungen und Vorbereitungen sind längst im Gange. Eine ganz gewöhnliche Tankstelle, wie man sie kennt, soll es jedoch nicht werden.

Loßburg-Betzweiler. "Von den Gerüchten habe ich auch gehört", erinnert sich Projektentwickler Thomas Zink. Er ist selbstständig mit seiner Unternehmensberatung "Stationskonzepte" in Baiersbronn, die Tankstellennetze plant und von der Idee bis zur Inbetriebnahme begleitet. "Ich habe herausgefunden, wer der Investor sein soll und habe mich bei ihm gemeldet." Dieser habe seine Unterstützung dankend angenommen und gemeinsam haben die beiden Pläne entwickelt, die jetzt schon in der Realisierung seien. Seinen Namen möchte der Investor noch nicht verraten, was jedoch nicht daran liege, dass noch irgendwelche Unsicherheiten beständen, versichert Zink. Es stehe fest: Auf den freien 7000 Quadratmetern zwischen L 406, Hummelbühlstraße und Oberwiesachstraße in Betzweiler wird eine Tankstelle gebaut.

"Ich sage lieber: Loßburg bekommt eine Tankstelle, nicht nur Betzweiler", erklärt Zink, weshalb er keine Zweifel daran hat, dass die Tankstelle gut besucht sein werde. "Die Loßburger gehen nämlich nach Freudenstadt zum Tanken. Nach Betzweiler haben sie es nicht weiter und noch dazu ist die Strecke schöner." Außerdem sei die L 408 gut befahren, sie verbinde die Großräume Rottweil und Freudenstadt. Auch viel touristischen Verkehr zwischen den Räumen Pforzheim oder Karlsruhe und beispielsweise dem Bodensee gebe es auf dieser Straße. Und dieses Verkehrsaufkommen will sich der Berater zunutze machen.

"Das ist ein interessantes Infrastrukturprojekt", sagt Zink, und ungewöhnlich werde es noch dazu. Das Konzept, das Investor und Planer entwickelt haben, ist nämlich neu. "Ich wüsste jedenfalls nicht, wo es so etwas sonst gibt", überlegt Zink. Die Tankstelle soll nur die eine Hälfte des Bauwerks ausmachen, die andere soll eher kulturell als verkehrstechnisch wertvoll werden.

Sechs Autotankplätze, Waschanlagen und Ladestellen fürs E-Bike

Doch zuerst zur Tankstelle selbst. Sechs PKW-Tankplätze und zwei gesonderte Plätze für LKW soll sie umfassen. Dort soll es rund um die Uhr alle Kraftstoffarten geben. Es sind sogar Stellen reserviert, auf denen eines Tages Wasserstofftankplätze entstehen könnten. Das, so Zink, sei noch Zukunftsmusik, der Platz sei schon eingeplant. Abseits der Zapfsäulen entstehen Waschanlagen, darunter sowohl Selbstwaschanlagen als auch Portalwaschanlagen. Für den Innenraum soll es Staubsauger geben, für das E-Bike Ladeplätze. Das ganze Gelände, versichert Zink, sei so großzügig angelegt, dass man mit dem Auto immer problemlos wegkomme.

Im Hauptgebäude entsteht ein Shop sowie ein Gastronomiebetrieb mit Innen- und Außensitzplätzen. "Der Shop soll auch das Nahversorgungsnetz unterstützen", sagt Zink, "weil es in Betzweiler ja auch nicht so viele Einkaufsmöglichkeiten gibt. Wir versuchen also, das Sortiment möglichst in der Breite abzudecken." Welche Art von Gastronomiebetrieb eingerichtet werde, stehe noch nicht fest.

Eingeplant sei auch ein gut ausgebautes Behinderten-WC und die sind laut Zink Mangelware an Raststätten in der ganzen Region.

Ein regionaler Hofladen mit Café für kleine Veranstaltungen

Das ist die eine Seite des Gebäudes, natürlich in Tankstellenoptik. Die andere Hälfte solle zwar baulich mit dem Tankstellengebäude verbunden sein, so teilen sich die Hälften zum Beispiel die Toiletten, optisch und thematisch soll sie sich jedoch völlig unterscheiden. "Und in diesen anderen Gebäudeteil kommt ein Bauernmarkt, in dem Landwirte aus der Region ihre Produkte anbieten können", so Zinks Vision. Rustikal und ländlich soll es werden, innen wie außen. "Ein richtiger, stilvoller Hofladen", erklärt er. Eingerichtet werde direkt daneben ein kleines "Event-Café", wie er meint. "Dort könnten auch Veranstaltungen stattfinden. Es soll mit Stehtischen flexibel gestaltet werden können. Eine Terrasse ist auch dabei."

Die Idee sei also, dass die Menschen drei Gründe haben, vorbeizukommen: Die Tankstelle, die Einkaufsmöglichkeiten und das Veranstaltungs-Café. "Wir sind hier in einem sehr ländlichen Raum", ist sich Zink bewusst. "Da ist der Bau einer Tankstelle in dieser Größe nicht das erste, worauf man kommt. Nicht einmal in Freudenstadt gibt es eine vergleichbar gut ausgebaute." Aber in der Symbiose sieht er ein Erfolgskonzept.

Ob er sich keine Sorgen mache, dass das Konzept den Besuchern zu suspekt sei? "Die Räume sind optisch so stark voneinander getrennt, dass die ungewöhnliche Kombination sicherlich nicht abschreckend wirken wird", ist er überzeugt. "Das werden komplett eigenständige Bereiche."

Wenn alles glatt läuft, soll die Tankstelle der anderen Art im Spätsommer 2021 betriebsbereit sein. Bis zum Spatenstich gibt es jedoch erst einmal bürokratische Hürden zu bewältigen. "Das Grundstück hat der Investor von der Gemeinde bereits gekauft. Jetzt sind wir gerade dabei, Baugenehmigung und die Erlaubnis bei den offiziellen Stellen einzuholen." Und das, so der Planer, könne dauern. Die Erlaubnis brauche es, weil eine Tankstelle kein gewöhnliches Bauprojekt sei. "Da wird ja mit brennbaren, wassergefährdenden Flüssigkeiten gearbeitet", erklärt Zink. Es stehen nun unter anderem Lärm-, Wasserschutz- und Baugrunduntersuchungen an. Die sollen jedoch in absehbarer Zeit abgeschlossen sein, damit es im April kommenden Jahres los gehen kann mit den Bauarbeiten.

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