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Loßburg Den Schlüssel ist der Schultes nun los

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Machtübernahme in Loßburg: Bunt kostümiert waren die Rathausangestellten und ihr Chef (Bild links). Die jungen Narren von der Narrenzunft Loßburg traten mit einem Tanz auf (Bild oben, rechts). Da half kein Flehen und Klagen: Der Bürgermeister wurde von Mitgliedern der Narrenzunft aus dem Rathaus geholt Fotos: Schwark Foto: Schwarzwälder Bote

Da half kein Flehen und Klagen: Seit dem Abend des "Schmotzigen Donnerstags" haben die Loßburger Narren bis Aschermittwoch zumindest symbolisch die Macht im Rathaus Loßburg über-nommen.

Loßburg. Bürgermeister Christoph Enderle hatte sich lange gewehrt, aber der Übermacht der Narren war er nicht gewachsen. Schließlich rückte er unter großem Jubel der Besucher den Rathausschlüssel heraus. Zahlreiche Besucher, darunter auch die Heimbachhexen und die Rickenhexen aus Betzweiler, verfolgten einen spannenden Disput zwischen dem Bürgermeister und den Narren der Narrenzunft Loßburg.

Deren Hexenmeister Michael Merz und Geistermeister Sascha Rauter riefen laut "Schultes komm raus". "Ja, was isch denn do los, was ist das für an Geschrei?", konterte Enderle am Fenster seines Amtszimmers. Seine Regentschaft sei ab jetzt zu Ende, die Geschäfte würden fortan in ihren Händen liegen, entgegneten die Narren.

"Schließlich sin’ mir Kurort ond weltbekannt, Ihr an der Macht, des wär bloß a’ Schand", rief Enderle zurück. Angesichts der Überzahl der Narren sei eine Kapitulation der bessere Weg, ermahnten die Schlossberghexen und Kinziggeister den Rathauschef. "Holet ’en raus uff da Rathausplatz, jetzt machet mir erschd mol richtdig Rabatz", hieß es aus dem Narrenvolk.

So stürmte eine Delegation der Narrenzunft das Rathaus. "O’ je, die machet ernscht", rief der Schultes, der durch die Reihen der Narren unter fetzigen Klängen der Hexa-Heuler zum Festwagen geführt wurde.

Um die Narrenschar milde zu stimmen, war der Bürgermeister voll des Lobes. Auch über die Qualität der Guggamusik. Keine Guggamusik auf dieser Welt sei besser, so die Loßburger Narren, um gemeinsam mit Enderle dreimal lautstark "Hexa-Heuler" zu rufen. Bereits zu Beginn hatten die jungen Narren einen Hexentanz präsentiert. Die bunt kostümierten Rathausangestellten konnten ihren Chef nicht aus seiner Zwangslage befreien. Der freute sich, dass am "Schmotzigen" die Narren der Gesamtgemeinde feiern, die ihr "Narri-Narro" vor dem Rathaus erschallen ließen. Im Flecken sei mal wieder viel los gewesen, so der Bürgermeister zu seiner Verteidigung. Keine Maschine sei stillgestanden, und überall sei gebaut worden, mal leise, manchmal auch laut, sagte er. Wohnen für Familien und Senioren sei Musik in seinen Ohren, so Enderle, der auch die Nahwärme und neue Straßenbeläge anführte. Er bringe einfach alles auf den Weg, lobte sich der Bürgermeister und machte auch deutlich, dass das Feuer der Narren eh bald erloschen sei.

Sachlich sei das zwar richtig, so der Hexen- und der Geistermeister, das sei aber nur die halbe Wahrheit. Dreck, Lärm und Verkehrschaos seien halt auch dabei gewesen, so die Narren, die sich wunderten, wo die ganzen Autos herkommen.

Ins Visier nahmen die Narren auch die Themen Blitzer und Bußgeldwelle. Der Schultes solle sich lieber um die Festhalle kümmern. Die sei zu klein für den Hexenball. Sicherheitsverordnungen und der ganze Rest könnten einem saumäßig den Hexaball vermiesen. Ein Neubau müsse her, das sei die Bitte der Narren. Schlussendlich wurde Enderle zu acht närrischen Stunden bei der Narrenzunft verurteilt. Auch soll er die Narren mal wieder bei einem Umzug begleiten. Die Strafe nahm der Bürgermeister an, um dann die Regierungsmacht an die Hexen und Geister zu übergeben. "Da habt ihr jetzt den Schlüssel, des Feschd goht los, Loßburger Narren, die sind halt famos", so Enderle mit einem dreifachen "Schloßberghexa" und "Kinzig-Geister".

Zu den Klängen der Hexa-Heuler wurde von der Narrenzunft Loßburg der Narrenbaum auf dem Marktplatz aufgestellt, bevor bis in die Nacht hinein gefeiert wurde.

Ein Lob ging auch an Holger Eckle, der die Rede auf Schwäbisch gedichtet und zusammengestellt hatte.

Bis zum Aschermittwoch gibt es für die Narren nun kein Halten mehr. Doch bei aller Feierlaune lautet die Devise wie in jedem Jahr: Am Aschermittwoch ist alles vorbei, und der Rathausschlüssel wieder in der Hand des Schultes.

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