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Loßburg Die Kandidaten stellen sich im Internet vor

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Vor der Kandidatenvorstellung (von links): Bürgermeister Christoph Enderle, Manfred Hauser, der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses und stellvertretender Bürgermeister, Moderator Oliver Wendel und Herausforderer Alexander Kebeck.Foto: Sannert Foto: Schwarzwälder Bote

Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, die beiden Bewerber um den Chefsessel im Rathaus. Am 13. Dezember haben die Loßburger die Wahl zwischen dem Verwaltungsfachmann und amtierenden Bürgermeister Christoph Enderle und dem Quereinsteiger und Herausforderer Alexander Kebeck.

Loßburg. Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen im Landkreis Freudenstadt hatte der Gemeinderat eine öffentliche Kandidatenvorstellung abgelehnt. Stattdessen gab es eine Pressekonferenz im Beisein des Gemeindewahlausschusses unter dem Vorsitz von Manfred Hauser, moderiert vom ehemaligen Loßburger Oliver Wendel und aufgezeichnet von der Revo Veranstaltungstechnik GmbH aus Freudenstadt.

Beide Kandidaten durften sich maximal 15 Minuten lang vorstellen. In dieser Zeit musste der Gegenkandidat draußen warten. Danach beantworteten Enderle und Kebeck Fragen, die die Bürger im Vorfeld online gestellt hatten.

Glasfaser und Wohnbauplätze

Weil seine Bewerbung zuerst eingegangen war, durfte Enderle den Anfang machen. Der 44-Jährige, der mit Frau und vier Kindern in Waldachtal wohnt, war bei seinem Rückblick auf knapp acht Jahre im Amt auf 112 wichtige Punkte gestoßen, auf die er gerne eingegangen wäre. Weil die Zeit knapp war zählte er nur die wichtigsten Themen auf, sprach über den Breitbandausbau und Glasfaser für Gewerbegebiete, Haushalte und Schüler.

"Jeder Hof hat mittlerweile eine Glasfaseranbindung, darauf bin ich stolz", sagte Enderle. Für ihn ständen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur auf dem Papier, wie das neue Kinderhaus oder der Kinderbonus beim Grunderwerb zeigten.

In den vergangenen sieben Jahren seien rund 95 Wohnbauplätze erschlossen und verkauft worden. An allen drei Grundschulen gebe es eine Kernzeitbetreuung und die Schulmensa sei nahezu ausgebucht, sagte Enderle. Ihm würden aber auch Feuerwehr und Vereine am Herzen liegen. Letztere würden auch von der Sanierung des Hallenbads und dem Sporthallenneubau profitieren.

Neben zahlreichen Straßenbauprojekten listete der Bürgermeister auch Radwegemaßnahmen sowie die Nahwärmeversorgung auf. Auch die ärztliche Versorgung sei ihm wichtig, versicherte er. Stolz sei er außerdem auf die Umgestaltung des Zauberlands in eine Naherholungsfläche, die schon bald neue Attraktionen bekommen soll, und darauf, dass Loßburg eine "motorradfreundliche und familienfreundliche Kommune" ist.

Verkehr soll aus dem Ort

Enderle ging auch auf die Arbeit im Rathaus ein – auf die weit fortgeschrittene Digitalisierung, auf den offenen und guten Umgang miteinander – auch mit Ortsvorstehern und Gemeinderat. Um künftige Projekte stemmen zu können, sei es wichtig gewesen, den Schuldenstand der Gemeinde im Kernhaushalt auf unter eine Million Euro zu reduzieren.

Dass Loßburg auf dem richtigen Weg sei, zeigten stark steigende Gewerbesteuereinnahmen, eine Zunahme bei Einwohnerzahl, Geburten und Arbeitsplätzen.

Sollte er die Bürgermeisterwahl gewinnen, dann möchte Enderle unter anderem einen Aldi-Markt ansiedeln, für Loßburg eine Markenstrategie entwickeln und den Verkehr aus dem Ort bringen. Gastronomie, Handel, Handwerk und Industrie sollen gestärkt werden, um Loßburg zukunftsfähig zu machen, aber auch, damit die Menschen in Würde in der Gemeinde altern könnten. "Messen Sie mich an meinem Erreichten", sagte Enderle, der betonte, dass alle Versprechen, die er vor acht Jahren in seinem Wahlflyer gemacht hatte, umgesetzt wurden – außer der Ortsumfahrung.

Beruflicher Werdegang und Kampfgeist

Ganz anders die Vorstellung von Herausforderer Alexander Kebeck. Der nahm die Einladung zur Vorstellung wörtlich und stellte sich und seinen beruflichen Werdegang frei redend und ohne Manuskript vor. Er sprach offen über seine Familie und seine Arbeit sowie von abgebrochenen Ausbildungen und betonte immer wieder, dass er ein Macher sei. "Ich bin schon in viele Schluchten gestürzt, doch mit Kampfgeist kommst du aus jeder wieder heraus", sagte der 39-Jährige, der in Loßburg seine künftige Frau kennengelernt hat, die er nächstes Jahr heiraten möchte. Die beiden wohnen in Betzweiler. "Ich fühle mich hier sauwohl."

Souveränität und Wertschätzung

Das Amt des Bürgermeisters sei ein großes Amt, so Kebeck, inzwischen Leiter des Edeka-Markts in Loßburg. Eltern, die sich um ihn kümmern, habe er keine gehabt. Er sei stattdessen in Bayern beim Großvater, einem langjährigen Bürgermeister und stellvertretenden Landrat, aufgewachsen. "Mein Großvater war mein Mentor", so Kebeck.

Er habe ihm Souveränität und einen wertschätzenden Umgang mit den Mitmenschen beigebracht. Alexander Kebeck wollte schon immer etwas bewegen, zog mit 17 zuhause aus, brach dann die Ausbildung zum Einzelhändler ab. Er sprach über seine Erfahrungen, die er im Pflasterbau, bei einer Werbeagentur, als Teamleiter bei der Deutschen Rettungsflugwacht, als geschäftsführender Gesellschafter eines Unternehmens und als Selbstständiger gemacht hat.

Er nannte sich einen Menschen mit guter Auffassungsgabe, mit Umsetzungsvermögen und Stärke, die darin liege, Menschen für sich zu gewinnen. Er wolle mit allen offen umgehen und traue sich das Amt des Bürgermeisters zu, betonte er.

"Ich bin sehr authentisch. Ich kann nicht mit einer Ausbildung glänzen, ich kann nur mit meiner Persönlichkeit die Menschen und die Mitarbeiter im Rathaus für mich gewinnen."

Weitere Informationen: Die gesamte Aufzeichnung der Kandidatenvorstellung im Rathaus wurde nach der Pressekonferenz auf der Internetseite der Gemeinde Loßburg sowie auf Youtube online gestellt und kann dort angeschaut werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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