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Loßburg Der Griff nach den Sternen

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Alexander Kebeck hat seine halbe Kindheit im Bürgermeisteramt verbracht. Jetzt will er auch dort arbeiten. Foto: Koos Foto: Schwarzwälder Bote

Loßburg. Eine aussichtslose Mission? Das weiß man immer erst hinterher. Und wer’s nicht probiert, findet es auch nicht heraus. Alexander Josef Kebeck, Leiter des Supermarkts in Loßburg, fordert Amtsinhaber Christoph Enderle heraus und tritt zur Bürgermeisterwahl am 13. Dezember an. Peng!

Seit 30. Oktober liegt seine Kandidatur bereits im Rathaus. "10.45 Uhr, um genau zu sein. Da habe ich sie bei Herrn Maser abgegeben", sagt Kebeck. Gerd Maser ist Leiter des Ordnungsamts der Gemeinde und Ansprechpartner und stellvertretender Leiter des Gemeindewahlausschusses. Er dürfte baff gewesen sein, ebenso Teile der Einwohnerschaft, als die Nachricht öffentlich wurde.

Die meisten Loßburger kennen Alexander Kebeck wohl vor allem vom Einkaufen. Er ist seit rund zwei Jahren Leiter des örtlichen Supermarkts. Seit Sommer ist er auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt: Er war mit Landrat Klaus Michael Rückert zusammengerasselt, weil er seine Mitarbeiter im Markt von der Corona-Maskenpflicht entbunden hatte (wir berichteten). Mit dauerhaftem Mundschutz könne keiner arbeiten, ohne selbst gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erleiden. Der Landrat, als Kunde im Markt, reagierte einigermaßen fassungslos.

Disput mit Landrat geklärt

"Das ist längst geklärt", sagt Kebeck. Er habe sich noch vor dem Urlaub zu einem einstündigen Gespräch mit Rückert im Landratsamt getroffen. "Man muss nicht immer einer Meinung sein", so Kebeck, "aber ich denke, wir konnten am Ende beide erhobenen Hauptes aus dem Gespräch gehen." So wolle er auch die Wahl angehen. Offen, fair. Versuch macht klug. "Wenn man nach den Sternen greift, kann man auch mal einen erwischen. Und wenn ich am 13. Dezember um 18.01 Uhr mit einem Prozent der Stimmen aus der Wahl gehe, dann kann ich trotzdem erhobenen Hauptes durch die Gemeinde gehen", sagt der 39-Jährige in warmem bayerischen Dialekt.

Alexander Kebeck stammt aus Rosenheim. Nach eigenen Aussagen wuchs er bei den Großeltern auf – und teils im dortigen Rathaus. Sein Opa sei dort 30 Jahre lang Bürgermeister gewesen, davon acht Jahre Landrat-Stellvertreter. Von ihm habe er viel gelernt, etwa den respektvollen Umgang mit allen Menschen. "Er hat’s mir vorgelebt, war jedermann gegenüber wertschätzend", so Kebeck. Zweite Lehre des Großvaters: "Man muss immer schauen, dass es dem Ort gut geht, in dem man lebt." Sollte er die Chance bekommen, ihm nacheifern zu dürfen, dann wäre das "die allergrößte Ehre" für ihn.

Kebeck begann zunächst eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann, die er jedoch abgebrochen habe. Im Alter von 19 Jahren habe er sich im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit selbstständig gemacht. Im August 2018 kam er für eine Handelskette nach Loßburg, und seit Januar vorigen Jahres ist er Leiter deren Marktes mit 32 Mitarbeitern in der Gemeinde.

"Der Markt hat sich gut entwickelt", sagt Kebeck. Dass sei nicht alleine sein Verdienst, sondern vor allem eine Mannschaftsleistung der Belegschaft. Diesen Stil des motivierenden Umgangs wolle er auch im Falle eines Wahlsiegs pflegen. Dass ihm die Verwaltungsausbildung fehle, sehe er nicht als Makel. Quer einzusteigen, sei ihm nicht fremd. Wichtiger sei es, gut und offen mit Verwaltung, Gemeinderat, Ostvorstehern und der Bürgerschaft zusammenzuarbeiten. "Es geht mir um Führungsqualität."

Blitzen in den Augen

Alexander Kebeck ist parteilos und tritt als unabhängiger Kandidat an. Sich selbst beschreibt er als liberal in der Grundhaltung und als sozial engagiert. Nächste Woche sollen seine Wahlkampf-Broschüren in der Gemeinde verteilt werden. Sein politischer Ansatz für Loßburg: "Das Dorfleben soll Dorfleben bleiben. Ich wäre stolz und dankbar, Loßburg zukunftsorientiert weiterentwickeln zu dürfen."

Mehrfach sei er von Kunden angesprochen worden, doch in die Politik zu gehen. Als die Bürgermeisterstelle in Loßburg ausgeschrieben worden sei, habe er sich gedacht: warum nicht? Als seine Verlobte Franziska "das Blitzen" in seinen Augen gesehen habe, hätte sie ihm ihre Unterstützung für die Kandidatur zugesagt. In Loßburg fühlt sich das Paar nach eigenem Bekunden sehr wohl. Kürzlich kam Töchterchen Valentina zur Welt, für Kebeck neben seiner Frau in spe "das bislang allergrößte Geschenk". Eigentlich wollte das Paar dieses Jahr heiraten, was aufgrund von Corona jedoch nicht möglich gewesen sei. Dann eben nächstes Jahr. "Wenn ich dann noch Bürgermeister werden dürfte, wäre für mich alles perfekt."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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