Frauen sind im Lokführerberuf noch deutlich unterrepräsentiert. Gleich fünf Lokführerinnen arbeiten in der Dienststelle Freudenstadt – und lieben ihren Beruf.
Dass der Lokführerberuf auch bei Frauen gefragt ist, belegt die Dienststelle Freudenstadt der DB Regio Mitte. Insgesamt zehn Frauen üben laut Teamleiter Thomas Meyer an Dienststellen Freudenstadt und Karlsruhe den Beruf der Lokführerin aus. Fünf von ihnen sind in Freudenstadt beheimatet. Sie baten darum, nur mit Vornamen genannt zu werden.
Für die inzwischen 22-jährige Melody war der 23. Juli 2024 ein großer Tag. Da legte sie ihre Prüfung zur Lokführerin ab. Nach rund zwei Jahren im aktiven Lokführerdienst hat der Beruf für Melody nichts an seiner Faszination verloren.
Susanne, 46 Jahre alt, hat ab 1997 den Beruf der „Eisenbahnerin im Betriebsdienst“ erlernt. Folgend war sie im BW Karlsruhe (Bahnbetriebswerk) beschäftigt. Dort war sie noch mit der Diesellok Baureihe 218 unterwegs. Neben den Dieseltriebwagen 628 hat sie diverse Elektro-Loks, darunter die Baureihen 110 und 143, bewegt. Danach standen 15 Jahre Pause zur Erziehung der Kinder an. 2017 stieg Susanne in Karlsruhe wieder ins Berufsleben ein. Im Februar 2023 zog sie nach Freudenstadt. Dort fühlte sie sich auf Anhieb wohl, was sie mit dem Satz „Wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen“ bestätigt.
Eisenbahnerin von der Pike auf
Carmen ist ebenso Eisenbahnerin von der Pike auf. Sie absolvierte noch am Freudenstädter Stadtbahnhof (1997 bis 2000) die Ausbildung zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst. Seit 2011 ist Carmen als Lokführerin unterwegs. Bei jeder Fahrt, egal mit der Stadtbahn oder der Alstrom-Baureihe 1440, ist sie mit Herzblut dabei. Auch kann Carmen den in Freudenstadt beheimateten DB-Schneepflug bedienen.
Nathalie fing 1997 bei der Bahn als Kauffrau für Verkehrsservice an. Von 2000 bis 2004 war sie als Zugbegleiterin im Murgtal unterwegs. So kennt sie so auch die Anliegen der Fahrgäste. Ab 2004 erfolgte in Tübingen die Ausbildung zur Lokführerin. Freudenstadt ist seit 2006 ihre bleibende Dienststelle. Als Mutter von zwei Kindern ist Nathalie überwiegend in Teilzeit unterwegs. Meist wird sie zu Frühschichten eingesetzt. Um 2.49 Uhr geht es für sie nach Schönmünzach. Dort bereitet Nathalie abgestellte Frühzüge zur Fahrt vor.
Als Quereinsteigerin kam Sabrina, inzwischen 41 Jahre alt, zur Bahn. Sie war zuvor in der Gastronomie tätig. 2023 begann sie in Freudenstadt ihre Ausbildung. Nach knapp einem Jahr fuhr sie ihre erste Schicht alleine. Der neue Beruf bereitet ihr viel Freude.
Das Lernen hört nie auf
Bei ihren Fahrten sind die Freudenstädter Lokführerinnen bis Stuttgart Hauptbahnhof, Rottweil, Karlsruhe, Kehl und Heilbronn unterwegs. Das Lernen hört nie auf. Regelmäßig Simulatorfahrten finden in Karlsruhe statt. Alle zwei Jahre absolviert man mit einem zertifizierten Prüfer vier Stunden Prüfungsfahren im Simulator. Auch Praxistraining am Fahrzeug sowie Theoriestunden sind angesagt, um fachlich auf dem Laufenden zu bleiben.
Der Frauenanteil im Lokführerberuf liegt bei der Bahn Teamleiter Meyer zufolge bei rund 5 Prozent – mit steigender Tendenz.