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Nordschwarzwald Singen wie Popstar Shawn Mendes

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Annalena Klink durfte im Tonstudio eine richtige CD aufnehmen. Foto: Fritsch/Wind/Pardo

Annalenas Augen leuchten als Musikproduzent Rawand Baziany die Tür zum Tonstudio "Black Shack Recordings" in der Calwer Burgsteige öffnet. "Das wird bestimmt richtig cool", sagt sie mit Blick auf den riesigen Contrabass, die Verstärkersammlung mit Modellen aus den 40er Jahren bis heute und die restaurierten Tonbandgeräte, die sich im Erdgeschoss des Fachwerkhauses aneinander reihen. Im Vintage-Tonstudio von Baziany und Stephan Brodbeck sieht es aus wie zu Elvis Zeiten. Tatsächlich existiert es aber erst seit 2010. "Normalerweise spielen hier internationale Bands beispielsweise aus den USA, Tschechien oder England ihre Alben ein", erzählt Bazianky. Mit der Aktion "Wünsch Dir Was" machen es der Schwarzwälder Bote und das Team von "Black Shack Recordings" möglich, dass heute die dreizehnjährige Annalena im Studio steht und ihren Wunschsong "Life of the Party" von Shawn Mendes einsingen kann. Fast wäre der Termin geplatzt: Die Achtklässlerin kämpft mit Heiserkeit. Doch zwei Tage Regenerationszeit und viele Halswehbonbons haben geholfen. Nach der kurzen Begrüßung geht es für Annalena direkt in den Aufnahmeraum. Über Kopfhörer hört sie die Instrumentalspur von "Life of the Party". "Über die Kopfhörer kannst du gleich auch deine eigene Stimme hören", erklärt Baziany, den hier alle Ray nennen. Er dreht an Knöpfen und verschiebt Regler. Nach dem sich die beiden auf eine Lautstärke geeinigt haben geht es los. "Sing einfach mal drauf los, ich nehme noch nicht auf", leitet Ray an. Und Annalena legt los.

Schon im Kindergarten hat sie gerne gesungen. Sie spielt in der "Ratz-Fatz-Band" des Hermann-Hesse-Gymnasiums Gitarre, singt im Chor "Arte Vocale" und beherrscht außerdem Trompete und Flöte. Der Song ist ihr wichtig, weil sie sich Gitarrist und Sänger Shawn Mendes zum musikalischen Vorbild auserkoren hat. Außerdem gefällt ihr der Liedtext, der davon spricht, dass man so sein soll wie man ist und auch mal Fehler machen darf.

Fehler sind bei ihrer "Einsing-Version" des Liedes dann aber kaum zu hören. "Das war doch schon sehr gut", meint Ray und verkündet dann mit einem Grinsen: "Ich hab’s natürlich doch schon aufgenommen!" Der Musik-Profi kennt natürlich ein paar Tricks, um die Aufnahme noch besser zu machen. Also werden einige Passagen des Songs noch mal wiederholt. Über den Bildschirm im Regieraum zucken Balken in allen möglichen Farben, Ray schiebt Teile der Tonspur über den Bildschirm, klickt hier und regelt da. "Im Pop doppelt man oft den Refrain, willst du das auch machen?", fragt er die Jungmusikerin. Die ist einverstanden und singt die Refrains ein weiteres mal ein, so dass Ray die Tonspuren am PC übereinander legen kann. Nach 30 Minuten ist der Song im Kasten. Beim Durchhören im Regieraum stiehlt sich ein Strahlen auf Annalenas Gesicht.

Jetzt fehlt nur noch der "Küchenradio-Check". Dazu wird der Song leise über weniger gute Lautsprecher – wie sie die meisten von uns zuhause haben – abgespielt. "Wenn man jetzt immer noch alles gut raushört, ist der Song fertig", erklärt Soundengineer Ray.

Annalenas Version von "Life of the Party" besteht den Test. "Du hast dich richtig schnell in die Situation eingefunden und super abgeliefert", lobt Ray. Und auch die 13-Jährige ist zufrieden: "So eine professionelle Aufnahme ist echt was ganz anderes, als eine Handyaufnahme."

Ihre erste professionelle Aufnahme wird direkt auf CD gebrannt. "Die spiel ich jetzt Oma, Opa, Papa, meiner Schwester und meiner besten Freundin vor", kündigt Annalena voller Stolz an. Und weil das Ganze so fix ging, nimmt sich Ray noch Zeit und lässt die junge Musikerin zwei weitere Stücke aufnehmen. Sie wählt "Yesterday" von den Beatles, das sie nur instrumental mit ihrer Gitarre einspielt und einen weiteren Mendes-Song, "Stiches", bei dem sie sich selbst auf der Gitarre begleitet.

Am Ende der Session steht für sie fest: "Tonstudios kannte ich bisher nur von Bildern. Wirklich in einem aufzunehmen war ein tolles Erlebnis."

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