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Lokales MPU-Fälscher bleiben lange hinter Gittern

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Von Corinne Otto Kreis Rottweil. Weil es für den so genannten Idiotentest Urkunden und Befunde über Jahre hinweg im großen Stil fälschte und seinen Kunden so zur Wiedererlangung des Führerscheins verhalf, wurde ein Ehepaar aus Schramberg gestern vom Landgericht Rottweil verurteilt: Vier Jahre und zehn Monate Haft verhängte die Erste Große Strafkammer für den 39-jährigen Ehemann, drei Jahre für die Ehefrau.

Beide kamen direkt aus dem Gefängnis in den Gerichtssaal. Sie wurden bereits Ende 2012 wegen Steuerhehlerei zu Haftstrafen verurteilt, diese wurden ins Urteil mit einbezogen.

Die Angeklagten haben gestanden, in den Jahren von 2008 bis 2012 in 102 Fällen Urkunden und Laborbefunde am Computer gefälscht zu haben, mit denen die Kunden dann zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) geschickt wurden – und bestanden. Zudem erfand das Ehepaar psychologische Gutachten und Gruppensitzungen. In zum Teil stundenlangen Übungsgesprächen wurden den Kunden außerdem Märchengeschichten regelrecht "eingehämmert", so hieß es vor Gericht, um den MPU-Gutachter überzeugen zu können. Bis zu 1500 Euro war den "Prüflingen" aus dem ganzen Kreis Rottweil und darüber hinaus dieser Service wert.

Das Ehepaar lebte dank seines erfolgreichen Geschäftsmodells auf großem Fuß, leistete sich dicke Autos und Ausflüge in die Karibik. Treibende Kraft war der Ehemann, die Frau war nach Überzeugung des Gerichts aber "Teil des Systems".

Beide entschuldigten sich vor Gericht und baten unter Tränen um ein mildes Urteil, auch im Sinne ihrer Kinder. "Ich will beweisen, dass ich ein anderer Mensch geworden bin", so der Angeklagte. Ihm drohe im Zuge der Verurteilung ein Abschiebeverfahren in seine Heimat Kasachstan, erklärte das Gericht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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