Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Tafelspitzen: Kostas in Möhringen Es muss nicht immer Gyros sein

Von
Ein f Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Ob man ohne den Griechen und ohne den Jugoslawen überlebt hätte? ­Irgendwie schon, aber man hätte nicht für so wenig D-Mark nach Fleischeslust reinhauen können. Hinterher gab’s zum Fleisch mit Fleischbeilage stets einen Schnaps aufs Haus, Ouzo oder Sliwo, kein Witz. Mit diesen Jugenderinnerungen aus den Endsiebzigern im Hinterkopf war man einigermaßen erschrocken, als an einen der Wunsch herangetragen wurde, man möge mal einen Griechen testen. Was der junge Mensch locker wegsteckt, bereitet dem reiferen Esser schlaflose Nächte.

Deshalb ist man mittags hin zu Kostas Restaurant, einer, wie sich zeigen sollte, einladenden Lokalität an den Gestaden des Möhringer Freibads. Die Sonne scheint, der Kellner lacht, da nimmt man doch am besten im Garten Platz. Seit Dezember vergangenen Jahres betreibt die Familie Tsakpinis das Lokal – und ist angenehm überrascht von dem Zuspruch, den sie erhalten hat. Seit ihrem 18. Lebensjahr steht Anna Tsakpinis, 48, hinterm Herd, fast 30 Jahre hat sie in Lokalen im Badischen und in Rheinland-Pfalz gekocht – und eigentlich wollte sie mit ihrem Mann gar nicht nach Stuttgart, aber ihren Sohn zog es hierher.

Griechische Hausmannskost vom Feinsten

Der Blick auf die Karte gibt Entwarnung: Da findet sich reichlich Vegetarisches und Fisch. Sie koche griechische Hausmannskost, sagt Anna Tsakpinis, und die komme sehr wohl ohne Fleischberge aus. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, steigen mit einem gegrillten, wunderbar zarten Oktopus ein, der in einer kräftig-zitronigen Balsamico-Soße und auf Rucolablättern liegt (9,50 Euro). Bei der zweiten Vorspeise ist man froh, dass die Gerichte auf der Speisekarte durchnummeriert sind. Vermutlich wird es nicht einmal eingefleischten Griechenland-Touristen gelingen, Kolokythokeftedes unfallfrei auszusprechen. Nummer 20 oder vegetarische Frikadellen aus Zucchini und Schafskäse gehen leichter über die Zunge (6,90 Euro), ein Klassiker aus Kreta, wie der Kellner erklärt. Die krossen Gemüseküchle machen Appetit auf mehr.

Als Hauptgang nehmen wir das Tagesgericht, Rindfleisch mit Bohnen (11,50 Euro), und in der Pfanne knusprig gebratene Sardellen mit Tzatziki und Chips (13,80 Euro). Zu beiden Speisen wird Salat serviert. Falls wir den Fisch auf griechische Art essen wollen, sagt der Kellner, sprich: mit den Händen – grinst und stellt uns eine Tasse mit warmem Zitronenwasser hin. Alles ­tadellos, alles fein abgeschmeckt, nur von dem griechischen Chardonnay hätte man besser die Finger gelassen, diesem erstklassigen Essen wird ein fruchtiger Riesling aus südwestdeutschem Anbau eher gerecht. Am Ende war’s dann, auch ohne Fleischberge, reichlich. Doch den Ouzo am helllichten Mittag schenken wir uns.

Artikel bewerten
16
loading

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.