In Loßburg hat der Winterdienst im Januar reife Arbeit geleistet. Passend dazu wird der jetzt besser bezahlt.Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Stundensatz für Fremdfirmen steigt

Loßburg. Zum letzten Mal angepasst wurden die Stundensätze für den Winterdienst bei Beauftragung einer Fremdfirma in der Gemeinde Loßburg im Jahr 2002. Und zwar von D-Mark in Euro. Angehoben worden sei damals auch nichts, blickt Bauamtsleiter Jochen Geßlerin der jüngsten Gemeinderatssitzung zurück. Nun werde es höchste Zeit. Eine Preisanpassung sei auf Dauer unumgänglich. "Wie wichtig ein guter Winterdienst ist, haben wir vor Kurzem ja gesehen."

Als die Gemeinde vor 19 Jahren mit den Fremdfirmen einen Vertrag über die Erbringung des Winterdienstes abschloss, wurde der Stundensatz auf 57 Euro für einen Allradschlepper sowie 35 Euro für Radlader festgelegt. Die Sprit- und Fahrzeugpreise haben sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich erhöht.

Die Einsatzgeräte wie Pflug, Streuer oder Schneefräse werden in Loßburg von der Gemeinde gestellt. Ebenso übernimmt die Gemeinde die Wartungsarbeiten und Verschleißreparaturen. Aus diesem Grund war bisher im Vertrag geregelt, dass mit den Geräten der Gemeinde anderweitig kein Winterdienst geleistet werden darf. "Das Unternehmen muss also quasi nur den Arbeiter und den Sprit zur Verfügung stellen", veranschaulicht Geßler. Aber da auch der Sprit teurer wird, kommt die Gemeinde nicht um eine Erhöhung der Vergütung herum.

Der Stundensatz für Allradschlepper steigt damit um knapp 30 Euro, der für Allradlader und Kleintraktoren um 10 Euro und bei Fräsarbeiten gewährt die Gemeinde einen Zuschlag von 15 Euro je Stunde. Der neue Satz gilt ab sofort. 40 bis 50 Prozent der Winterarbeiten in der Gesamtgemeinde sind laut Verwaltung vergeben. Den Rest erledigt der Bauhof.

Erhöhung gerechtfertigt

"Ich bin auch etwas erschrocken", gesteht Bürgermeister Christoph Enderle. "Aber andere Firmen machen das auch nicht umsonst. Und unsere sind alle vom Ort." Auch gegen die Qualität der Arbeitskräfte lasse sich nichts sagen. Es werde oft über den Winterdienst geschimpft, aber man dürfe nicht vergessen, was die Arbeiter leisten. "Ich war letztens in Schömberg", so der Bürgermeister, "und da ist ein Baum umgefallen. Nach gerade einmal zwei Stunden war der restlos weggeräumt und die Straße wieder befahrbar." Ein so engagierter Winterdienst sei gar unbezahlbar.

Tourismus-Chefin Karin Armbruster setzt sogar noch eine Schippe drauf: "Der Winterdienst kümmert sich auch um die Wanderwege, und das sogar sehr gewissenhaft", lobt sie Bauhof und Fremdfirmen. "Die Loipe in Schömberg ist dieses Jahr gespurt. Ich kann mich nicht erinnern, dass es das bisher schon einmal gegeben hätte."

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