Der Freibadförderverein Loßburger Bäder mit Michael Hoffer (zweiter von rechts) an der Spitze und Gemeinde-Hauptamtsleiterin Anja Lewandowski (links) freuen sich auf die Eröffnung des Freibads.Foto: Fuchs Foto: Schwarzwälder Bote

Freizeit: Öffnung am Montag, 14. Juni / 350 Personen gleichzeitig / Testzentrum zieht ins Rathaus um

Das Freibad Loßburg ist zurück. Nach einem Jahr Zwangspause werden die Tore am kommenden Montag wieder geöffnet. In Vorbereitung auf die Saison, so Bäderfördervereins-Vorsitzender Michael Hoffer, gab es alle Hände voll zu tun.

Loßburg. Mit Getöse trifft der Wasserstrahl des Hochdruckreinigers auf die Steinfliesen im Eingangsbereich und der Rasenmäher rattert über die Wiesen. Die letzten Handgriffe fallen noch an. "Wenn der Rasen gemäht ist und die Bänke stehen, kann es Montag werden", sagt Vereinsmitglied André Volmer. "Da steigt die Vorfreude."

Ein Jahr ganz ohne Besucher sei lang. Das, so Michel Hoffer, Vorsitzender des Fördervereins Loßburger Bäder, merke man auch an dem großen Mehraufwand. "Den haben wir ein bisschen unterschätzt", sagt er. "Die Duschköpfe wurden seit einem Jahr nicht benutzt, das Glasdach am Eingang ist unter der Schneelast im Winter kaputt gegangen und musste ersetzt werden." Und es seien ein paar Geräte hinzugekommen, wenn das auch Erneuerungen seien, von denen die Gäste wenig sehen. "Wir haben zum Beispiel einen neuen Beckensauger." Der funktioniere wie der Staubsauger daheim. Nur dass er über den Beckenboden fahre und ihn sauber halte, anstatt über den Teppich. Er koste auch ein wenig mehr als ein Hausstaubsauger. Ganze 25 000 Euro, verrät Hoffer.

Im vergangenen Jahr gab es dafür überhaupt keine Ausgaben. Angesichts der damaligen Coronalage sei es für Förderverein und Gemeinde wirtschaftlicher gewesen, das Bad 2020 geschlossen zu lassen. Ein Freibad sei immer ein Zuschussbetrieb. Besonders bitter war das ausgefallene Jahr 2020, weil der Förderverein sein zehnjähriges Bestehen feiern wollte.

Noch ein weiteres Jahr nicht zu öffnen, das kam für beide Seiten nicht in Frage. "Wir freuen uns, dass das Bad wieder öffnet", sagt Hauptamtsleiterin Anja Lewandowski im Namen der Gemeinde Loßburg. "Das war uns ein großes Anliegen. Ein Ort mit geöffnetem Bad ist sowohl für Einheimische als auch für Touristen attraktiver." Und in Zeiten, in denen die Menschen weniger, beziehungsweise näher, Urlaub machen, sei das umso wichtiger.

Lichtschranke regelt den Einlass

Dass die Besucherzahlen mit Beginn der Sommerferien steigen, sei keine Frage. "Ich bekomme schon Anrufe von Leuten außerhalb von Loßburg, wann wir öffnen", freut sich Volmer. "Wir haben hier Urlaubs-Stammgäste, die immer wieder kommen." Sehr viele Holländer und Engländer seien dabei.

"Wir scharren mit den Hufen", bestätigt Hoffer. Ob die Zehnjahrsfeier nachgeholt wird, ist noch unklar. "Wir planen nur auf Sicht", erklärt er. Alles hänge dieses Jahr von der Inzidenz ab. "Wir hoffen, dass sich die Zahl so entwickelt, dass die Besucher bald ohne Test kommen können." Noch ist es jedoch nicht soweit. Zutritt erhalten aktuell nur Besucher mit einem negativen Test, der nicht älter als 24 Stunden ist – oder im Fall von Schülern 60 Stunden – sowie vollständig Geimpfte und Genesene. Maskenpflicht gilt im Eingangs-, Umkleide- und Kioskbereich.

Testen lassen kann man sich im Testzentrum der Gemeinde. "Ab Montag, 14. Juni, wird das Testzentrum in den Sitzungssaal ins Rathaus verlegt", so Lewandowski. "Wir bieten auch einen zusätzlichen Test-Tag, nämlich sonntags von 9 bis 11 Uhr an." Unter der Woche werden die Öffnungszeiten ebenfalls erweitert, auf Montag-Vormittag von 8 bis 9 Uhr und Freitag von 18 bis 20 Uhr.

"Wir haben den Einlass durch eine Lichtschranke aufgerüstet", sagt Hoffer. "350 Personen dürfen zur gleichen Zeit auf dem Gelände sein." Schlangen vor dem Einlass will der Verein entgegenwirken, indem auf der Homepage ab Saisonstart immer die aktuelle Besucherzahl einsehbar ist. So können die Badefans selbst abschätzen, ob sich eine Anfahrt lohnt. "Aber wir gehen davon aus, dass die Verweilzeit dieses Jahr nicht so groß ist wie sonst. Es werden sicherlich auch Personen kommen, die nur ein oder zwei Stunden lang schwimmen wollen." Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Datenerfassung funktioniere über die "Luca-App", erklärt Hoffer. "Für Personen ohne Smartphone gibt es Schlüsselanhänger und für den Notfall haben wir auch noch Papier und Stifte da", sagt er mit einem Augenzwinkern. Daran solle es nicht scheitern.

Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr, aber in Sachen Wetterlage gibt es eine Änderung. "Bisher gab es die Schlechtwetterregelung. An schlechten Tagen war das Bad geschlossen", sagt Lewandowski. "Dieses Jahr ist es, unabhängig vom Wetter, jeden Tag geöffnet, an schlechten Tagen aber kürzer." Da bleibe morgens zu.

Transponder werden am Sonntag ausgegeben

Die Zugangstransponder bekommen die Vereinsmitglieder am Sonntag. Es sei zur Zeit kein Früh- oder Abendschwimmen möglich. Das Problem sei der kontrollierte Zugang. Frühmorgens und spätabends müssten Freiwillige zur Verfügung stehen.

Die Personalplanung, sagt Hoffer, sei dieses Jahr einfacher. Vor Corona habe es an guten Tagen bis zu 1500 Gäste gegeben. Jetzt könne er sicher sein, dass es höchstens 350 sind. Die Kioskterrasse sei ohne Eintrittspreis frei. Wer also nur etwas essen oder trinken möchte, kann das tun. "Die Firma Dunkelgold aus Betzweiler stellt die Kaffeemaschine", sagt Volmer. "Jetzt müssen nur noch die Gäste kommen."

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